Photoplay

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Jadis
Label: Inside Out Records
Veröffentlichung: 2006

Jadis bieten mit „Photoplay“ ein Album, das noch kompakter ist als der Vorgänger „Fanatic“ (2003). Das Album ist natürlich durchgehend lupenreiner Neo Progressive Rock, aber zugleich ein sehr schönes Beispiel für Minimalismus in diesem Genre. Eine oberflächliche Parallele zu „Photoplay“ lässt sich zur kommerzialisierten Großartigkeit (sprich: zur Verschlankung typischer Neo-Prog-Zutaten) von Marillion Anfang der Neunziger ziehen.

Im Zuge dieser Minimalisierung haben Jadis mit Standing Still sogar einen Song geschrieben, der problemlos als Single hätte erscheinen und als solche auf Hit-Kurs in die Charts hätte gehen können. Dafür müssten wir natürlich zwanzig Jahre in die Vergangenheit zurück! In Großbritannien musst du für den Trend von 2006 „abgeranzt“ sein, im Stil von irgendeinem „weichlichen, milchigen Grießbrei“ à la Gorilazz! Die übrigen Songs auf „Photoplay“ verbinden den schon erwähnten Forschergeist der Band prima mit „rockiger“ Direktheit. Was Jadis von „Fanatic“ am direktesten aufs neue Album herübergerettet haben, zeigt sehr schön der Song Make Me Love. Ganz ohne Instrumental ging es auf „Photoplay“ aber auch nicht: Den Abschluss der Platte bildet der Titelsong.

Das Album glänzt mit außerordentlicher musikalischer Vollendung und Perfektion, die bei Jadis offenbar Dauerzustand ist. Martin Orford und Jon Jowitt bringen auch in den Ausdruck von Jadis das ein, was ihre Stammband I.Q. so großartig macht. Allerdings sind Jadis dabei deutlich „erdiger“, und das Gitarrenriff kommt noch stärker zur Geltung als bei I.Q., wo in den ausgewalzten „Proggresive-Jams“ die Ausdruckskraft des Gitarrenriffs verloren geht! Was die Produktion angeht, sind Jadis, was sie sind. Nämlich der Inbegriff der traditionellen britischen Schule, von Marillion geerbt. Kristallklare Klarheit im musikalischen Gleichgewicht.

„Photoplay“ ist ein leichtes Album. Es ist durch, ehe du blinzeln kannst. Das heißt: Alle, die ihr euch vor dem Wort „progressiv“ „fürchtet“ – hey! Traut euch mit „Photoplay“! Das Album ist nämlich eine hervorragende Kombination aus Erkundung und direkter „rockiger“ Aussage! Deshalb ist es durchgehend ausgezeichnet hörbar und hat das Potenzial, zugleich die verwöhnten Ohren der Musikgourmets zu erfreuen, die sonst behaupten, Genesis hätten dazu ohnehin schon alles gesagt, als auch all jene, die ihr „progressiv ausgewalztem Gelaber“ lieber im großen Bogen aus dem Weg geht – das „Photoplay“ wirklich nicht enthält.

Besetzung

Gary Chandler – Gitarre, Gesang
Martin Orford – Keyboards, Backing Vocals
John Jowitt – Bassgitarre
Steve Christey – Schlagzeug, Percussion

Produktion

Gary Chandler

Tracklist

1. Theme’s Light (4:57)
2. What Goes Around (5:18)
3. Asleep In My Hands (5:39)
4. Standing Still (5:21)
5. I Hear Your Voice (6:15)
6. Make Me Move (5:32)
7. Who I Am (6:07)
8. Need To Breathe (4:50)
9. Please Open Your Eyes (5:35)
10. All You’ve Ever Known (6:42)
11. Photoplay (4:19)

Spielzeit: 60:35

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