Hey Stoopid
Interpret: Cooper, Alice
Label: Epic Records
Veröffentlichung: 1991
Wie wiederholt man den mehr als massiven kommerziellen Erfolg des legendären Albums Trash? Praktisch gar nicht, aber in den Ohren der Cooper-Kenner hat Hey Stoopid genau das geschafft. Mehr noch: Dieses Album ist im Grunde der wahre Erfolg, weil es viel cooperiger gefärbt ist und deutlich weniger Schminke trägt als sein Vorgänger aus dem Ende der Achtziger. Es ist sein zweites Album bei Epic, und wieder ist es ein Album ohne durchgehende Konzeptgeschichte, aber jeder Song für sich ist ein Hard-Rock-Meisterwerk. Auch diesmal gesellt sich zu Cooper eine ganze Schar bekannter Gäste wie Ozzy, Steve Vai und Nikki Sixx, die diesmal aber im Hintergrund bleiben und Cooper selbst die Hauptrolle überlassen. Dazu erscheint zu Promozwecken auch eine Platte, auf der Alice über ungewöhnliche Geschichten plaudert, was fast so gruselig wird wie seine Texte.
Das Album hat zwölf Songs voller glänzender Texte, Gitarrenriffs, Bass, zündender Drums und besonderer Effekte. Schon der Titelsong Hey Stoopid jagt dir das Blut durch die Adern. Der Song handelt vom Drogenproblem und ist auch die erste Single des Albums. Danach kommt Feed My Frankenstein, der noch viel öfter gehört wurde, vor allem wegen seines Auftritts im Film Wayne’s World. Im gleichen Stil geht es bei den meisten Songs weiter, z. B. Snakebite mit dem einmaligen Klang von Schlangenzischen am Anfang, die schnellen und knallenden Dangerous Tonight und Dirty Dreams, Hurricane Years und Little By Little mit dem coolen Peitschenknall am Anfang, sowie die Single Love Is A Loaded Gun. Auch wenn Cooper für Grausamkeiten bekannt ist, geht es bei ihm ohne Balladen einfach nicht, und genau da steckt seine zusätzliche Stärke, denn seine Balladen sind echte Powerballaden, diesmal Burning Our Bed und Might As Well Be On Mars. Als letzter Song kommt dann noch etwas ganz Besonderes, Wind-Up Toy, eine Mischung aus ganz viel Cooper und ausgezeichnetem Rock, gruselig, balladesk und schräg.
Die Tour zum Album hieß in Amerika Operation Rock ’n‘ Roll, auf dem alten Kontinent schlicht Hey Stoopid Tour. Eine Besonderheit waren die Promokonzerte in den USA, die Nightmare On Your Street hießen. Die Konzerte selbst waren typisch Cooper, mit kompletter Bühnenkulisse voller Totenschädel, wie es sich für Cooper gehört.
Kurzum: noch ein Album, das Hard-Rock-Geschichte schreibt, und Alice Cooper tut das ja nicht zum ersten Mal und wird es auch weiter tun. Ich empfehle das Album allen, die Hard Rock mögen, besonders den aus den Achtzigern.
Besetzung
Alice Cooper – Gesang
Stef Burns – Gitarre
Joe Striani – Gitarre
Hugh McDonald – Bass
Mickey Curry – Schlagzeug
Robert Bailey – Keyboards
John Webster – Keyboards
Gäste:
Slash, Ozzy Osbourne, Nikki Sixx & Mick Mars, Steve Vai
Produktion
Peter Collins
Tracklist
1. Hey Stoopid
2. Love’s A Loaded Gun
3. Snakebite
4. Burning Our Bed
5. Dangerous Tonight
6. Might As Well Be On Mars
7. Feed My Frankenstein
8. Hurricane Years
9. Little By Little
10. Die For You
11. Dirty Dreams
12. Wind Up Toy
Spieldauer: 56:19