Glorious

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Bonfire
Label: Frontiers Records
Erscheinung: 2015
Laufzeit: 67:14
Wertung: 4/5

Bonfire sind zurück. Daran gibt es keinen Zweifel. Vor der Veröffentlichung des Albums »Glorious« gab es in den Reihen der Veteranen aus dem deutschen Ingolstadt turbulente Veränderungen. Wenn wir die Zeit ein kleines Stück zurückspulen: Im Herbst 2014 kündigte Gitarrist Hans Ziller die Reformation der Besetzung von EZ Livin‘ an — mit Sänger David Reece, bekannt durch seinen Gesangsbeitrag auf dem Accept-Album »Eat the Heat« sowie seine Mitarbeit bei Bangalore Choir, Tango Down und Gypsy Rose. In die Reaktivierung der Band wurden auch Bassist Ronnie Parkes und Schlagzeuger Harry Reischmann eingebunden. Nun, aus alldem entstand kurz darauf die Reformation von Bonfire. Mutig. Ohne Lessmann am Mikro nämlich.  Mit ins Team kam noch Gitarrist Frank Pané, und die Band schloss einen Vertrag mit dem italienischen Label Frontiers Records. In der Folge wurde auch der italienische Multi-Instrumentalist, Arrangeur und Produzent Alessandro Del Vecchio für das neue Album hinzugezogen, der sich neben der Arbeit an den Keyboard-Arrangements auch um das Hinzufügen von Vokalharmonie-Schichten kümmerte.

Ein Fan von Bonfire zu sein war in den letzten 12 Jahren mit Sicherheit eine Art Dauerfrustration. Die Band hat nämlich kein hinreichend starkes Album veröffentlicht, das die goldene Ära ihres Schaffens gerechtfertigt hätte. Und das seit den Alben »Strike X« bzw. »Fuel to the Flames«. Das abgebrochene Rock-Musical »The Rauber« war ein kompletter künstlerischer Fehltritt, und die Versprechen der Band über eine stilistische und klangliche Rückkehr zu den Glanzzeiten und dem Album »Fireworks« wurden durch die Veröffentlichungen »Branded« und »Double X« beim besten Willen nicht eingelöst. Obwohl beide einige außerordentlich vorbildliche und kraftvolle Momente enthalten.

»Glorious« aber bietet den Anschluss an die goldenen Zeiten der Band. Ziller, als einziges originales (und gründendes) Mitglied in der heutigen Besetzung, brauchte schlicht eine komplette Durchlüftung der Mannschaft, um endlich ein glaubwürdig stehendes Album zusammenzubringen, das keine Lückenfüller in der Spielzeit und keine qualitativen Ausrutscher bietet.  An Musik sind auf dem Album ganze 67 Minuten drauf, davon muss man jedoch rund 14 Minuten abziehen, was erträgliche 53 Minuten neu geschaffener Eigenkomposition ergibt. Denn ans Ende des Albums wurden neu eingespielte und klanglich aufgefrischte Klassiker — Sweet Obsession und American Nights — sowie eine weniger bedeutsame, wenn nicht gar entbehrliche Version des Beatles-Klassikers With A Little Help From My Friends angehängt.

Ziller hat eine exzellente Klangproduktion abgeliefert, die die Klangepochen des Hard Rock der Achtziger sinnvoll mit der neuen Studiotechnologie des 21. Jahrhunderts überbrückt. Das Album ist lebendig, trägt aber feine Kontraste in sich — vor allem die harmonisierten Vocals in den Refrains und die Synthesizer-Schichten, für die Del Vecchio und Paul Morris verantwortlich zeichnen, kontrastieren das Klangbild des Albums zusätzlich. Ziller hat auch einige außerordentlich starke Gitarrenphrasen geliefert, die man mühelos auf jedem Bonfire-Album der Glanzzeiten unterbringen könnte. In der Produktion sind die Gitarren entschlossen nach vorne geschoben und ragen im Klang etwas heraus — eine typische Eigenschaft des deutschen Ansatzes an Hard Rock. Reece glänzt mit seinem markanten Vokalstil, der stark und autoritär ist; die Zugabe seiner rau-kehligen Färbung zieht ihn stellenweise in Richtung Paul Stanley (Kiss) in dessen besten Stimmzeiten.

Das Album wird natürlich keine Rocker-Revolution auf dem Planeten entfachen, stellt aber für Bonfire endlich den echten Anschluss an die goldenen Zeiten der Band her und bringt sie zurück in den Fokus des europäischen Hard Rock. Der Wechsel unter das Dach von Frontiers Records wird dieses Album auch auf alle wichtigsten Weltmärkte „schieben“ — was enorm wichtig ist für eine Band, die damit offensichtlich eine neue kreative Blütezeit und einen neuen Frühling erlebt. Willkommen wieder zu Hause, Jungs.

Besetzung

David Reece – Gesang
Hans Ziller – Gitarre
Frank Pané – Gitarre
Ronnie Parkes – Bassgitarre
Harry Reischmann – Schlagzeug

GASTMUSIKER:
Alessandro Del Vecchio – Keyboards
Paul Morris – Keyboards 

Produktion

Hans Ziller

Tracklist

1. 21 Guns Salute (goes Boom)
2. Nothin‘ At All
3. Can’t Break Away
4. Remember
5. Fallin‘ Outta Love
6. Glorious
7. Supernatural Disguise
8. Shooting Star
9. Lies
10. Put Out The Flames
11. Free Wind Desperado
12. Sweet Obsession
13. American Nights
14. With A Little Help From My Friends

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