Perfect Dream

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Künstler: Angel's Perfect Dream
Label: Chill Pill 99
Erschienen: 2009
Laufzeit: 41.29
Wertung: 3.5/5

Perfect Dream ist das Studioerstlingswerk der Jungs aus Škofja Loka, Angel’s Perfect Dream. Die Jungs machen sich daran, alte Grunge-Kniffe zu entstauben, die sie auf der Suche nach einer markanter erkennbaren Ausdrucksidentität noch mit etwas härterem Rock-Einschlag aufgefrischt haben. Klingt vertraut: Pearl Jam gekreuzt mit Hard-Rock-Pompe, noch etwas von der typischen Alice In Chains-Morbidität dazu – und fertig. Nun, mit Angel’s Perfect Dream ist das zum Glück nicht ganz so simpel – besser gesagt: Die Jungs signalisieren mit Perfect Dream eine konstante Erweiterung ihres musikalischen Blickwinkels, wobei sie natürlich die Einflüsse nicht vergessen, die sie durch die Pubertät musikalisch geprägt haben.

Das Album glänzt mit einer hervorragenden Produktion, mit klar herausgearbeiteten Ausdruckskomponenten aus Gesang und Gitarre, die den Hauptteil der Botschaft von Angel’s Perfect Dream tragen. Das Ergebnis des Zusammenspiels der drei ist eine mächtig aufragende Klangkulisse, wie sie in der slowenischen Musiklandschaft chronisch fehlt. Angel’s Perfect Dream wissen also genau, wohin der Weg führt, die Orientierung macht ihnen keine Schwierigkeiten, und damit erfüllen diese Jungs eine der Voraussetzungen für das weitere erfolgreiche kreative Reifen der Band. Kurz gesagt: Potenzial ist hier im Überfluss! Im Saitengeflecht von Kupidus steckt genug Substanz, Leidenschaft und Arroganz, um so manchem aufgeblasenen Gitarrenkollegen den Neid ins Gesicht zu treiben. Dann ist da noch der Gesang, der mit seiner klagend-bunten Färbung schon im Intro an das berühmte Bariton-Geheule von Glenn Danzig erinnert. Auch die zweite Hälfte des Angel’s Perfect Dream-Orchesters ist nicht zu vernachlässigen, also die Rhythmusfraktion, die zwar nichts Spektakuläres bietet, aber dennoch souveräne, schlicht angelegte rhythmische Unterstützung liefert.

Perfect Dream offenbart noch eine weitere nicht zu vernachlässigende Qualität der Band: die Fähigkeit, altbackene strukturelle Schablonen umzukrempeln, aus denen beim gelungenen Einweben von lebhaftem melodischem Schmuck hin und wieder ein zusätzliches musikalisches Funkeln hervorblitzt. Das zusätzliche Potenzial des Albums verbirgt sich in den Höhepunkten „My Love Reigns“ und dem Opener „Do You Want It“, während die Jungs mit synthetisch unterlegten Ambient-Füllern stellenweise sogar wagen, einige reizvolle orchestrale Arrangements einzuflechten. Mit so mutigem arrangeurtechnischem Manövrieren baut das Album kontinuierlich auf einem soliden dynamischen Auf und Ab auf, das beharrlich weit weg zieht von der erwartbaren Dauerberieselung mit verwöhnt servierten Adoleszenz-Frustrationen, die sich ausschließlich um die Obsession mit tiefer Depression drehen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: An Ausflügen in eben diese Richtung mangelt es auf dem Album nicht – dafür sorgen „Cry And Whisper“ und das unermüdlich klagende Finale unter der Regie des Titelmotivs – aber wenn ihr euch erst mal durch die dicken Schichten der Melancholie hindurchgekämpft habt, erwartet euch eine eigenständige, autorische musikalische Behandlung, die euch erfolgreich vor Gleichgültigkeit bewahrt.

Beim Debüt von Angel’s Perfect Dream handelt es sich also um ein vielschichtiges Album – zumindest betrachtet durch die Brille des Grunge-Grundgerüsts. Tatsache ist, dass den Jungs schon beim ersten Versuch die Lancierung eines organischen Werks mit vielen Gesichtern und Stimmungen gelungen ist – was verständlicherweise nicht ohne Geburtswehen vonstattenging. Das Qualitätsniveau des Albums wird etwa von „Funky“ hartnäckig getrübt, das sofort offenbart, dass die Flucht aus den Fängen klischeehaft langweiliger und uninspirierter Sägemehl-Ware – typisch für die biedere Geistlosigkeit der slowenischen Musiklandschaft – unseren Hengsten aus Škofja Loka eben nicht bei jeder Gelegenheit gelingt. Aber wie gesagt: Angel’s Perfect Dream haben mit ihrem Debüt mehr ins Schwarze getroffen, als man von der sprichwörtlichen Vorhersehbarkeit ihrer musikalischen Ausrichtung auf den ersten Blick vielleicht erwarten würde.

Besetzung

Bertholmeus: Gesang
Kupidus: Gitarre, Hintergrundgesang
Blaszh: Bass
Yasmin: Schlagzeug

Produktion

Jure Krajnik

Tracklist

1. Do You Want It
2. She Smiles
3. Guilty
4. Can’t Bring Me Down
5. Little Child
6. Reason
7. Funky
8. My Love Reighs
9. Cry And Wisper
10. Perfect Dream

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