Hazing Through Shadows
Künstler: Good Day To Die (GD2D)
Label: Dallas Records
Erscheinungsdatum: 2008
Endlich haben wir die Gelegenheit, ein Album zu hören, das nicht als Klangkulisse gedacht ist, sondern bei dem man sich Zeit nehmen und sich der musikalischen Komposition widmen muss, die das Scheibchen namens „Hazing Through Shadows“ in sich trägt. Das neue Album ist die Kreation unserer Nachbarn Good Day To Die, die geschickt Einflüsse aus Stoner Rock und alternativem Metal abwechseln und mischen. Auf dem Album verflechten sich unzählige Elemente, vom Blues bis zum Doom Metal, die am Ende zu einem außerordentlich melancholischen Meisterwerk verschmelzen, das uns trotz schönen Wetters eine Regenwolke über den Kopf zaubert.
Auf dem Album sind neun mehr oder weniger schwere Songs gelandet, die uns in der heraufbeschworenen Atmosphäre von der Wüste bis in urbane Kriegs- und Nachkriegsumgebungen führen. Letzteres kommt vor allem durch die eingespielte Rede von Franjo Tuđman im letzten Song The Path of the Cross zur Geltung.
Die meisten Songs starten im langsamen Tempo, das irgendwo in der Mitte anzieht, und nur an wenigen Stellen geht es über die klassische Stoner-Geschwindigkeit hinaus. Am meisten sticht Sänger Yvon heraus, der von Song zu Song Stimmfarbe und Gesangsstil wechselt. Man hört alles von klaren, für Desert Rock typischen Vocals bis hin zu etwas melancholisch-wütenderen Parts, die eher an Stoner oder Doom Metal erinnern, und das alles steckt in einem charmant rauen Organ. Gleich nach dem Gesang bleibt die Rhythmusgruppe im Ohr hängen, die zur Abwechslung mal wirklich eng und präzise zusammenspielt, denn die Bassläufe sind stark betont und setzen sich trotz des häufigen Einsatzes der doppelten Fußmaschine am Schlagzeug durch. Auch die Gitarren selbst stechen aus dem Durchschnitt heraus, weil sie etwas tiefer gestimmt sind, fügen sich aber hervorragend in den langsamen Melos des Albums ein und tragen mit Sicherheit am meisten zur schweren Atmosphäre bei, die das Album ausmacht.
Loben muss man auch die Produktion, die qualitativ die meisten ähnlichen Alben locker hinter sich lässt, denn die bieten normalerweise keinen so guten Sound. Hauptproduzent des Albums ist Steve Austin von der amerikanischen Experimental-Metal-Formation Today is the day, der dem Album seinen Stempel aufgedrückt hat.
Insgesamt ist das Album eine exzellente Mischung aus Blues, Desert und Stoner Rock und Metal, und auch an alternativen Indie-Zutaten fehlt es nicht. Das macht das Album sehr abwechslungsreich und hörbar, denn jeder Song unterscheidet sich vom anderen. Man hört jede Menge Einflüsse weltbekannter und weniger bekannter Bands, trotzdem wirkt das Album nicht wie ein Plagiat, sondern stellenweise richtig frisch und ziemlich innovativ.
Das Ding wird wohl ein breites Publikum begeistern und ansprechen, weil es für jeden etwas bietet, der auf etwas dreckigere Musik steht, und gleichzeitig dürfte es den Geschmack der zahlungskräftigen Auserwählten treffen, die sich aufs Schwelgen in der Düsternis spezialisiert haben, wie sie Doom und Stoner zu bieten haben.
Besetzung
Stjepan Kolobarić (Steps) – Schlagzeug
Dalibor Farčić (Dale) – Gitarre
Yvan – Gesang
S.G – Bass
Produktion
Steve Austin
Tracklist
1.Crush The Skies (4:15)
2.Stepping’s Bavkyard (4:44)
3.Nicky Bumz vs. Leather Pants (5:17)
4.Rehab Doll (3:54)
5.Possessed By Poe (5:01)
6.The Oldest New (6:00)
7.Deep Water Eyes (7:50)
8.Workinh Man’s Sunday 7 (3:41)
9.The Path Of The Cross (5:39)
Spieldauer des Albums: 46:24