J. J. Cale hat uns verlassen
Autor: Jernej Vene
J. J. Cale starb an einem Herzinfarkt im Scripps-Krankenhaus in La Jolla, Kalifornien. Er wurde 74 Jahre alt. John Weldon Cale war wohl einer der innovativsten Gitarristen aller Zeiten. In den Siebzigern veröffentlichte er einige phänomenale Alben, auf denen er einen äußerst raffinierten und leichtfüßigen Sound definierte, der gleichzeitig anspruchsvoll und betörend war. Vor allem führte er eine Fingerpicking-Technik ein, die sowohl dem amerikanischen Blues als auch dem Country verpflichtet war – Cale übertrug sie auf seine ganz eigene Art in den Singer-Songwriter-Rock. Und hier beginnt die Geschichte eigentlich erst richtig. J.J. Cale wäre wie die meisten ähnlichen und wahren Innovatoren fast mit Sicherheit in der Anonymität geblieben, hätte Eric Clapton auf seinen frühen Solo-Alben nicht zwei seiner Schlüsselsongs gecovert, nämlich Cocaine und After Midnight. Es erübrigt sich zu betonen, dass dies wohl die entscheidenden Hits waren, durch die Clapton zum Gott feiner, gefühlvoller und zärtlicher Gitarren-Sentiments wurde. Während Clapton Mr. Slowhand wurde und später auch Grammys abräumte, reiste Cale in seinem Wohnwagen durch die Gegend, entdeckte die Reize wilder amerikanischer Flüsse und versuchte, den kapitalen Fisch zu angeln. Die Produzenten mussten ihn für jedes neue Album, das er ihnen schuldete, buchstäblich durch die amerikanische Wildnis jagen. J. J. – danke für alles!