L’essentiel

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Interpret: Cocker, Joe
Label: EMI Records
Veröffentlichung: 2007
Bewertung: 3.5/5

Der charismatische alte Rock-Recke Joe Cocker, ein Mann, dessen einzigartig krächzende Stimme Mutter Erde schon seit den späten Sechzigern „das Fürchten lehrt“, gilt ganz sicher als einer der besten Sänger der Rock- und Soulmusik. Mit seinem Markenzeichen, der Stimme, hat er sich in seiner langen Karriere, gespickt mit jeder Menge hervorragend umgesetzter Coverversionen verschiedenster Autoren, ein treues Publikum erspielt, das ihm nach all den Jahren immer noch ergeben folgt. Kein Wunder, denn Cocker hat genau das, was Durchschnittsmusiker von Legenden trennt: Mit seinem einzigartigen Ansatz hat er schon so oft durchgekaute Evergreens ordentlich durchgelüftet und ihnen vor allem dank seiner unnachahmlichen Stimme frischen Wind verpasst. Mit Songs wie Unchain My Hearth und Now That The Magic Has Gone hat er sich damit für immer in unser Herz geschrieben.

Woran es bei Joe Cocker garantiert nicht mangelt, sind Sammlungen seiner größten Hits. In den letzten zwanzig Jahren sind davon schon so viele zusammengekommen, dass einem beim Erscheinen der vorliegenden L’essentiel ehrlich gesagt das Lachen kommt. Böse Zungen hätten dazu sicher einiges zu sagen. Wie auch immer: Genau wie alle ihre Vorgängerinnen serviert auch L’essentiel die üblichen Perlen aus Cockers Karriere, wobei vor allem seine älteren Fans zu kurz kommen, die vergeblich nach seinen frühen Werken suchen werden. Cocker setzt, wie viele Künstler, deren Karriere sich in mehrere stilistisch unterschiedlich gefärbte Phasen teilt, auf die spätere Phase, die einem breiteren Publikum vertrauter ist. Wie gewohnt erleben wir ihn wieder beim Hin- und Herspringen von der erotischen Stimmung in Ray Charles‘ You Can Leave Your Hat On zur Romantik von When The Night Comes, und auch emotional aufgeladene Nummern wie Don’t You Love Me Anymore oder Sorry Seems To Be The Hardest Word dürfen nicht fehlen.

Wie es sich gehört, ist keine „Best Of“-Compilation von Joe Cocker komplett ohne die phänomenale Live-Version von With A Little Help From My Friends von Lennon und McCartney, ohne die L’essentiel bei einem so breiten Repertoire an Hits des Künstlers vermutlich aber auch hätte überleben können. Spätestens wenn dann auch noch Eltons Don’t Let The Sun Go Down On Me auftaucht, wird uns langsam klar, dass hier ein völlig vorhersehbares Produkt vor uns liegt, auf das selbst der eingefleischteste Cocker-Fan verzichten kann. Alle glühenden Joe-Cocker-Anhänger werden so manche seiner legendären Nummern vermissen, ohne die diese Compilation leider im Durchschnitt all der bisherigen ähnlichen Veröffentlichungen zu seiner abwechslungsreichen Karriere versandet. Trotz allem steht L’essentiel aber als schöner Querschnitt durch Cockers Vermächtnis da und taugt damit bestens als Einstiegspunkt für alle Neulinge, die wissen wollen, warum um den alten Herrn so viel Staub aufgewirbelt wird.

Besetzung

Joe Cocker – Gesang
Phil Grande – Gitarre
Dann Huff – Gitarre
Michael Baird – Schlagzeug
Michael Boddicker – Keyboards
Arthur Barrow – Bass
Bob Wray – Bass
Mel Collins – Saxofon

Produktion

Joe Cocker

Tracklist

1.Unchain My Heart
2.You Can Leave Your Hat On
3.When The Night Comes
4.Up Where We Belong
5.Now That The Magic Has Gone
6.Don’t You Love Me Anymore
7.I Can Hear The River
8.Sorry Seems To Be The Hardest Word
9.Shelter Me
10.Feels Like Forever
11.Night Calls
12.Don’t Let The Sun Go Down On Me
13.Now That You’re Gone
14.Civilezed Man
15.When A Woman Cries
16.With A Little Help From My Friends (live)

Spielzeit: 73.50

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