Petzapet

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Petzapet
Label: Celinka
Veröffentlichung: 2016
Bewertung: 4/5

Aleš Hadalin ist eine wohlbekannte slowenische Nachtigall. In den letzten Jahren hat er sich mit Haut und Haaren in das Erbe der slowenischen Volksmusik vergraben. Der Mann, der im vergangenen Jahr sein neues »allvokales« Studioalbum »Ta tobak je sladka travca« veröffentlichte, ist seit 2009 Teil des Gesangsensembles Petzapet, das zwar regelmäßig auf Konzertbühnen zu erleben ist, bis dato jedoch noch kein musikalisches Dokument aufgenommen und veröffentlicht hatte.

Das Ensemble Petzapet besteht – wie schon der Name andeutet – aus fünf Stimmen, vertreten durch den bereits erwähnten Vokal-»Punker« Aleš Hadalin sowie das nicht minder erfahrene Quartett mit Metod Banko (Duo Silence), Tomaž Maher, Neža Peterle und Petra Trobec. Eine starke Crew aus fünf stimmlichen Charismatikern also, die sich zu einem einzigartigen vokalen Makramee zusammenfinden. Nun, und wie es sich gehört, kam auch Petzapet schließlich auf die Idee, an einem schönen Apriltag im vergangenen Jahr ihren Konzertauftritt aufzunehmen – das Ergebnis liegt nun auf diesem Tonträger vor.

Man spürt, dass das Quintett schon sehr lange zusammenarbeitet. Das zeigt sich in der außergewöhnlichen vokalen Harmonie – in der expressiven Kraft und dem expressiven Radius, den sie aus der Interpretation der ausgewählten Stücke herausholen. Weiterhin in der feinsinnigen Rollenverteilung sowie in den sinnlichen und prägnanten Zügen der Vokalfärbung, besonders beim Einrichten der Arrangements für die ineinandergleitenden Vokalharmonien – wo sich, ungeachtet der Tatsache, dass der männliche Teil des Ensembles um ein Mitglied stärker ist als der weibliche, beide Geschlechter gleichwertig durch das Album tragen. Das Ensemble setzt vor allem die tieferen Männerstimmen ein, also die von Banko und Maher, auch als zusätzliches Instrument, das den Rhythmus vorgeben oder mit zusätzlichen Vokaleinlagen die Pausen zwischen den Versen der restlichen Viergruppe füllen kann. Das ist ein logischer und eigentlich notwendiger Schachzug, der das Klangbild der so arrangierten Stücke – bekannter slowenischer Volksstandards – zusätzlich belebt, darunter auch einige weniger bekannte Perlen, die der unerschütterliche Aleš Hadalin mit seinem Detektivgespür wieder zum Leben erweckt hat. Einige dieser Stücke hat Aleš Hadalin bereits auf früheren Werken aufgenommen. Damals musste er seine Stimme in verschiedenen Tonlagen mehrmals aufnehmen und die Linien nachträglich zusammenfügen, um Harmonien zu schaffen. Unter der Regie von Petzapet bekommen diese Stücke nun eine neue expressive Dimension.

So hat Petzapet die Klanglandschaft von 16 Volksliedern ihrem musikalischen Körper maßgeschneidert! In scharfsinnigen Adaptionen der Originale, im Glanz des funkensprühenden Forschungseifers einer fünfstimmigen Gesangsvision. Diese Stücke wurden mit außerordentlichem Witz bearbeitet, und das Album »Petzapet« unterhält durchgehend. Die ausgewählten Stücke bewahren dabei den vertrauten Melos der slowenischen Volksoriginale, während die Texte stellenweise auf eine schelmische und äußerst geistreiche, wenn nicht gar luzide Weise adaptiert wurden. Da wundert es kaum, dass das Publikum am 23.04.2015 beim Auftritt der Gruppe im Salon za ENO glasbo in Ljubljana stürmisch reagierte.

Diese Aufnahme hat eigentlich nur einen einzigen Schwachpunkt. Sie enthält nämlich Schnitte in den Pausen zwischen den Stücken. Obwohl sie die ganze Lebendigkeit bewahrt hat, ist sie in Sachen Lebendigkeit und Authentizität dennoch nicht ganz makellos. Zudem war das Repertoire, das das Ensemble im Salon za ENO glasbo aufführte, umfangreicher, und es ist wirklich schade, dass es nicht vollständig und in einem Stück auf diesen Tonträger gefunden hat. Als Ganzes. Es hätte noch besser gewirkt. Noch mitreißender. Eines ist aber sonnenklar: Petzapet muss man live erleben. Bei Konzerten. Tu dir selbst einen Gefallen und besuch einen davon. Die Herzlichkeit und der Schalk des Ensembles werden auch das ausgehungertste Herz erfüllen. Petzapet sind nämlich außergewöhnliche Seelenhirten, wenn sie sich der Interpretation widmen. Die bezaubert einen auf der Stelle mit Leidenschaft und sinnlicher Hingabe!

Besetzung

Neža Peterle – Gesang
Petra Trobec – Gesang
Metod Banko – Gesang
Aleš Hadalin – Gesang
Tomaž Maher – Gesang 

Produktion

Janez Križaj & Jure Mihevc

Tracklist

1. Pa pride dol z graščince
2. Oj, ti uboga šleva pjana
3. Nedela je bela
4. Pojmo spat
5. Magdalenca
6. Mindeš, Mindeš velika vas
7. Bog je ustvaril zemljo
8. Pa je bla ohcet v Kangalileji
9. Ta gor, ta doli
10. Prišli so štirje jagri
11. Jaz bom jene citre küpo
12. Jaz mam pridno gospodinjo
13. Tam za turškim gričem
14. Saki petek jutri
15. Marko skače
16. So ptički se ženili 

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