„Into Darkness“ (2012)
Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Nina Grad
Ort: Wien / Arena / Österreich
Konzertdatum: 16.11.2012
Besucherzahl: 1000
Kartenpreis: 35,90€
»Into Darkness« – eine Tour mit einem Fünfer-Paket aus Bands ist eines der typischen, taktisch durchkalkulierten Konzertangebote, die jährlich um unseren Globus kreisen. Das Bündeln von Kräften zwischen Bands, die von einem Zielpublikum mit spezifischem Geschmack verfolgt werden, ist heutzutage fast schon selbstverständlich. Genre-Unterschiede innerhalb so einer Phalanx von Bands sind gut, dürfen aber nicht zu groß sein. Sie dürfen spürbar sein, müssen aber überbrückbar und verträglich bleiben, damit die Zielglaubwürdigkeit jeder solchen Tour – unter dem Vorzeichen »kleines wanderndes Festival« – gewahrt bleibt. Der Konzertbesucher kratzt trotzdem das Geld für die Eintrittskarte zusammen, um in so einer Runde aus vier oder fünf Bands Zeuge des Auftritts der Band zu werden, für die er in erster Linie seine dreißig oder vierzig (nicht mehr) »kleinen Münzen« hingeblättert hat.
So brachte die »Into Darkness«-Tour die schwedischen melodischen Metal-Industrialisten Pain, die leidenschaftlichen portugiesischen experimentellen Black-Metal-Größen Moonspell, die immer auffälligeren finnischen Doom-Death-Metaller Swallow The Sun, die schwedischen Doom-Metal-Rückkehrer Lake Of Tears und das neue Versprechen des Doom Metals, die griechischen Scar Of The Sun, zusammen.
SCAR OF THE SUN:
Um Viertel vor sieben öffnet sich das Spektakel am späten Nachmittag! Auf der Bühne stehen die Griechen Scar Of The Sun. Der große Saal der Wiener Arena (für alle, die noch nie da waren: Die Arena ist so eine Art »aufgepeppte« Ableitung der Ljubljaner Metelkova) ist fast gespenstisch leer; ein paar weit entfernte Beobachter vertreiben sich die Zeit mit Bier in der Hand in sicherer Distanz zur Bühne, während die anderen die Konstruktion der Zapftheken in unmittelbarer Nähe weiterhin lieber belagern. Scar Of The Sun haben in einer halben Stunde ihr Studiodebüt »A Series Of Unfortunate Concurrencies« vorgestellt, das Ende Mai letztes Jahr erschienen ist. Ohne großes Tamtam, mit ziemlich viel Generik in den Gitarrenphrasen und Melodien, griffen Scar Of The Sun in ihrem Repertoire unter anderem zu den Songs Disposable, Gravity, Burn The Memory und beendeten den Auftritt mit I Lost. Das Gothic-Element ist kaum zu spüren, oder es drückt sich reichlich unüberzeugend aus – auf Kosten der Melodien, die sogar mit einem »Power-Metal-Riff« unterfüttert sein können. Es ist trotzdem »Doom«-Metal, aber mit weniger geglückter Platzierung des »Düsteren«; seinen Tribut forderte auch die schwache Soundkulisse, die die Unkenntlichkeit des Klangs im Mix der rundum erstickten Gitarren nicht verbergen konnte.
LAKE OF TEARS:
Das erste größere Interesse weckten Lake Of Tears. Eine Band, die etwas zu sagen hat – sie existiert seit Anfang der Neunziger. Das Album »Illwill«, letztes Jahr erschienen, setzt den expressiven Trend des Vorgängers »Moons And Mushrooms« (2007) fort und liefert in einer neuen Ära für die Band ein betont aufgeladenes, düsteres Doom-Metal-Album, das sogar Death-Metal-Elemente enthält. Man kann also sagen, dass Lake Of Tears in dieser Hinsicht auf gewisse Weise ihren Entwicklungskreis schließen, denn sie haben sich den Grundzügen des Albums »Greater Art« (1994) angenähert. Gleichzeitig trägt das neue Album eine überzeugende künstlerische Reife in sich, da es sowohl progressive als auch psychedelische Elemente aufweist – neben der genannten Lieferung von »Doom/Gothic«- und »Death-Metal«-Elementen. Es ist keine große Neuigkeit mehr, dass Lake Of Tears ein Beispiel einer Band sind, die auf ihren Alben die Essenz der Metal-Tradition in verschiedenen hybriden Formen weiterentwickelt hat, und das Album »Illwill« bewahrt dieses Markenzeichen der Band für neue Zeiten auf höchst überzeugende Weise. Die Band »überfiel« die Arena und legte sofort mit zwei klassisch angelegten, aber neuen Lake-Of-Tears-Nummern los, nämlich Taste Of Hell und Illwill.
Klanglich klangen Lake Of Tears greifbarer als ihre Vorgänger Scar Of The Sun, auch wenn die Gitarren von Sänger Daniel Brennare und dem zweiten Gitarristen Fredrik Jordanius ihr optimales Potenzial nicht voll ausschöpften. Im Repertoire fanden sich monumentale Lake-Of-Tears-Klassiker wie Raven Land, Demon You / Lilly Anne, The Greyman und Boogie Bubble in der Mitte des Auftritts, die die wenigen eingefleischten Fans der Band an diesem Konzertabend in den siebten Himmel katapultierten. Besonders das vorletzte Stück House Of The Setting Sun vom aktuellen Album »Illwill« lieferte einen der interessantesten Momente des Konzerts, denn es ist eine ausgezeichnete Mischung aus Prog und psychedelischer Hypnose, die dem sehr erfolgreichen Auftritt von Lake Of Tears das Tüpfelchen aufs i setzte – auch wenn er bis zur optimalen Umsetzung trotzdem noch ein paar Bremsen mit sich trug.
Peinlich wirkte Brennare, als er nach dem Konzert vom Ständer die Picks einsammelte, sich sogar bückte, um das letzte aufzuheben, das ihm während des Konzerts zu Boden gefallen war, und sie schnell in die Tasche steckte. Beim nächsten Mal soll er den Techniker beauftragen, damit dieser keine wertvolle Zeit damit verliert, sie am Mikrofonständer zu befestigen – Brennare könnte sie stattdessen zum Beispiel in eine Plastiktüte stecken und so ihren Nutzen voll ausschöpfen. Das würde weder Brennare nerven noch das Publikum, das sich eigentlich auf ein schönes Souvenir vom Konzert gefreut hatte. Für einen zusätzlichen Keyboarder, der sich beim Liveauftritt um die Keyboards kümmert, ist bei Lake Of Tears offenbar kein Geld vorhanden – man behalf sich kurzerhand mit Backing-Tracks.
SWALLOW THE SUN:
Von Auftritt zu Auftritt der ersten drei Bands stieg die Stimmung steil nach oben. Swallow The Sun, das erste reinrassige Doom-Death-Metal-Hybrid des Abends, zuhause in Finnland, waren die erste Band, die mit ihrer Darbietung vollständig begeisterte. Eigentlich ein Sextett, das glücklicherweise nicht viel Platz auf der Bühne braucht, denn es ist sehr statischer Natur. Und was die Hauptsache ist: Es braucht keine Backing-Tracks. Es hat seinen eigenen Keyboarder Alexi Munter, und auch er war im Klangbild ausgezeichnet eingekeilt zwischen die massiven und langsam rollenden Gitarrenriffs von Juha Raivio und Markus Jämsen. Der Sound servierte einen düster-raffgierigen und ansteckenden Moment, der in 40 Minuten Auftritt die außerordentliche Homogenität der Truppe bewies. Diese ist seit zwölf Jahren in praktisch unveränderter Besetzung zusammen (Ausnahme ist Ex-Wintersun-Schlagzeuger Kai Hahto, der 2009 zur Band stieß), daher überrascht die außerordentliche performative Überzeugungskraft der Besetzung auf der Bühne nicht.
Sänger Mikko Kotamäki trägt auch auf dieser Herbsttour ein T-Shirt mit dem Aufdruck von Grigori Rasputin (Rasputin ist nicht nur ein Song von Boney M, sondern auch jene »historisch negativ aufgeladene« mysteriöse Gestalt des ehemaligen Russischen Kaiserreichs). Dieses ist nichts anderes als ein Tour-T-Shirt von Type O Negative aus dem Jahr 2008, als die legendäre und leider verstorbene Band ihr letztes Studioalbum »Dead Again« (2007) promotete. Auf der Bühne steht Mikko regungslos, das Konzert zelebriert er dabei quasi komplett mit geschlossenen Augen und erhält so die düstere, in ewige Trauer getauchte ausdrucksmäßige Grundhaltung der Band aufrecht. In der Interpretation bedient er sich zweier Arten von Growling: dem tieferen – dem Death-Metal-typischen – sowie dem schrilleren. Wo die Stimmung es aber erfordert, schaltet er auch auf Klargesang um. Die Band nutzte die Gelegenheit, ihr fünftes Studioalbum »Emerald Forest and the Blackbird«, das dieses Jahr erschienen ist, konkret in den Vordergrund zu stellen, und widmete ihm gleich drei Nummern.
Der Auftritt von Swallow The Sun ist eine gelungene Mischung aus souveräner, eingespielter Perfektion, in der sich auf ansteckend wirkungsvolle Weise Elemente der Psychedelik, des Gothic-Sentiments und vor allem der Doom-Verbissenheit die Hände reichen. All das generiert effektiv eine süchtig machende Atmosphäre, die dich weit weg saugt in eine besondere Welt grenzenloser Melancholie. Das intime Club-Setting brachte die Band den Zuhörern noch intensiver näher, als wir das beim Auftritt der Band auf der diesjährigen Ausgabe des Metal Camp in Tolmin erlebt haben. Dieses Ereignis erinnerte in vielerlei Hinsicht an den sehr erfolgreichen Klubauftritt von Swallow The Sun in der Ljubljaner Gala Hala im Jahr 2010, als die Band das damalige Album »Fool Moon« (2009) vorstellte.
MOONSPELL:
»Alpha Noir« ist das neue, exzellente Manifest dieser geschätzten portugiesischen Band, die im Laufe ihrer Karriere den Grundlagen des Black Metal schon so einige Genre-Ornamente angehängt hat. Moonspell haben bei allen expressiven Abweichungen stets ihre Glaubwürdigkeit bewahrt, daher gibt es kein Studioalbum, das auf ein mögliches künstlerisches »Vorbeischießen« hindeutet – auch wenn diese Abweichungen in Richtung Gothic Metal, Dark Metal und sogar Industrial (The Butterfly Effect) deutlich herausfordernd sind. Das neue Album ist die Weiterentwicklung des hervorragenden Vorgängers »Night Eternal« (2009). Wer Moonspell schon live gesehen hat, dem ist glasklar, dass man mit dieser Band nicht gut Kirschen essen ist. Das mussten zum Beispiel auch die Tour-Headliner Cradle Of Filth 2009 auf einer gemeinsamen Tour mit Moonspell erfahren, die im Vergleich mit dem gnadenlosen Moonspell-Orkan an reinblütiger performativer Perfektion bei ihren Auftritten – nachdem sie jeden Abend die Bühne nach dem Moonspell-Auftritt übernahmen, sowohl in Zagreb als auch in Ljubljana – reichlich unreif wirkten, gelinde gesagt geradezu kindisch unreif. Diesmal sind Pain dieser äußerst undankbaren Gefahr entkommen, die Tägtgren und seiner Truppe die Bühnensouveränität hätte zerreißen können – dank der deutlichen Genre-Distanz, die zwischen den beiden Bands herrscht.
Für Moonspell öffnete sich die Bühne. Die Band bekam zusätzlichen Platz, denn das kleine Schlagzeug-Set der ersten drei Vorgruppen wurde weggeräumt. Die Portugiesen bekamen eine volle Stunde für ihren Auftritt zur Verfügung – und in dieser Stunde verkörperten sie den wahren Kern ihres musikalischen Auftrags, der die Arena in Staub und Asche verwandelte. Die Leidenschaft, die in den Adern dieses großartigen Quintetts brodelt, gekreuzt mit der extremen Aggression einer reinblütigen Mischung aus Bösem und Verderben, erweckte auf der Bühne mit federleichter Selbstverständlichkeit die Wesensmerkmale des heulenden Werwolfs zum Leben, der bei nichts innehalten würde – außer vor dem exakt abgemessenen Korn einer Silberkugel. Fernando Ribeiro ist in dieser Hinsicht ein wahrhaftiges Bühnenmonster. Der charismatische, für portugiesische Verhältnisse »kleinwüchsige«, in Wirklichkeit aber riesige Anführer ist in militärischer Manier auf die Bühne marschiert und röhrte die ersten Verse des Eröffnungs-Tracks Axis Mundi vom zehnten Studioalbum »Alpha Noir / Omega White«. Auf dem Kopf trug er einen aufgestülpten Helm, der an die Bilder römischer Gladiatoren, griechischer Hopliten, gar des griechischen Kriegsgottes Ares erinnerte. Der gut gefüllte Saal reagierte begeistert auf jede Geste des teuflischen Frontmanns.
Die rechte Seite des Publikums hatten Besucher aus Portugal besetzt. Ja. Mitten in Wien. Diese »zusätzliche Würze« generierte eine außerordentlich intensive Chemie zwischen Publikum und Band auf der Bühne, und der heiße Temperament der unerschöpflichen Lausbuben portugiesischer Herkunft in den ersten Reihen löste bei lauten portugiesischen Ovationen sogar echte, schluchzende Tränenausbrüche aus. Moonspell setzten in ihrem Repertoire konkret ihr neues eigenständiges Studiowerk in den Vordergrund, obendrauf »hefteten« sie noch ein Bündel etablierter, still erwarteter Klassiker älterer Alben, wie Opium, Awake, Wolfshade, Vampiria, Alma Mater und Full Moon Madness.
Die Band verzauberte die Anwesenden mit einer ausgefeilten Bühnenpräsentation, ausgeprägter Hingabe beim Anschlagen jedes einzelnen Gitarrenriffs, hervorragender Ausnutzung des rollenden Schlagzeug-Grooves und der allgemeinen Dynamik im Verhältnis Rhythmussektion Schlagzeug–Bassgitarre – über die Frage, wer die Haupt-Gitarrensolisten des Abends waren, verliere ich erst gar keine Worte. Das Gitarren-Duo Ricardo Amorim und Pedro Paixão (Letzterer kümmert sich auch um die Keyboards) kommunizierte wie eine feine Klinge, die auf Mikron genau hauchdünne Blättchen schneiden kann. Kompromisslos. Ohne den bestialischen Fernando Ribeiro hätte sich Moonspell natürlich nicht das Vorzeichen als reinblütige Verehrer des »Werwolf«-Kults verdient. Ribeiro lieferte eine außerordentliche Vokalinterpretation. Sein Growl ist tödlich, und es ist sehr schade, dass die Band nicht mehr als eine Stunde zur Verfügung hatte. Dieser Sänger ist auch im Klargesang enorm überzeugend, da er einen tiefen, maskulinen Vokal produziert, kombiniert mit dem Reiz des Flüsterns – ideal für die Verarbeitung des Gothic-Elements. Genau das verbirgt auch das großartige Bonus-Studioalbum »Omega White« nicht, das ihr in der limitierten Auflage des Albums »Alpha Noir« erhalten könnt. Nach dem Ende des Moonspell-Konzerts lässt sich das Fazit ziehen, dass man Moonspell unbedingt in der Rolle des Hauptacts des Abends sehen sollte. Die Stunde war zu kurz, und das ekstatische Publikum blieb dabei noch ziemlich hungrig.
PAIN:
Vom persönlichen Vergnügen entspannten musikalischen Kleingärtnertums zur Erfolgsgeschichte! So ungefähr ließe sich in einem Atemzug die Geschichte von Pain zusammenfassen, die 1996 der Chef von Hypocrisy und einer der Schlüsselpfeiler, der einen großen Bergmassiv zur Festigung der Metal-Musik auf der internationalen Bühne beigetragen hat – größtenteils auch über die Dienste des Abyss Studios – der hyperaktive und unbeugsame Musiker und Produzent Peter Tägtgren, als Projekt begann.
Pain ist heute ein bestens etablierter Musikname. Im Studio ist Pain nur ein einziger Mensch. Peter Tägtgren, Kopf und Bart. Auf Touren aber wächst das Projekt Pain zum Quartett heran, das neben Peter als Gitarrist/Sänger noch der gedrungene, lockige Gitarrist Michael Bohlin, der Bassist von »indianischem Aussehen« Johan Husgavfel und Schlagzeuger David Wallin ergänzen, der Tägtgren schon seit 2003 unterstützt.
Pain, die ihren Namen in der Welt vor allem dank zweier Touren mit Nightwish im Jahr 2008 und auch in diesem Jahr (Nordamerika) gefestigt haben, legten sofort mit dem knallenden Hit Same Old Song los, in den das Publikum unmittelbar einstimmte. Nebenbei sei erwähnt, dass es sich nach dem Moonspell-Auftritt in den ersten Reihen kräftig durchgemischt und gelichtet hatte. In der Arena, die sehr schön gefüllt war, aber nicht so, dass man darin zufällig keine Luft hätte kriegen können, hüpften die Leute bei nahezu jedem Pain-Song gemeinsam. Natürlich ist dieser mit einem Industrial-Rhythmus unterlegt, den David Wallins Schlagzeug nur noch festigt, wobei die Songs gleichzeitig auch zusätzliche Rhythmus-Untermuster enthalten. Alles programmiert und der Begleitung der Sound-Matrix hinzugefügt. Alle Techno-Muster sowie die Keyboards (Synthesizer), die die Anklänge an die Sounds elektronischer Tanzpop-Musik längst vergangener Tage vom Übergang der Achtziger in die Neunziger nicht verbergen, bis hin zu diversen primitiven Atari-PC-Sounds, gar Game-Boy-Sounds, bilden das Fundament der Klangkulisse, die auf der einen Seite Pain aufbauen – die andere Hälfte davon gehört natürlich dem Reich der massiv übersteuerten Gitarrenriffs, die über dem Techno-Untergrund der Industrial-Esoterik schweben. In dieser Hinsicht wäre es in puncto Genre-Kompatibilität nicht unklug, in der bestehenden »Into Darkness«-Konzertphalanx Moonspell gegen Fear Factory auszutauschen – aller Wahrscheinlichkeit nach würden dann Pain die Konzerte vor Fear Factory eröffnen.
Der Melodie-Einsatz ist in so einem Umfeld voll definiert und der atmosphärische Ertrag voll kapitalisiert. Auch was die Klangkulisse betrifft. Diese war beim Konzert in der Arena ausgezeichnet. Das bedeutet, dass Pain an diesem Abend wirklich ein ausgezeichnetes Konzert abgeliefert haben, was auch die außerordentliche Versunkenheit des Publikums bestätigte. Die hervorragende Darbietung wurde auch durch die sehr gute Stimmung von Peter Tägtgren begünstigt, dem der Gesang über den gesamten Auftritt der Band gut diente, und die heitere Laune zeigte der charismatische Frontman mit den ewig unausgeschlafenen Augen auch durch häufiges Lächeln und kräftigen Dialog mit dem Publikum zwischen den Konzertnummern. Auch diesmal erinnerte der hagere Tägtgren, in ein erzwungenes Jackett gekleidet, an einen »kummervollen Spaghetto« – die Figur selbst könnte man glatt in den Animationsfilm »Die Monster AG« einordnen. Sympathisch und im Einklang mit dem Erbe der Pain-Musik also.
Könnte überhaupt jemand am Erfolg zweifeln, wenn du Hit um Hit aneinanderreihst, zwischendurch ein paar Neuheiten einwirfst – angeführt vom neuesten Hit Dirty Woman – und das Konzert erwartungsgemäß mit dem geforderten On And On sowie dem ultra-volkstümlichen Shut Your Mouth abschließt? Das Paradies für alle echten Pain-Fans in der Arena erlebte seine wahre Verkörperung!
Man kann sagen, dass dieser Konzert-Marathon äußerst gelungen abklang – vor allem dank der kompakten und ausgefeilten Bühnenmaschinerie von Pain. Dabei ist es gleichzeitig ironisch, aber dennoch völlig angebracht, die Bemerkung zu machen, dass die phänomenalen Moonspell mit noch einer weiteren Stunde Repertoire Pain als Hauptact des Abends problemlos hätten ablösen können, und die »Into Darkness«-Tour wäre in jeder Hinsicht genauso glaubwürdig gewesen. Die Frage ist, ob sie sich auch finanziell ausgegangen wäre. Deshalb war es notwendig, die Kräfte mit Pain zu bündeln, die den Hauptteil des Zielpublikums zum Konzert gebracht haben – und wahrscheinlich auch zur Tour selbst. Was soll man sagen! Ein Erlebnis, das jeden Sünde wert ist!
Setlist
LAKE OF TEARS:
- Taste of Hell
- Illwill
- Demon You / Lily Anne
- Raven Land
- The Greymen
- Boogie Bubble
- So Fell Autumn Rain
- House of the Setting Sun
- Crazyman
SWALLOW THE SUN:
- Emerald Forest and the Blackbird
- Out of This Gloomy Light
- Labyrinth of London (Horror pt. IV)
- Hold This Woe
- Descending Winters
- Night Will Forgive Us
MOONSPELL:
- Axis Mundi
- Alpha Noir
- Opium
- Awake
- Wolfshade (A Werewolf Masquerade)
- Lickanthrope
- Em Nome Do Medo
- Vampiria
- Alma Mater
- Full Moon Madness
PAIN:
- Same Old Song
- I’m Going In
- Walking on Glass
- Zombie Slam
- Dirty Woman
- Monkey Business
- End of the Line
- The Great Pretender
- Dark Fields of Pain
- It’s Only Them
- Let Me Out
- On and On
- Shut Your Mouth
—Zugabe— - Bye / Die
Bildergalerie























































