Home

0 9

Interpret: Hartmann
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 2007

Der 36-jährige Deutsche Oliver Hartmann, Multiinstrumentalist, ist vor allem als Mitglied der Metaller At Vance bekannt! Davor werkelte er an dem Prog-Rock-Projekt Centers, das in drei Jahren Bandgeschichte (1995 – 1998) zwei Alben veröffentlichte. Oliver Hartmanns Gesang ist außerdem auf Alben von Avantasia, Genius und Rhapsody zu hören. Nach vier veröffentlichten Alben mit At Vance hat Oliver die Band aus persönlichen Gründen verlassen, vor allem aber, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren.

Oliver Hartmann hat die Leute schon mit seinem Debüt „Out In The Cold“ (2005) überrascht. Die Stärke dieses Sängers liegt vor allem in seiner besonderen Stimmfarbe, die im Melodic Hard Rock jetzt viel besser zur Geltung kommt und ausdrucksstärker ist als in der metallischen Vergangenheit bei At Vance! Ein warmer, emotionaler, samtiger Gesang, der sogar an die Qualitäten von Jorn Lande heranreicht.

Technisch gesehen ist das definitiv ein starkes Album, ebenso in Sachen Produktion (Sascha Paeth). Der Gesamteindruck, wenn du dich durch die Spielzeit gehört hast: Das ist ein Album mit eher schärferen Rocker-Kanten, auch wenn es mit dem atmosphärischen Midtempo-Rocker Coming Home To You startet, der als Opener den passenden hymnischen Touch mitbringt und bei dem die Erwartungen beim Hören steil ansteigen. Der direktere, atmosphärisch verträumte, dramatische Moment des Openers verliert sich irgendwie im Lauf der Platte, obwohl er auf Platz 3 der Tracklist mit der balladesken My Everything Is You noch präsent ist. Daher mein Urteil: „Home“ betont die emotionale Seite nicht so stark, wie es dem Debüt gelungen ist. Die Songs haben die nötige Qualität, das Gespür dafür, Melodie und Wucht zu verbinden, ist da, und der Gesangsausdruck dieses hervorragenden Sängers steht im Zentrum, so wie er es verdient.

Interessant ist, wie schnell dieses Album entstanden ist, die Begeisterung über das Debüt hatte sich eigentlich noch gar nicht richtig gelegt. Das ist nicht gut, außer du hast natürlich die Gabe, die Massen mit jeder kreativen musikalischen Geste zu schocken, die du anpackst, so wie es die Götterboten David Bowie und Peter Gabriel meisterhaft beherrschen. „Home“ überrascht nicht mehr, macht nicht so den Mund wässrig und klingt folglich längst nicht so frisch und mutig und erreicht nicht die emotionale Durchdrungenheit des Debüts. „Home“ ist kein Debüt, aber es wäre spannend, eine Rezension des Albums zu lesen, wenn es eins wäre. So bleibt beim Hören eine gewisse Leere zurück, die vielleicht die Frucht der Enttäuschung über die Ergebnisse ist, gemessen an den Standards des Debüts. Kurz: „Home“ übertrifft seinen Vorgänger nicht, auch wenn Hartmann auch diesmal auf „Home“ auf bewährtem Rezept wandelt und es ein qualitativ gutes Hard-Rock-Album ist, für das es wirklich keinen Grund gibt, sich zu schämen. Es wirkt nur ein bisschen ausgelaugt.

Besetzung

Oliver Hartmann – Gesang, Gitarre
Mario Reck – Gitarre
Juergen West – Keyboards
Armin Donderer – Bass
Dario Ciccioni – Schlagzeug

Produktion

Sascha Paeth & Oliver Hartmann

Tracklist

1. Coming Home To You
2. The Sun’s Still Rising
3. My Everything Is You
4. Somewhere Someday
5. Just For You
6. I Don’t Want To Know
7. Higher Than Me
8. Why Do I
9. Millionaire
10. Crying
11. Lay All Your Love On Me3

Spielzeit: 47.56

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies