Mob Rules : Beast Reborn

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Label: Steamhammer / SPV Records
Erscheinungsdatum: 24.08.2018
Produktion: Mob Rules
Albumlänge: 57.28 min
Genre: Power Metal


Mob Rules sind deutsche Power-Metaller, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bandjubiläum und den zwanzigsten Jahrestag ihres Debüts »Savage Land« (1999) feiern. Ende letzten Augusts erschien ihr neues und insgesamt neuntes Studioalbum »Beast Reborn«.

Einen treffenderen Albumtitel hätte es kaum geben können. Vor einiger Zeit hat die Band ihre Besetzung aufgefrischt, und das vorherige Studioalbum »Tales From Beyond« gilt als eines der interessanteren Werke ihrer Diskografie — mit der sich Mob Rules zwar schnell in die Riege der Power-Metal-Revival-Bands der zweiten Hälfte der Neunziger eingereiht haben, nur dass sie mit ihrem Debüt den ersten Zug um ein Haar verpasst haben und daher bis heute nie so richtig auf der Szene Fuß fassen konnten wie einige ihrer Zeitgenossen von damals (HammerFall, Primal Fear, Rhapsody, Stratovarius). Die Band integrierte 2016 einen weiteren Gitarristen in ihre Reihen und agiert seitdem als Sextett. Der erfahrene und schlicht brillante Sven Lüdke bleibt auch auf der neuen Platte der Haupt-Gitarrensolist — die Scheibe steckt voller charismatischer und entschlossener Riffs mit genau der richtigen Dosis an Wucht und Eingängigkeit — und bekommt beim Halten des Rhythmus von nun an Unterstützung durch den neu hinzugestoßenen Sönke Janssen.

»Beast Reborn« hat eine ordentliche Spielzeit — ambitionierte 58 Minuten. Inklusive Intro sind es elf Tracks auf dem Album. Einige arrangementmäßig deutlich ausgedehnte Kompositionen (Travellers In Time, Revanent Of the Sea oder War Of Curents) entwickeln sich nach dem Vorbild kleiner Power-Metal-Suiten. Das zeugt von großer Reife der Band, aber auch von einer neuen kreativen Frische und dem Schwung, den Mob Rules wiedergefunden haben.

Eine gute Anzahl der Kompositionen trägt diesmal außerordentlich mutige und gelungene Refrain-Melodien, die atmosphärische Höhepunkte innerhalb der Songs erzeugen und besonders bombastisch und packend funktionieren (das ist schließlich das Wesen einer guten Power-Metal-Komposition). Oldschool-Power-Metal pur. Klaus Dirks bleibt das einzige originale Bandmitglied und bestätigt mit seiner Performance auf dem neuen Album einmal mehr, dass er ein außerordentlich guter Sänger ist, der seine stimmlichen Qualitäten auch durch seine ausgeprägte Begeisterung für Person und Werk Ronnie James Dios weiterentwickelt und verfeinert hat. An Explosivität und Autorität mangelt es diesem so hochmelodischen und eingängigen Gesang wahrlich nicht.

Angesichts der Tatsache, dass die Power-Metal-Szene heute etwas vernachlässigt ist und neue Generationen von Fans nur noch dann darauf abfahren, wenn auf der Bühne gleichzeitig Kitsch und Glitter der üblichen „Altschul-Imitatoren“ (Powerwolf, Sabaton, …) aufgefahren wird — oder wenn es in die extremeren Metal-Gefilde geht, die Gegrunze statt Gesang verlangen — sind Mob Rules mit dem hervorragenden neuen Album »Beast Reborn« einer der wenigen Vertreter der Power-Metal-Bands der ersten Generation, die in ihrer grundlegenden, (schulbuchhaft) bekenntnishaften Form des versteinerten Euro-Power-Metals beharrlich und trotzig weitermachen. Dabei bestätigen sie, dass sie ihre Stärken bis auf das Maximum geschliffen haben, und zeigen mit dem neuen Album nicht nur große Leidenschaft und Hingabe ans Genre, sondern vermitteln auch die Erkenntnis, dass es sich um eine der konsistentesten und qualitätsvollsten Power-Metal-Bands der ersten Generation handelt — von der man hoffen darf, dass sie sich in der neuen Zeit mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung auf der allgemeinen Metal-Szene erarbeitet. Das ist schließlich das Mindeste, was sie für ihre Beharrlichkeit auch verdienen.

Autor: Aleš Podbrežnik
Wertung: 8.5 / 10


Trackliste:
1. Beast Reborn
2. Ghost Of A Chance
3. Shores Ahead
4. Sinister Light
5. Traveller In Time
6. Children’s Crusade
7. War Of Currents
8. The Explorer
9. Revenant Of The Sea
10. Way Back Home
11. My Sobriety Mind (For Those Who Left)

Besetzung:
Klaus Dirks – Gesang
Sven Lüdke – Gitarre
Sönke Janssen – Gitarre
Jan Christian Halfbrodt – Keyboards
Markus Brinkmann – Bass
Nikolas Fritz – Schlagzeug

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