Overkill – tight und knallhart, auch wenn das elektrische Zeitalter tobt (2012)

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Ort: Telefonleitung: Ljubljana – New York
Interviewdatum: 08.02.2012

Wer kennt heute nicht die Thrash-Metal-Pioniere Overkill? Die Band, die als eine der langlebigsten, wenn nicht gar zählebigsten Thrash-Metal-Bands des Planeten gilt, kann sich einer seltenen Qualität rühmen. In ihrer Karriere hat sie keine einzige Pause eingelegt, sondern zeichnet sich durch verbissenes Durchhalten über die Jahre aus, mit konstant hoher Konzertaktivität und stattlichen 15 Studioalben. Und noch mehr: Das 16. Studioalbum mit dem Titel „The Electric Age“ steht vor der Tür – Erscheinungstermin 27.03.2012 über Nuclear Blast Records. Anlässlich der bevorstehenden Neuerscheinung hatten wir die große Ehre, mit der urgewaltigen und ursprünglichen Stimme von Overkill zu plaudern. Das ist eine Person von pittoreskem Charakter mit einer kurzen Zündschnur für hochenergetische Ausbrüche. Meine Damen und Herren. Nur für euch. Mr. Bobby „Blitz“ Ellsworth.

Hey Bobby! Es ist mir eine große Ehre, dass wir zusammen plaudern können. Wie geht’s dir?
Bobby: Hey, ich hab mir gerade eine Zigarette angezündet und eine Tasse Kaffee gemacht. So läuft das nun mal ab, wenn’s um die Promotion eines neuen Albums geht – diesmal ist es „The Electric Age.“ Mich erfüllt Aufregung, wenn ich mich an die Promotion jedes unserer neuen Alben mache. Mit „The Electric Age“ präsentieren wir uns als Band der Gegenwart, nicht der Vergangenheit – das ist für mich das Wichtigste. Egal was wir waren, wichtig ist was wir sind. In diesem Moment. Jetzt.

Was ich auf der Promo-Kopie von „The Electric Age“ gehört habe – die neuen Songs wirken wieder genau so, wie Overkill-Songs klingen müssen. Es ist ein wirklich modern klingendes Album, das wieder das mitbringt, was nur ihr könnt. Eine echte erstklassige Thrash-Metal-Dynamit-Faust direkt ins Gesicht. Was sind die Gefühle dabei, wie war der Entstehungsprozess des Albums, was steckt dahinter?
Bobby:  Wenn wir als Overkill an einem neuen Album arbeiten, lassen wir das Album immer so weit wie möglich seinen eigenen Weg gehen. Während des Entstehungsprozesses spürst du schon, welche Stimmung du darauf erschaffst, welche Atmosphäre und welchen Charakter das Album selbst hat. Du merkst schnell, in welche Richtung dich diese Entwicklung des Albums führt. Das ist das Zusammenspiel der Beiträge der einzelnen Bandmitglieder. Da ist D.D. Verni als grundlegender Songschreiber, ich als Texter und derjenige, der die Melodie einbringt, Gitarrist Dave – so ungefähr bekommt das Album seine Form, seine Gestalt. Wir haben nach einem passenden Titel für das neue Album gesucht! Alben mit diesem Drive aus Punch und Energie haben wir schon immer gemacht. Das zieht sich eigentlich durch alles, was wir je gemacht haben. Aber du willst dich nicht ständig wiederholen, sondern jedes neue Album stellt dich vor eine neue Herausforderung, mit der du etwas Neues, Anderes schaffen musst. Der Titel „The Electric Age“ bündelt die Art, wie wir das neue Material im Studio eingespielt haben. Alle zusammen, als Band. So wie wir es jetzt, heute eingespielt haben. Das Album „The Electric Age“ ist Overkill für das Jahr 2012! Wir freuen uns, dass auch die Klangproduktion großartig aufgegangen ist, besonders der finale Soundmix, der diesen kraftvollen Energiepunch behalten hat, den wir beim Spielen im Studio entwickelt haben.

Ihr seid ständig auf Tour. Knochenschufter. Nicht lange ist’s her, da habt ihr auf den Sommerfestivals durch Europa gespielt. Was sind die letzten Erinnerungen an den Europabesuch? Wir zum Beispiel haben Overkill beim Festival Bang Your Head!!! 2011 in Balingen besucht.
Bobby: Das war eine sehr erfolgreiche Tour für uns. Im Sommer haben wir auf ein paar großen Festivals in Deutschland und anderswo in Europa gespielt. Im Sommer in Europa machen wir nie vollständige Touren. Wir kommen zum Beispiel übers Wochenende für ein paar einzelne Festivalauftritte. Ich erinnere mich an den Auftritt in Balingen. Das war wirklich einer unserer besseren Auftritte im Rahmen der Sommer-Festivalkonzerte in Europa. In Balingen genieße ich es immer besonders, weil es dort nur eine einzige Bühne gibt. Dadurch kriegen die Leute ein echtes Gefühl für die Beziehung eine Band – ein Publikum, alles läuft sehr flüssig ab. Und ich erinnere mich an das Line-up, das wirklich ausgezeichnet war. Da haben außer uns auch Crimson Glory gespielt, die ich wirklich sehr lange nicht mehr auf der Bühne gesehen hatte, am selben Tag wie wir haben auch Death Angel auf der Bühne in Balingen gespielt, nach uns Accept,… Als Accept aufgetreten sind, bin ich ins Publikum gegangen, um ihr ganzes Konzert zu sehen. Ich finde, dass das Festival in Balingen immer eine der besseren Veranstaltungen für Auftritte von Metal-Bands ist, da es einen enormen Energiefluss und eine wirklich hervorragende Reaktion des Publikums hat.

Angesichts der Tatsache, dass das neue Album „The Electric Age“ nur zwei Jahre nach seinem Vorgänger „Ironbound“ erscheint, nehme ich an, dass die aktuelle Chemie in dieser Overkill-Besetzung hervorragend funktioniert. Wie würdest du die chemischen Bande zwischen euch beschreiben?
Bobby:  Das Wort Chemie trifft es sehr gut. Ihre Bedeutung ist positiv, denn sie muss in der Band ein hohes Niveau erreichen, damit du die verfügbare Energie dann vollständig ausschöpfen kannst. Schlagzeuger Mickey, der 2005 zur Band gestoßen ist, hat einen vollen Rucksack voller Energie mitgebracht. All diese Energie hat sich vereint und auf dem Album „Ironbound“ manifestiert, daher war es für das neue Album unbedingt notwendig, dieses hohe Energieniveau zu halten, das es uns ermöglicht, bereits nach zwei Jahren ein neues Album zu erschaffen und diesen Moment positiver Chemie festzuhalten und auf das neue Album zu übertragen. Es ist sehr wichtig, dass die Jungs sich untereinander verstehen und sich gegenseitig unterstützen. Das Wesentliche ist, dass sie ihre Egos nicht aufzwingen, sondern den langen Atem haben, sich gegenseitig unterstützen und spüren, dass sie gegenseitige Stütze brauchen. Und „The Electric Age“ ist tatsächlich die Fortsetzung dieses Zustands. Die Schwingungen in der Band, angetrieben von dieser positiven Chemie. Ich kann sagen, dass wir eine höhere Energiestufe des Funktionierens erreicht haben als in der Vergangenheit.

Was hältst du von dem Ereignis, das kürzlich die Metal-Welt geprägt hat und als „Big Four“ bekannt ist? Auf der Position einer der vier Bands hätte sich durchaus Overkill wiederfinden können, da ihr zu den Bands mit dem Pionier-Status und dem Renommee einer der am längsten aktiven Thrash-Metal-Bands des Planeten gehört, die bis zu diesem Tag in ihrer Karriere niemals eine Pause eingelegt hat.
Bobby: Diese Jungs sind nun mal offensichtlich die Big Four. Das ist nun mal klar. Das haben sie in der Vergangenheit bewiesen, hauptsächlich mit Plattenverkäufen, besonders in den USA.  Metallica allein ist im Grunde „die große Eins“, wenn wir uns nur auf diese Band konzentrieren. Weißt du, ich messe meinen Erfolg nie danach, wie andere ihn mir zuschreiben, oder danach, wie erfolgreich andere mich sehen. Für mich persönlich ist mein Erfolg daran zu messen, dass ich ständig ein Lächeln im Gesicht trage. Und das hält schon seit Jahren an. D.D. Verni kenne ich schon über 30 Jahre, mit Overkill on the road sind wir schon 27 Jahre zusammen unterwegs und wir genießen es beide immer noch. Wenn ich an die Sache mit den „Big Four“ denke, lasse ich mich nicht dazu verleiten zu denken: „Ach, da hätten wir auch dabei sein müssen!“ Wir können Teil der „Small Four“ sein (lacht). Zum Beispiel Overkill, Exodus (lacht nochmal)… weiter Death Angel und Kreator… Ich finde, überall gibt’s jede Menge großartiger Bands. Zum Beispiel Kreator. Auch die haben in all diesen langen Jahren des Durchhaltens in der Szene nie eine Pause in ihrer Karriere eingelegt, so wie wir auch nicht.  Und es ist es wert hervorzuheben, dass eine Band, der so etwas gelingt, diese Tatsache mit Stolz akzeptieren sollte.

Auf dem neuen Album singst du wieder fantastisch.  Von Album zu Album wird dein Gesang besser, wie Wein, der mit den Jahren reift. Hältst du dich an irgendein besonderes Rezept, bei dem du darauf achtest, deine Stimmbänder nicht zu beschädigen?
Bobby: Ich nehme sehr, sehr gute Drogen. Keine schädlichen Drogen (bricht in Gelächter aus). Was meinen Gesang betrifft, muss ich dem Glück dankbar sein. In dieser Hinsicht bin ich einfach ein riesiger Glückspilz. Darüber denke ich nicht paranoid nach. Ich trinke normal, ich rauche normal, aber ich übe natürlich trotzdem. Offensichtlich gelingt es mir, im Leben eine Art echtes Gleichgewicht bei der Pflege meines Gesangs zu finden. Aber die Paranoia packt mich nie, dass ich darüber nachdenken würde, meinen Gesang irgendwie zu beschädigen. Also diesen Stress, der normalerweise andere Sänger begleitet, kenne ich nicht. Aber auf eine Sache achte ich. Seit 1986 wärme ich immer meinen Gesang auf. Sei es, wenn ich im Studio bin, sei es, wenn ich auf Tour vor einem Auftritt bin. Bevor ich meinen Gesang aktiv zum Singen einsetze, nehme ich mir eine halbe Stunde Zeit für mich, um absolut sicherzustellen, dass die Stimme bereit für die Action ist! Ich glaube auch, dass wenn du dich auf ähnliche Weise um irgendeinen Muskel deines Körpers kümmerst, er dich mit dem richtigen Ansprechen belohnen wird. Zum Beispiel: Wenn du schwere Kisten schieben müsstest und das Gewicht nicht auch auf beide Beine verteilst, würdest du dir den Rücken verletzen. Wenn ich aber die Beine dafür einsetze, kann ich den ganzen Tag schwere Kisten schieben.  Ich glaube, das Prinzip, die Stimme in guter Form zu halten, ist ähnlich. Du musst richtig damit umgehen und dann wird auch die Stimme richtig ansprechen.

Hast du je daran gedacht, dass diese Besetzung in dieser „The Electric Age“-Form nach den Promo-Aktivitäten – was natürlich nach dem Ende aller daran gebundenen Touren bedeutet – auch ein Live-Album herausbringen könnte. Die Chemie in der Besetzung ist nämlich ausgezeichnet…
Bobby: Da stimme ich dir vollkommen zu. Die erste vollständige Tour werden wir dieses Jahr im April in den USA starten, die bis Mai dauern wird, dann folgt die Festivalsaison durch Europa, danach werden wir diesen September eine vollständige Europa-Tour durchführen. Was ich bei der ganzen Sache am liebsten mag, sind natürlich die Live-Auftritte. Das ist ein unglaublich aufregender Teil des ganzen Geschäfts, auch wenn es manchmal belastend wirkt und die Konzerte ununterbrochen Tag für Tag aufeinanderfolgen. Ich bin der Typ, der gerne den gegenwärtigen Moment genießt. Live-Auftritte erlebe ich immer noch als Gefahr, denn du weißt nie, was passieren wird. Ob es ein Erfolg wird, oder eine totale Niederlage. An einem gegebenen Ort, in einem gegebenen Moment, auf einer gegebenen Bühne. Du hast nur eine Chance. Diese Art von Gefühl erregt mich ständig. Was Live-Material betrifft, ist die Zeit noch nicht reif, darüber nachzudenken. Meine Hände, Finger und meine Stimme sind noch heiß von den Aufnahmesessions des Albums „The Electric Age“. Bis zum 11. Januar war ich mit dem Singen für das neue Album beschäftigt. Als das Album schon in der Mixing-Phase war, fiel mir noch etwas ein, das ich ändern wollte, und deshalb bin ich zurück ins Studio gerannt und hab einen guten Teil der Vocals nochmal eingespielt. Dass wir genug Zeit haben, wenn wir ein Album machen, ist für uns ein großer Luxus und das müssen wir schätzen, damit wir dem Album den Charakter geben können, der uns allen am nächsten ist. Ich stimme dir aber vollkommen zu, dass die Chemie in dieser Band gerade im Moment außergewöhnlich ist und es eine große Schande wäre, wenn sie sich nach und nach auflösen würde und wir das nicht rechtzeitig auf einem Tonträger festhalten könnten, in Form einer Live-Veröffentlichung. Bis zu diesem Moment planen wir aber noch nichts.

Als du deine Gefühle beschrieben hast, wenn du auf der Bühne stehst… Fühlst du dich manchmal wie ein Krieger, der die Rolle eines Schuldners hat, seine Botschaft an die breiteren Massen weiterzugeben?
Bobby: Das hab ich nie so aufgefasst, obwohl viele Leute im Musikgeschäft so funktionieren, wie du es beschrieben hast. Ich verstehe und behandle mich selbst als Teil der Community. Meine Bühnenpräsenz ist für die Community vollkommen akzeptabel und das macht irgendwie Sinn, denn das verbindet mich mit ihr. Ich fühle mich als Teil dieser Community. Teil jener Leute, die eigentlich unsere Musik hören. Das erscheint mir ein sehr wichtiges Faktum. Besonders was die Thrash-Metal-Bewegung betrifft. Unwichtig ist, wer wir als Overkill sind, wenn ich uns herausnehme – wichtig ist, wer wir im kollektiven Sinne sind. Wenn das Publikum Energie vor der Bühne ausstrahlt, nehme ich sie wie ein Magnet auf und das bringt einen bestimmten Auftritt zur richtigen Explosion. Ähnlich reagieren auf diese Impulse auch die anderen in unserer Band. Die Sache ist geradezu ansteckend geworden. In Sinne einer Art positiver Krankheit.  Ich mag es, dass wir Teil der Community sind und uns nicht von ihr abheben, beziehungsweise uns nicht auf ein höheres Niveau stellen. Ein sehr wichtiges Faktum in Bezug auf die Thrash-Metal-Bewegung selbst ist, dass sie von jenen Leuten repräsentiert wird, die sie lieben und deren Fans sie sind – und das bedeutet nur eines. Dass die ganze Sache im Thrash Metal umso authentischer und aufrichtiger ist.  Die Art, wie ich meine Rolle auf Tour erlebe, unterscheidet sich sehr von der Rolle eines Kriegers. Meine Frau sagt mir, wenn sie mich so beobachtet: „Ich weiß, dass du die erste Minute nervös bist, dann setzt sich die Energie in dir fest wie eine Droge, du nimmst den Überschuss des ganzen Adrenalins auf und nach dem Ende des Konzerts lächelst du wie ein kleiner Junge, der eine Zirkusvorstellung anschaut.“ Wenn ich auf der Bühne bin, erlebe ich eine Metamorphose durch alle 90 Minuten jedes unserer Auftritte.

Was sind deine schönsten Erinnerungen, die du auf der Bühne erlebt hast, besonders wenn du das Privileg hattest, gemeinsame Touren mit einigen der größten Namen der Metalmusik zu teilen. Welche Momente würdest du hervorheben?
Bobby:  Ich bin mit diesen Namen aufgewachsen. Noch bevor wir Overkill waren, haben wir Coverversionen gespielt, ich habe über Dinge gesungen, die Rob Halford in seinen Texten geschrieben hat, wir haben Covers von Iron Maiden, Motorhead gespielt, und als ich mir die Vinyl-Alben gekauft habe, die ich immer noch zu Hause habe, sind auf manchen auch Lemmys Unterschriften drauf (lacht)…. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich jemals mit ihnen auf gemeinsamen Touren auftreten würde.  Komisch ist, dass ich immer noch ein riesiger Fan dieser Bands bin. Ich erinnere mich, als wir 1988 auf einer gemeinsamen Tour mit Motorhead aufgetreten sind. Das war der amerikanische Teil der Tour und sie war sehr erfolgreich. Wir haben uns super amüsiert. Wir haben zuerst gespielt, nach uns Motorhead, Slayer in der Rolle der Headliner des Abends. Mit Motorhead sind wir auf dieser Tour große Freunde geworden. Auch in späteren Jahren haben wir uns auf Festivals getroffen. Zehn Jahre nach dieser Tour vergingen, als ich mich wieder mit Lemmy und Phil getroffen habe. Das war auf irgendeinem Festival backstage. Ich war mitten in einem Gespräch mit jemandem aus dem Team des lokalen Veranstalters, als aus dem Nebenzimmer eine bekannte Stimme erklang: „Steht da nicht mein alter Freund Bobby Blitz?“ Diese Stimme verfehlst du nicht. Ich wusste sofort, wem sie gehört: „Lemmy!?!?“ (lacht) Er hat mich sofort auf einen Drink eingeladen und gesagt: „Setz dich, Junge!“ (lacht nochmal). Später kam eine gemeinsame Tour und als wir mit Motorhead in Deutschland beim letzten Auftritt im Dezember 2007 in Berlin aufgetreten sind, hat mich Lemmy am letzten Abend auf die Bühne eingeladen, um mit ihm zusammen den Song Overkill zu singen. Er hat mir seine Absicht natürlich schon früher angekündigt, aber ich war an diesem Abend extrem nervös. Das Problem war nicht, dass ich den Song nicht singen könnte. Den Song Overkill haben wir selbst auch zum Spaß gespielt, als Teil vieler Konzert-Repertoires in der Vergangenheit. Ich kenne den kompletten Text dieses Songs auswendig, trotzdem hab ich mir aus Lampenfieber, damit ich nicht aus Versehen irgendetwas falsch mache, die erste Strophe auf einen Zettel geschrieben, den ich am Handgelenk hielt, als Lemmy und ich unser Duett sangen. Als das Gitarrensolo kam, hat Lemmy sich mir genähert und mir ins Ohr gerufen: „Du hast geschummelt. Du hattest einen Spickzettel!“ (lacht)

Zum Abschluss würde ich dich noch gern fragen, wie es mit deinem Schokoladengeschäft steht?
Bobby: …?! Ah ja! Natürlich. Immer noch ha, ha, ha…. Das Hauptgeschäft im Laden führt meine Frau, sie versucht mich natürlich so weit wie möglich vom Laden fernzuhalten, da ich selbst nie besonderes Talent hatte, was den wirtschaftlichen Instinkt betrifft. Meine Frau sagt, ich benutze zu vulgäre Sprache, um Kunden zu bedienen, daher hat sie ein sehr nettes Mädchen eingestellt, das in unserem Laden verkauft. Ich selbst kümmere mich bei der ganzen Sache hauptsächlich um die „unsichtbaren“ Segmente des Geschäfts. Meistens geht es dabei um die notwendige Bürokratie, ich kümmere mich auch um die Werbung. Manchmal, wenn das Mädchen nicht verfügbar ist und überhaupt niemand sonst da ist, der sie ersetzt und im Laden verkauft, stehe ich natürlich auch selbst hinter dem Tresen. Oft kommt es vor, dass dann jemand mit einem Overkill-T-Shirt in den Laden kommt und wenn wir uns begegnen, hebt er die Hand in die Luft und zeigt mit der Handfläche die „Hörner“. Dann kauft er bei mir Schokolade und das alles amüsiert mich ungemein.

Hast du zum Abschluss noch irgendeine Botschaft für unsere Leser?
Bobby: Achtet auf unser neues Album „The Electric Age“, auf Overkill und auf unsere Tour durch Europa diesen September! Ich hoffe, wir sehen uns!

Danke für deine Zeit, Bobby, und alles Gute auf deinem Weg!
Bobby:  Es war mir ein Vergnügen. Danke auch dir.

Interview geführt, übersetzt und redigiert von: Aleš Podbrežnik
moralische Unterstützung: Urban Bolta
erstes Foto (von links nach rechts) vom Auftritt Overkill, am 28.11.2007 (München, Zenith Halle, Deutschland): Aleš Podbrežnik
zweites und drittes Foto (von links nach rechts) vom Auftritt Overkill, am 12.03.2011 (Brünn, Klub Fléda, Tschechische Republik): Urban Bolta

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