LOS LOBOS mit neuem Album

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Autor: Jernej Vene

Das neue Album der Rockband Los Lobos ist an diesem Punkt ihrer ruhmreichen Karriere wirklich ein lang erwartetes Ereignis. Seit 1973, als sie noch als Los Lobos Del Este Los Angeles angefangen haben, sind sie zu angesehenen Musikern gereift, die immer auf der Suche nach neuen Themen sind, die ein Abbild der heutigen Zeit zeichnen.
 
Mit einer Musik, die auf Blues, Rockabilly, Jazz, Latin und ihrem mexikanisch-amerikanischen Erbe fußt, haben Los Lobos ihre Fans nie mit Politik und Tagesgeschehen genervt. Stattdessen fordern sie sie ganz unauffällig heraus – mit Songs, die das Bewusstsein schärfen, und mit Texten, die provozieren und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Ihr jüngstes Werk ‚The Town and The City‘ macht genau das!
 
„Als Künstler nehmen wir unsere Erfahrungen und übersetzen sie in Bilder, Geschichten und Songs,“ sagt Louie Perez, Multiinstrumentalist bei Los Lobos und Haupttexter dieses Albums, „Gerade jetzt, wo sich die Welt in einem unglaublichen Wandel befindet, ist es unmöglich, dass diese Erfahrungen nicht in deine Arbeit einfließen.“
 
Das epische ‚The Town and The City‘ wird aus der Ich-Perspektive erzählt und gedeutet, und jeder Song serviert eine episodische Etappe auf einer Reise, die einerseits aufwühlend, andererseits aber auch gemütlich und nostalgisch ist. Die meisten der dreizehn Songs stammen sowohl von Perez als auch von David Hidalgo, Cesar Rosas steuerte zwei Songs bei.
 
Das Album eröffnet die todtraurige, emotionale Erzählung ‚The Valley‘, die Reise geht in dunkleren und verzweifelteren Tönen mit ‚Hold On‘ weiter, einem metaphorischen Blues über Prüfungen und Versuchungen, die einen in den Drogen- und Alkoholmissbrauch führen können. ‚The Town and The City‘ wandert die ganze Zeit über emotionale Gipfel und Täler. ‚Chuco’s Cumbia‘ ist so ein leichtfüßiger Dance-Song im Caló, dem englisch-spanischen Slang mexikanischer Händler, ‚Road To Gila Bend‘ ist eine Einwanderer-Ode in Form einer Cowboy-Klage, und eine persönliche, verletzliche Seite blitzt in den Songs ‚If You Were Only Here Tonight‘, ‚Luna‘ und ‚Two Dogs and a Bone‘ auf.
 
Klanglich ist das Album ein echtes Juwel, das die innere Qualität der Songs in strahlenden Ambient-Klängen widerspiegelt. Im Rückblick haben sich Los Lobos von Platte zu Platte weiterentwickelt und einen Sound geschaffen, der Hi-Fi mit Lo-Fi und Akustisches mit Elektrischem verbindet.
 
‚Little Things‘ trägt Einflüsse von Procol Harums ‚A Whiter Shade of Pale‘ in sich, der Text selbst handelt von kleinen, aber wichtigen Momenten im Leben, die oft übersehen werden. Die zentralen Stücke des Albums – ‚The City‘ und ‚The Town‘ – werden als urbane Reflexionen über die Ankunft von Einwanderern serviert – ‚The City‘ zeigt mit seinen Verweisen auf das Glühen der Neonlichter die Mystik des Boulevards und der Elektrizität, die das Leben jener formt, die über seine Gehwege streifen, ‚The Town‘ dagegen ist eine nostalgische Erinnerung an die Heimat, wo auch immer die sein mag, und zugleich das Gegengewicht zum Hier und Jetzt in ‚The City‘.
 
‚Don’t Ask Why‘, ‚No Puedo Más‘ und ‚Free Up‘ runden das Album ab. Jeder Song vermittelt etwas Wichtiges über die geheimnisvolle Reise, die ein neues Leben in einer Gesellschaft aufbaut, die sich stark von der unterscheidet, in der alles begann. Es kann eine Einwanderergeschichte in der Ich-Form sein, die sich täglich an der amerikanisch-mexikanischen Grenze wiederholt, aber mit einer universellen Botschaft über den Kampf zwischen Recht und Unrecht. 
 
Die Musik von Los Lobos ist ein echtes Abenteuer…
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