La Bamba, Tequila und Tito & Tarantula! (2008)

0 6

Ort: Klub MC Pekarna, Maribor, Slowenien
Konzertdatum: 05.11.2008
Besucherzahl: 150
Kartenpreis: 17 € im Vorverkauf, 20 € am Konzerttag

Endlose Wüsten, brennende Sonne, Kakteen und Tequila. Das ist Texas. Der Staat, aus dem auch Tito & Tarantula stammen, die sich derzeit auf Promo-Tour für ihr letztes Album „Back Into The Darkness“ befinden. Nach einigen weniger geglückten Vorgängeralben sieht es für diese neueste Platte heller aus – was auch das treue Publikum bei ihren Konzerten beweist. Am Donnerstag, den 6. November, war das im Mariborer Klub MC Pekarna nicht anders.

Der Auftritt von Filmstar Tito Larriva (Gesang, Gitarre) – bekannt aus „Desperado“ und „From Dusk Till Dawn“ – und seinen Tarantulas Steven Hufsteter (Gitarre), Alfred Ortiz (Schlagzeug) und Caroline „Lucy LaLoca“ Rippy (Bass) verschob sich um ganze fünfundvierzig Minuten gegenüber der angekündigten zweiundzwanzig Uhr, doch das störte niemanden. Die rund hundertfünfzig Köpfe zählende Meute nippte an ihren Bieren und plauderte im Halbdunkel über alles Mögliche – nur nicht über Musik. Alltagskram und Tratsch mussten durchgekaut werden. Und obwohl man das eigentlich dem zarteren Geschlecht zuschreibt, sind die Männer da kein bisschen anders. Trotzdem zeigte das Publikum sofort, was es draufhat. Mit lautem Applaus und (aufmunternden) Pfiffen begrüßten sie die Dame und die Herren auf der Bühne, die zum Auftakt gleich etwas brandfrisches zündeten. „In My Car“ stammt von ihrem letzten Studiowerk „Back Into The Darkness“ (2008), dem die Tour auch gewidmet ist. Titos Erscheinung und seine raue Stimme erinnern haargenau an den legendären Lemmy Kilmister, den Hauptmotor der Motörheads. Der einzige Unterschied: Tito hält sich körperlich etwas besser als Lemmy. Trotzdem – Rock’n’Roll verzeiht offenbar niemandem. Es folgte „Strange Face Of Love“, das alle aus dem besagten Film „From Dusk Till Dawn“ von Regisseur Robert Rodriguez und Drehbuchautor Quentin Tarantino kennen. Falls euch der Song nicht einfällt – denkt an die Szene, in der Salma Hayek mit einer Schlange einen erotischen Tanz aufführt. Wer mit den Gedanken abgedriftet war, wurde spätestens bei „Clumsy Beautiful World“ wieder geerdet. Der Titel stammt vom 1999 erschienenen zweiten Studioalbum „Hungry Sally & Other Killer Lullabies“, das im Vergleich zum erfolgreichen Debütalbum „Tarantism“ (1997) eine echte Enttäuschung war. Trotzdem kam das beim Publikum an. Etwas weniger mitgerissen fühlten sich die Anwesenden bei „Dust And Ashes“ und „Monsters“, beide vom neuesten Studioalbum. Einer der Gründe dafür ist wohl, dass Tito & Tarantula kein kommerzielles Ding sind. Das änderte sich schlagartig bei „Crime And Shame“ (Little Bitch, 2000), auch wenn dieses Album ebenfalls keinen überwältigenden Erfolg hatte. Mit überwältigendem Erfolg kann sich auch das 2002 erschienene „Andalucia“ nicht rühmen – und doch lässt „La Flor De Mal“ den Boden unter den Füßen beben. Nicht weniger tut das „Motorcycle Girl“. Dann folgte ein Reigen der Neuesten: „Preety Wasted“, „Murder, Money“ und „Machete“ erwiesen sich als die applausträchtigsten Nummern vom neuen Album. Ohne großes Gerede legten Tito & Tarantula noch zwei weitere Songs aus „From Dusk Till Dawn“ nach. Das waren „After Dark“ und „Angry Cockroaches“, aufgepeppt durch „Torn To Pieces“, „End Of Everything“ und „Effortless“. Der erste und der letzte Song sind echte Perlen auf „Andalucia“, und auch „End Of Everything“ von „Back Into The Darkness“ erwies sich als mehr als ausgezeichnet.

Es folgte eine kurze Pause, doch die Meister des mexikanischen Experimental-Rock kehrten vorzeitig mit „Hombre Secreto“ auf die Bühne zurück. Das Publikum, dem beim Rufen von „Tito, Tito, Tito“ die Kräfte ausgegangen waren, wurde mit „Come Out Clean“ wieder auf Betriebstemperatur gebracht – von „La Bamba“ ganz zu schweigen. Dem Evergreen verliehen Titos raue Stimme und die mexikanische Melodie eine ganz besondere Note. Obwohl es schon weit nach Mitternacht war, hatte die versammelte Meute einfach noch nicht genug. Tito & Tarantula gönnten sich noch eine kurze Pause und zündeten zum Abschluss noch „This House“ und „Anarchia“. Den Abend beendeten sie mit dem grandiosen Rausschmeißer „Pistolero“, den sie mit „Forever Forgotten“ vermischten. Noch eine Verbeugung – und bis zum nächsten Mal …

 
Text: Lea Lesar
Fotos: Aleksander O.
 

Setliste

1. In My Car
2. Strange Face Of Love
3. Clumsy Beautiful World
4. Dust And Ashes
5. Monsters
6. Crime And Shame
7. Flor De Mal
8. Motorcycle Girl
9. Preety Wasted
10. Murder
11. Machete
12. After Dark
13. Torn To Pieces
14. End Of Everything
15. Effortless
16. Angry Cockroaches
—– Zugabe —–
17. Hombre Secreto
18. Come Out Clean
19. La Bamba
—– Zugabe —–
20. This House
21. Anarchia
22. Pistolero / Forever Forgotten

Bildergalerie

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies