On The Rocks
Autor: Aleš Podbrežnik
Künstler: Deck Janiels
Label: Eigenveröffentlichung
Erscheinungsjahr: 2013
Laufzeit: 33:46
Wertung: 4/5
Deck Janiels sind slowenische Rock-’n‘-Roll-Revitalisten mit Heimat in Kamnik! Die Band, die seit 2008 aktiv ist, hat in der Zeit bis heute kein besonderes Aufsehen erregt und ihr musikalisches Schaffen auch nicht an die große Glocke gehängt. Dennoch hat sie bei gelegentlichen Konzertauftritten fleißig an eigenem Originalmaterial gefeilt. Die Reifung der Gruppe bestätigten auch die Auftritte, die mit dem schrittweisen Sammeln von Kilometern, Wissen und Erfahrung immer souveräner, kompakter und glaubwürdiger wirkten.
So kam der feierliche Moment der Veröffentlichung des Studiodebüts »On The Rocks«. Eine frech kokettierende Blondine, serviert auf einem Glas, das bis zum Rand mit schottischem Whiskey gefüllt ist. Wie es der einleitende Teil dieser Rezension bereits andeutet und das Wortspiel des Gruppennamens, der von der berühmten Spirituosenmarke abstammt, nahelegt, sind Deck Janiels potent aufgestachelte Rock-’n‘-Roll-Halunken, die Gitarrenphrasen nach dem Vorbild der heißblütigsten und authentischsten Freuden des Badass-Moments der goldenen Zeiten elementarer Bands wie AC/DC, Motörhead, Rose Tattoo dreschen – und das Ganze hat auch eine Prise Boogie-Blues-Schärfe aus Chicago, weshalb beim Hören von »On The Rocks« auch ZZ Top-Fans die Ohren spitzen werden.
Die Jungs erfinden keine musikalische Revolution, aber es ist klar, dass sie in ihrer Authentizität knackig überzeugend vorgehen – und das reicht! Dazu gelingt es ihnen, mit Gitarrenphrasen gefällig zwischen bereits erprobten und gehörten Gitarrenfiguren der Künstler zu slalomen, die Deck Janiels als kreative Inspiration dienen. Der Gesang von Tine Žnidaršič strahlt eine echte Mischung aus Arroganz, »badass«-Provokation und Macho-Gehabe aus – kurzum alles, was es braucht, damit gesunder Rock ’n‘ Roll »greift« und mit unaufhaltsamer Wucht seinem Auftrag folgt! Der Song The One And Only bestätigt eine fast verblüffende stimmliche Ähnlichkeit mit dem eisernen Kanzler Lemmy Kilmister. Eine wirkungsvoll zündende Implantation der ultimativen vokalen Motörhead-Gravur in einen der Tracks, der die dynamische Entwicklung des Geschehens nicht „zum Einsturz bringt“, sondern diese im Gegenteil höchst effektiv aufrechthält.
Die Band hat das Album selbst produziert. Und die Arbeit mit Auszeichnung gemeistert. Das Album behält seine aufgekratzte Lebendigkeit und das dynamische Geflecht seiner Bausteine. Der autoritäre Gesang ist klar herausgestellt, und seine Rauheit, durch die man unschwer Alkoholdämpfe riecht, befruchtet überzeugend das in jeder Hinsicht glaubwürdig borstige Riff-Dickicht der Gitarren. Die Riffs sind in der Produktion angenehm fett aufgetragen, der Bass pulsiert klar und deutlich. Angesichts des Risikos, das man aufgrund finanzieller Beschränkungen eingeht, haben sich Deck Janiels diesmal in ihrem Glücksspiel mit dem Sound sehr gut geschlagen.
Ein ausgezeichnetes Studiodebüt einer Band, die alle Hürden finanzieller Beschränkungen mit viel Herzblut und dem Glauben an die musikalische Mission der einzigartigen Ausdruckskraft des Rock ’n‘ Roll überwindet. Deck Janiels beweisen mit »on The Rocks«, dass es sich um eine Band von Musikern handelt, die aus dem richtigen Holz geschnitzt sind, die wissen, was sie wollen, und das dem Hörer so überzeugend wie möglich zu liefern verstehen. Mit einem ungezähmten Sturm voller schwer beladener Rocker-Eier. Die Retro-Rock-’n‘-Roll-Revisoren Deck Janiels sind eine Band, die mit dem Produkt »On The Rocks« in diesem Moment die Genre-Lücke im slowenischen Musikraum effektiv füllt.
Besetzung
Tine Žnidaršič – Gesang
Mitja Groznik – Gitarre
Gregor Vrtnik – Gitarre
Tomaž Paternoster – Bassgitarre
Jan Merčon – Schlagzeug
Produktion
Deck Janiels
Trackliste
1. Road Rage
2. Last Days Of Paradise
3. The One And Only
4. Dirty Honey
5. Mom Boucher
6. Jack N‘ Beer
7. She
8. On My Mind
9. Where Will You Go?
10. Rock The Ground