Live from the Pit
Autor: Aleš Podbrežnik
Interpret: Redemption
Label: Sensory Records
Veröffentlichung: 2014
Laufzeit: 76:55
Wertung: 4.5/5
Redemption haben in diesem September alle Progressive-Metal-Maniacs mit ihrem zweiten offiziell veröffentlichten Konzertdokument erfreut, mit dem sie erneut nach Atlanta zurückkehren – also genau dorthin, wo auch ihr erstes offizielles Konzertdokument aus dem Jahr 2009 entstanden ist, das den Namen »Frozen in Moment – Live in Atlanta« trägt. »Live from the Pit« entstammt dem Auftritt von Redemption beim ProgPower Festival 2012, als die Jungs als Headliner auf der Bühne standen. Die Band hat sich in den Jahren ihres Bestehens weltweit große Sympathien und Respekt erworben – auch dadurch, dass sie als Vorband von Dream Theater aufgetreten ist.
Da die Zukunft der Gruppe aufgrund des Hirnaneurysmas fraglich ist, das Gitarrist Bernie Versailles in diesem Oktober ereilte, ist dieses Dokument umso wertvoller. Die Band veröffentlichte 2011 das Album »This Mortal Coil«, das nach wie vor aktuell ist. Die Setlist konzentriert sich daher auf neuere Songs aus dem beeindruckenden Katalog der bisher fünf veröffentlichten Alben der Gruppe. Ein außerordentlich starkes Konzertdokument, besonders in spielerischer Hinsicht – was angesichts der außergewöhnlichen musikalischen Reife der fünf Talente zu erwarten war –, das aber auch ältere Momente des diskografischen Werks nicht ausspart. So finden sich auf der Setlist auch Songs wie Parker’s Eyes, The Origin of Ruins, The Suffocating Silence, Nocturnal, Walls und Stronger Than Death. Das garantiert, dass das Dokument allen treuen Fans der Band voll auf den Leib geschneidert ist.
In spielerischer Hinsicht gibt es der Besetzung von Redemption nichts vorzuwerfen. Es ist ein außerordentlich ehrliches und herzliches Dokument, bei dem Sänger Ray Adler (Fates Warning) mit seiner unverwechselbaren Stimmfarbe und ganz eigenen Interpretationsweise auf der Bühne sein leidenschaftlich-sinnliches Maximum herausholt, während der Rest des Quintetts ein perfektes Progressive-Metal-Theater auf höchstem Qualitätsniveau abliefert. Auf dem Niveau von Dream Theater und/oder Symphony X. Ohne Ausrutscher, Patzer und Einbrüche. Die hochvibrierende Atmosphäre packt einen durchgehend mit voller Wucht, die Dynamik des Geschehens hält eine außergewöhnliche Konzertintensität aufrecht – von der ersten bis zur letzten Sekunde des Konzerts. Die Band liefert also ihr bühnentechnisches Maximum ab.
Hoffen wir, dass sich Bernie erholt. Er und Van Dyk sind nämlich ein untrennbares Superduo auf der Gitarre, wie man es im (Progressive-)Metal-Universum nicht so leicht findet. Da die Band seit 2011 kein neues Studioalbum veröffentlicht hat, kommt dieses Konzertdokument genau richtig, denn es überbrückt ein längeres kompositorisches Schweigen der Gruppe. Gleichzeitig muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass Bernies Rückkehr fraglich ist – und so könnte »Live from the Pit« durchaus das letzte offiziell veröffentlichte Dokument sein, auf dem dieser großartige Gitarrist zu hören ist, seines Zeichens Mitglied unserer alten Bekannten, der altgedienten amerikanischen Speed-Metaller Agent Steel, die in den Jahren 2000 und 2004 gleich zweimal die slowenische Hauptstadt besuchten. Drücken wir Redemption die Daumen und hoffen, dass wir in absehbarer Zeit das nächste Studioalbum der Band in den Händen halten. Bis dahin – genießt das außergewöhnliche »Live from The Pit«.
Besetzung
Ray Alder – Gesang
Nick van Dyk- Gitarre
Bernie Versailles – Gitarre
Sean Andrews – Bassgitarre
Chris Quirarte – Schlagzeug
GASTMUSIKER:
Andy Paredes – Keyboards, Programmierung
Produktion
Nick van Dyk
Trackliste
01. Intro/Threads
02. The Suffocating Silence
03. Dreams From The Pit
04. Parker’s Eyes
05. Fall On You
06. Noonday Devil
07. Nocturnal
08. Stronger Than Death
09. The Origins Of Ruin
10. Black And White World
11. The Death Of Faith And Reason
12. Walls