Kiske

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Künstler: Kiske, Michael
Label: Frontiers Records
Release: 2006
Wertung: 1/5

Der Mann, der als Mitbegründer der Heavy-Metal-Musik gilt, die prägenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des Metal auf europäischem Boden und auf die Entwicklung jenes Zweigs insgesamt hatte, der mit dem Wort „Power“ oder symphonischem „Power“ gekennzeichnet ist, darf sich rühmen, Besitzer einer Stimme zu sein, die – klar und deutlich gesagt – eine der idealsten für beide genannten Genres ist, angefangen bei der Post-„Walls Of Jericho“-Ära mit den ursprünglichen Wurzeln bei Helloween.

Der heutige Michael Kiske predigt in seinen Statements schon seit einiger Zeit gern, dass Metal nie Teil seiner Persönlichkeit gewesen sei und dass nur seine Soloalben tatsächlich die wahre Reflexion seiner Persönlichkeit seien. Alles wäre „cool“, wenn… na ja, die Fortsetzung zu erraten dürfte nicht schwerfallen.

Was er im Metal gemacht hat, ist das Einzige, was zählt, sei es Helloween oder seien es Projekte (z. B. Avantasia, Place Vendome), während man das von den Soloalben keineswegs sagen kann. Das gilt auch für sein aktuelles Album „Kiske“. Michael hält sich an die vorhersehbare Schablone des weichen Rocks, besser gesagt des zuckersüßen Pop-Rocks. Schon beim ersten Takt weißt du, welchen Akkord und welche Note er im weiteren Verlauf jedes Songs anschlagen wird. Die ganze Platte lässt sich eigentlich sofort, ohne jegliche Mühe oder unnötige Verschwendung mentaler Energie, trivial vom Blatt lesen. Es ist nicht mal wichtig, einzelne Songs besonders hervorzuheben und sie groß zu ranken – „der ist so“, „der da ist wieder so“, usw… Alles ist irgendwie auf derselben Wellenlänge mit einem „Beat“ im mittleren Tempo heruntergeklimpert. Kiske natürlich im Zentrum der Produktion, die Riffs, falls es sie überhaupt irgendwo gibt, weit, weit im Hintergrund. Überdeckt werden sie außerdem von einem teils geradezu übertriebenen Einsatz der Akustikgitarre. „Kiske“ soll Michaels persönlichstes Bekenntnisalbum bisher sein. Mit ihm soll er sich selbst wiedergefunden haben. Ich freue mich auf jeden Fall für ihn, dass ihm das passiert ist, Hauptsache, der Junge ist glücklich und erleuchtet. Musikalisch ist das Album „Kiske“ aber nun mal eine komplette Kastration. Kiske bietet Musik auf dem Niveau von Zehnjährigen, die „Bravo“ lesen und aus dem besagten Magazin produzierte Pop-Ikonen ausschneiden, wobei in erster Linie die körperliche Attraktivität der Künstler zählt und viel weniger das Niveau der musikalischen Qualität, die diese bieten. Vielleicht will Michael ja auf die „Bravo“-Titelseiten kommen.

Kurzum: La-la-la und Hopsasa-Geschrammel über ca. 45 Minuten sind auf dem Album „Kiske“ mehr als genug. Ihr, die ihr Tiefe und Weite sucht, die dich umarmt und magnetisch sofort unwiderruflich in ihren Bann zieht wie Liebe auf den ersten Blick, macht in weitem Bogen einen Umweg um dieses sehr, sehr traurige Erzeugnis, das nur wegen der großen Taten von Michael Kiske in der Vergangenheit bei der Band Helloween in dieses Review genommen wurde. Kiske hat mit dem neuen Soloalbum noch einmal bewiesen, dass er ein arg schlechter Komponist ist beziehungsweise ein Meister jenes Gemütszustands, den wir als Langeweile kennen. Was er an Gutem abgeliefert hat, haben ihm andere geschrieben. Zuletzt im vergangenen November, als seine Stimme im melodischen „Hard Rock Heavy“-Projekt Place Vendome unverkennbar epische Größe und Pomp versprühte. Mit dieser Tatsache will sich der Sturkopf partout nicht abfinden.. Wenn du zum Beispiel das legendäre Helloween-Album „Keeper Of The Seven Keys pt. I“ hörst und dir danach das Album „Kiske“ auflegst, kannst du schlicht nicht glauben, dass auf beiden Platten dieselbe Stimme singt. Angesichts des Niveaus der Musik, die Micael Kiske mit dem neuen Album bietet, könnte er sich ohne langes Zögern einen neuen Künstlernamen aussuchen und Alben unter dem Namen „Karli“, „Rudi“, „Pepi“,… veröffentlichen. Es ist also ein Schuss ins Leere, der verzweifelt voller Leere ist und zugleich, was den Zuckergehalt angeht, lebensgefährlich.

Besetzung

Michael Kiske – Gesang, Gitarre, Keyboards
Sandro Giampietro – Gitarre
Fontaine Burnett – Bass
Karsten Nagel – Schlagzeug

Produktion

Michael Kiske

Tracklist

1. Fed By Stones
2. All-Solutions
3. Knew I Would
4. Kings-Fall
5. Hearts Are Free
6. The King Of It All
7. Sing My Song
8. Silently Craving
9. Truly
10. Painted
11. Sad As The World

Spielzeit: 46:32

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