Loverly

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Izvajalec: Wilson, Cassandra
Založba: Blue Note Records
Izid: 2008

Cassandra Wilson ist eine bekannte amerikanische Vokalistin, die seit fast drei Jahrzehnten auf der internationalen Musikbühne aktiv ist, und es ist kein Wunder, dass sie sich in dieser Zeit zu einer der angesehensten Sängerinnen der USA entwickelt hat, denn ihr spezifischer Soul-Gesang ist ein echter Balsam für die Ohren. In ihrer Karriere hat sie unter anderem mit Steve Coleman und anderen großen Jazzgrößen zusammengearbeitet (darunter auch einige Mitglieder von Charlie Parkers Begleitband).

Zu Beginn ihrer Karriere war Frau Wilson vor allem als außergewöhnliche Interpretin der Werke anderer Musiker bekannt, doch auf Anraten von Steve Coleman begann sie auch eigene Kompositionen zu schreiben. Mit eigenem Material erntete sie ebenso viel Lob wie zuvor mit fremden Stücken und baute sich eine schöne Karriere auf.

Die Musik von Cassandra Wilson kenne ich nicht besonders gut, aber das, was auf dem Album Loverly zu hören ist, ist nicht übermäßig besonders. Es handelt sich um typischen Blue Note/EMI-Jazz, der alle Standards einhält und sich nie außerhalb der Grenzen des „Normalen“ bewegt. Offensichtlich scheuen viele Jazzmusiker (besonders jene bei Blue Note) das Risiko, eine etwas modernere Variante des Jazz zu spielen, und blicken lieber nostalgisch fünfzig Jahre zurück. Gut, dass die sich ständig wiederholenden ermüdenden Jazzmomente gelegentlich vom Blues unterbrochen werden, der dem Ganzen doch etwas Abwechslung verleiht. Ich selbst bin kein großer Blues-Fan, aber hier erscheint er wie eine wahre Erlösung vom eintönigen Jazzgetrommel.

Cassandra soll in der Vergangenheit auch in einigen avantgardistischer gefärbten Jazzprojekten mitgewirkt haben, davon ist hier jedoch nicht eine Sekunde lang etwas zu spüren. Sie verlässt sich ausschließlich auf traditionellen, chansonhaft ausgerichteten Jazz „nach Vorschrift“. Kein einziger Moment des Risikos, kein Ausflug in aufregendere Gewässer. Gut, dass sie über einen so guten und ausdrucksstarken Soul-Gesang verfügt, der sie oft davor rettet, dass das Ganze noch schlechter wirkt.

Wie für Jazz typisch, ist das Album erstklassig gespielt. In dieser Hinsicht habe ich überhaupt keine negativen Anmerkungen. Die Probleme beginnen, wenn man zu den Kompositionen selbst kommt, die leider alles andere als originell sind. Statt eines frischen Winds bekommt man aufgewärmte Suppe, die man in dieser Woche schon zehnmal essen musste. Diese Musik ist durchgekaut, verdaut und hundertfach gehört. Guten Appetit.

Zasedba

Cassandra Wilson – vokal
Jason Moran – klavir (1-6, 8-10, 12)
Marvin Sewell – kitara (1-10, 12)
Lonnie Plaxico – kontrabas (1-6, 8-10, 12)
Reginald Veal – kontrabas (11)
Herlin Riley – bobni (1-6, 8-10, 12)
Lekan Babalola – tolkala (1, 2, 4-6, 8-10)
Rhonda Richmond – spremljevalni vokal (8)
Nicholas Payton – trobenta (1)

Produkcija

Cassandra Wilson

Seznam skladb

1. Lover Come Back To Me
2. Black Orpheus
3. Wouldn’t It Be Loverly
4. Gone With The Wind
5. Caravan
6. ‚Til There Was You
7. Spring Can Really Hang You Up The Most
8. Arere
9. St. James Infirmary
10. Dust My Broom
11. The Very Thought Of You
12. A Sleepin‘ Bee

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