Framework

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Work of Art
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 22.09.2014
Spielzeit: 47:00
Wertung: 4/5

Obwohl Work of Art als Newcomer auf der Szene gilt, hat die Band mit ihren beiden veröffentlichten Studioalben bewiesen, dass sie außergewöhnlich talentierte Komponisten und Klangmeister in ihren Reihen hat – weshalb sie als eine der interessantesten Bands in der Neuschöpfung des klassischen Achtziger-Sounds für neue Zeiten gilt. »Framework« setzt den Weg der Band genau von dem Punkt fort, den vor drei Jahren das Album »In Progress« (2011) abgesteckt hat.

Die Besetzung bleibt unverändert, und damit auch der kreative Kern des Duos Säll/Säfsund, das für die Kompositionen und ihren Sound verantwortlich ist. »Framework« als drittes Album der Band vertieft und festigt den Charakter des musikalischen Ausdrucksprofils der Band, das in der Vision jetzt solide zementiert ist. Genau deshalb überrascht das neue Album nicht mehr so stark wie die beiden Vorgänger – obwohl es den gesamten Edelgehalt der mitreißenden ultra-melodischen Rockbombastik bewahrt, die auf den Alben »Artwork« und »In Progress« geboten wurde.

Die Songs drehen sich wieder um Herzschmerz im Zusammenhang mit gescheiterten Männer-Frauen-Beziehungen und der Sehnsucht nach der idealen Liebesbeziehung, zu der es natürlich nie kommt. In den Texten bleibt also nach wie vor jede Menge Naivität, und in dieser Hinsicht sollte man vom Trio keine besondere intellektuelle Schärfe oder geistige Tiefe erwarten. So war die Ausdrucksreichweite des AOR-Genres schon immer. Die Qualitäten dieses Werks liegen wieder woanders: im außergewöhnlichen Gespür für die Kreation melodisch vollendeter Kompositionen, die beim Hören auf Anhieb zünden. Das ist der allgemeine Befund. In diese solide Kompaktheit weben Work of Art aber auch jede Menge clever ausgearbeiteter Details, die besonders in den instrumentalen »Mid-Eight«-Passagen üppig aufblühen, wo die Band wieder einige reizvolle kompositorische Parallelen zum amerikanischen West-Coast-AOR-Prinzip hinwirft – und an diesem Element halten sich natürlich auch die Leitmotive der einzelnen Songs.

Ganz einfach. Wenn einem die Musik eines Albums wie »Framework« zu Ohren kommt, wird schnell klar, dass Work Of Art ihr Verständnis, ihre Übersetzung und Vermittlung des AOR-Erbes zu einer solchen Perfektion geschliffen haben, dass ihnen in diesem Revivalismus im Moment auf dem Planeten kaum jemand das Wasser reichen kann. »Framework« als drittes Studioalbum bestätigt diese Feststellung mit seiner hohen Qualität schlicht und einfach!  Die Gitarrenphrasen und Synthesizer-Teppiche liegen im idealen Gleichgewicht, der Dialog der Begleit-Hintergrund-Kreation ist nach dem Prinzip perfekten Miteinanders verwoben, und die Übergänge beider Bausteine der Leitmotiv-Strukturen (Keyboards, Gitarren) erzeugen außerordentliche Dynamik – und durch vollendete Melodiösität auch packende Pompösität! Die Vokalharmonien sind wieder meisterhaft in die Refrainmelodien eingewoben, was ein Garant für atmosphärische Höhepunkte in den Songs ist.

Das Album schwankt kompositorisch qualitativ nicht. Vielleicht klingt die Zahl von 11 Songs nach zu viel, andererseits garantieren diese 11 Songs kaum 47 Minuten Spielzeit – was bedeutet, dass Work of Art all ihre Ideen streng rationalisiert und detailliert ausgefeilt haben, sodass es auf dem Album nicht eine einzige Sekunde »Ballast« gibt. Und das ist gut so. Melos und Atmosphäre bleiben typisch für den skandinavischen Ansatz im Melodic Rock bzw. AOR. Der Melos greift die außergewöhnliche schwedische Pragmatik zur melodischen Kompaktheit auf und fügt Elemente der musikalischen Ästhetik des »West Coast«-AOR-Erbes hinzu – an vorderster Front mit den Bands Survivor und Toto (in der »The Seventh One«-Ära). Weil »Framework« mit seiner künstlerischen Brillanz nicht so stark mitreißt wie das Album »In Progress« – da Work of Art das Wesen ihrer musikalischen Vision bereits auf den beiden Vorgängeralben zum Ausdruck gebracht haben –, zeigt es in seinem verbissen ausgearbeiteten Perfektionismus dennoch noch mehr künstlerische Reife.

Besetzung

Lars Säfsund – Gesang
Robert Säll – Gitarre, Keyboards
Herman Furin – Schlagzeug

Produktion

Robert Säll

Tracklist

1. Time To Let Go
2. How Will I Know?
3. Shout ‚Till You Wake Up
4. Can’t Let Go
5. How Do You Sleep At Night?
6. Over The Line
7. The Machine
8. Hold On To Love
9. Natalie
10. The Turning Point
11. My Waking Dream

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