Human Anomaly

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Autor: Rok Klemše

Künstler: Incubation
Label: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: year_month
Laufzeit: 38:49
Wertung: 3.5/5

Falls die Angaben auf der Online-Metal-Enzyklopädie Encyclopaedia Metallum stimmen, wurde die slowenische Death-Metal-Band Incubation im Jahr 2000 gegründet, legte zwischenzeitlich eine Pause von drei Jahren ein und kehrte vor acht Jahren ins Leben zurück. Genauso lange dauerte es auch, bis das Trio diesen April sein Studiodebüt aus der Taufe hob – das menschenfeindlich betitelte Human Anomaly.

Darauf präsentieren Boštjan Ivančić (Schlagzeug, Gitarre), Dejan Kozlevčar (Gesang, Gitarre) und Sebastjan Skupek (Bass) ihre Version des Death Metals, die irgendwo zwischen dem Old-School-Tampa-Bay-Death-Metal der Neunziger und einem etwas moderneren Death Metal angesiedelt ist, der vor allem durch die häufigen melodischen Gitarrengriffe an die Oberfläche dringt. Man merkt durchaus, dass die Aufnahmen des Albums ganze drei Jahre in Anspruch genommen haben, denn stellenweise wirkt das Material ziemlich schizophren und das Album verliert mehrfach den roten Faden – doch Human Anomaly hat trotzdem einige ausgesprochen starke Momente.

Wenn überhaupt, dann ist Human Anomaly definitiv eine abwechslungsreiche und dynamische Platte, denn die Songs sind ziemlich vielfältig. Auf der einen Seite gibt es schnelle, fast thrashartige Momente wie Terrorist, ein echter Kriegsmarsch, auf der anderen Seite langsamere, fette, fast groovelastige Elemente, die in Songs wie dem längsten Track Soul Eater dominieren. Durch seinen harmonisch klingenden Einstieg bekommt das hervorragende Confused And Abused einen epischen Anstrich, während das abschließende Anomaly ein psychotischer Ausbruch ist, den man eher bei einem Mike Patton vermuten würde als auf einem Death-Metal-Album. Und dann gibt es auf Human Anomaly auch Momente, derentwegen Incubation weit mehr Aufmerksamkeit verdienen, als sie bekommen. Einer davon ist zweifellos der wohl stärkste Track des Albums, Stillborn – ausgezeichnet durch fantastische Riffs, ein geschicktes Wechselspiel aus Gitarrenlinien und Gesang, eine brillante Steigerung sowie klug eingewobene, wehmütig klingende Akustiklinien.

Genau diese übertriebene Vielfalt ist aber auch der größte Makel des Debüts, das dringend konsistenteres Material bräuchte. Leicht patzt Incubation auch auf klanglicher Ebene: Produktionstechnisch ist das – sonst sehr lebendige – Schlagzeug klanglich weit vom Wunschergebnis entfernt, und Dejan hat zudem eine spezifische, gurgelnde Stimme, die gewöhnungsbedürftig ist.

Human Anomaly ist ein gutes Debüt, dem man allerdings deutlich anmerkt, dass es genau das ist – nämlich der erste Studioversuch einer ansonsten erfahrenen Band. Es ist nämlich ein Zusammenspiel aus sehr Gutem auf der einen und etwas weniger Überzeugendem auf der anderen Seite, das dennoch ein abwechslungsreiches Stück des bunten Mosaiks der slowenischen Metal-Szene darstellt. Incubation gelingt es jedenfalls, darauf aufmerksam zu machen, dass die Menschheit auf diesem Planeten nichts anderes ist als eine Anomalie, die früher oder später für die (Selbst-)Vernichtung sorgen wird. Die Frage ist nur, wie lange diese Inkubationszeit dauern wird.

Besetzung

Boštjan Invančić – Schlagzeug, Gitarre
Dejan Kozlevčar – Gesang, Gitarre
Sebastjan Skupek – Bass

Gorazd Maček – Solo (Polluted Minds)
Vasja Škerjanec – zusätzlicher Gesang (Squealing Pigs, Human Machine)

Produktion

Incubation

Trackliste

1. Polluted Minds
2. Terrorist
3. Confused And Abused
4. Squealing Pigs
5. Soul Eater
6. Still Born
7. Human Machine
8. Jesus Christ
9. Anomaly

 

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