Freedom To The Slave Makers
Künstler: Betzefer
Label: AFM Records
Veröffentlichung: 2011
Laufzeit: 39.09
Wertung: 4/5
Das israelische Quartett, das als eine der ersten Bands am ersten Tag des Metalcamp-Festivals 2005 auftrat, ließ so manchem den Mund offen stehen. Damals waren sie noch eine blutjunge Band, gegründet 1998, als sich vier Schüler zusammenfanden – ursprünglich nur, um einmal auf einer Schulparty aufzutreten. Bis 2005 hatten sie 3 EPs aufgenommen, die außerhalb des Heimatlandes niemand kannte; 2005 unterschrieben sie dann für zwei Jahre bei Roadrunner und veröffentlichten dort ihr Debüt Down Low. Im Heimatland lösten sie echte Begeisterungsstürme aus, und bald waren sie eine unvergessliche Attraktion auf zahlreichen Festivals in Europa. Deutlich spürbar war der Einfluss der ganz Großen: Slayer (im Song Down Low erwähnen sie sogar, dass Reign In Blood das beste Album aller Zeiten ist), Sepultura und Pantera.
Das zweite Album war bereits 2008 in der Mache, doch seine Veröffentlichung wurde aus den verschiedensten Gründen Jahr für Jahr mehrfach verschoben. Als die Band bei AFM Records unterschrieb und Produzent Warren Riker – der für den Sound der Sludge-Größen Down verantwortlich zeichnet – das Ruder übernahm, nahm das Album endlich Form an. Sie tauften es Freedom To The Slave Makers und schickten es im Februar dieses Jahres auf den Markt.
Und was hat es zu sagen?
Das Ganze kommt unter 40 Minuten, besteht aus 10 Songs und einem starken Cover. Da das digitale Zeitalter seine Vorzüge (fürs Publikum) und Nachteile (vor allem für Musiker) mit sich bringt, entschied das Quartett, das komplette Album auch kostenlos auf Facebook und MySpace zu veröffentlichen. Das Album ist klasse – nur nicht das, was das phänomenale Debüt verheißen hatte…
Unübersehbar sind auch die Einflüsse neuerer Bands, hin und wieder schleicht sich ein unnötiger Breakdown ein, und der Gesang klingt stellenweise schreierischer und weniger aggressiv – wenn man ihn wieder mit dem Album von 2005 vergleicht, als Avital wirklich noch klang wie sein Vorbild Phil Anselmo (Pantera, Superjoint Ritual, Down).
Freedom To The Slave Makers eröffnet aggressiv mit Best Seller, der so wütend klingt, wie man es von einer Band vom Kaliber Betzefer erwartet – ein „best seller“ wird das Album freilich nicht. Der folgende Song Backstage Blues klingt ziemlich schief, während Feels So Right als dritter Track wieder in die richtige Richtung zeigt. Verglichen mit dem Debüt Down Low kommt Diamond Director dem, was man von diesem Quartett gewohnt war, am nächsten; die Band selbst schwört auf den fünften Track Nothing But Opinions, der auch die erste Single dieser Veröffentlichung ist. Interessant ist der Aufbau von Doomsday: Der zweite Teil des Wortes (also „day“) wurde bei einem ihrer Konzerte aufgenommen, wo das Publikum glänzend mitgemacht hat. Stilistisch schlägt der Song eine Brücke zum nächsten, der den Titel Emtpy Magazine trägt. Perfect Lie ist der Track, auf dem man den Einfluss von Produzent Warren am deutlichsten spürt – er klingt wie eine Mischung aus den Sludge-Größen Crowbar und Down. Für ordentlich Tempo am Schluss sorgen die letzten beiden: Song For The Alcoholic und der hardcoreige Abschluss Heavensent.
Ob das sechsjährige Warten auf dieses Album gerechtfertigt war, urteilt selbst – vor allem aber sichert euch ihr erstes Album Down Low, dem man locker 5 von 5 Punkten geben kann, was dem neuen Werk leider nicht vergönnt ist…
Besetzung
Avital Tamir – Gesang
Matan Cohen – Gitarre
Rotem Inbar – Bass
Roey Berman – Schlagzeug
Produktion
Warren Riker
Tracklist
01. Best Seller
02. Backstage Blues
03. Feels So Right
04. Diamond Director
05. Nothing But Opinions
06. Doomsday
07. Empty Magazine
08. Perfect Lie
09. Song For The Alcoholic
10. Heavensent