Feedback präsentierten „Pro mehanika“ (2009)

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Ort: Orto bar, Ljubljana
Konzertdatum: 01.11.2009
Besucherzahl: 0

Feedback ist eine Jazz-Rock- (und auch Blues-Rock-)Band aus der Primorska, die uns schon seit vielen Jahren mit ihrer Musik begeistert – einer Musik, die voller altmodischer Konzepte, Themen und Instrumente steckt (ungefähr 40 Jahre zurückreichend). Einen Preis für Innovativität werden sie wohl kaum gewinnen, aber sie schaffen es, praktisch jeden Fan klassischer Keyboards, klassischen Progressive Rocks und Jazz-Rocks in gute Stimmung zu versetzen.

Diesmal lockten uns Feedback mit der verlockenden Präsentation ihres neuen Albums „Pro mehanika“ zu ihrem Auftritt. Kenner konnten schon erahnen, was sie vom neuen Album erwarten dürfen, denn Feedback pflegen seit jeher ihren unverkennbaren Sound, und bis jetzt gab es keine drastischen Abweichungen von diesem Konzept.

Noch bevor das Konzert begann, hatten wir etwas Zeit, um mit der Band zu plaudern und ein paar salzige und süße Leckereien zu naschen, die sie mitgebracht hatten. So wollten Feedback sicherstellen, dass niemand das Gelände verlässt – entweder würde man sich so satt essen, dass man sich nirgendwohin mehr bewegen könnte, oder zumindest sollten die Düfte der Oliven, des Käses und der Süßigkeiten so verlockend sein, dass man sich nicht trauen würde zu gehen. Aber bei so guter Musik wäre einem so ein Gedanke sowieso nicht gekommen.

Der Abend begann so, wie man es sich gewünscht hatte – mit der Präsentation von „Pro mehanika“, dem neuesten Studiowerk des Quartetts. Klanglich handelt es sich um keine radikale Veränderung, aber es stimmt, dass sie einige neue Elemente in die Kompositionen eingebaut haben. Immer noch geht es im Wesentlichen um eine Mischung aus Jazz, Rock und Blues, mit gelegentlichen Balkan-Anleihen und – was in ihrem Konzept am wichtigsten ist – einer großen Anzahl solistische Einlagen an Gitarre und Keyboards (Hammond und E-Piano).

Im zweiten Teil des Auftritts konnten wir einige alte „Klassiker“ hören, die uns langjährigen Fans der Band mit ihrer Melodiosität und erstklassigen musikalischen Expeditionen längst unter die Haut gegangen sind. Für mich persönlich stechen dabei „Glasbeno kopito“, „Ura pije čas“, „Faktor, faktor, zmnožek“ und „Drobljenec“ heraus. Wir werden sehen, ob die neuen Songs die Höhen dieser früheren musikalischen Schöpfungen erreichen.

Die Präsentation des neuen Werks war äußerst erfolgreich. Feedback haben uns genährt – sowohl musikalisch als auch im buchstäblichen Sinne. Nach dem ersten Eindruck wird das neue Album einige neue Elemente in ihre Musik bringen (besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Hard-Rock-Einschub), aber im Großen und Ganzen bleibt alles beim Alten. Es ist eben eine Band, die gerne Musik spielt, die der Vergangenheit sehr zugetan ist und die viel Raum für solistische Einlagen lässt. Wenn du sie hörst, erinnern sie dich an ein warmes Zuhause mit Kamin, zu dem du immer wieder gern zurückkehrst. Klar, oft sehnt man sich nach einer Abwechslung von dieser klassischen Vision von Wärme und Heimeligkeit, aber manchmal ist es einfach schön, sich in einen bequemen Sessel fallen zu lassen und ihre Wärme zu genießen.

Feedback sind Musiker, die Freude an der Musik haben und gern spielen. Das fällt besonders auf, wenn sie in lange Improvisationen abdriften, die vielleicht nicht allen Zuschauern so zusagen wie ihnen selbst. Die Band besteht aus lauter außergewöhnlichen Individualisten, und jeder von ihnen hatte im Orto bar die Gelegenheit, sich zu beweisen. Gitarrist Matej Magajne hat als Solist den meisten Freiraum, und das ist irgendwie auch richtig so, denn seine solistischen Ausflüge sind stets qualitätvoll und voller interessanter Wendungen. Komischerweise ist mir erst jetzt aufgefallen, dass dieser Linkshänder-Gitarrist die Saiten auf seiner Gitarre umgekehrt bespannt hat im Vergleich zu allen anderen Gitarristen – die dickste Saite ist also ganz unten, und schon allein deshalb ist sein Stil optisch etwas Besonderes (ähnlich wie bei Jimi Hendrix, nur dass Hendrix eine Rechtshänder-Gitarre verwendete). Der zweite Hauptsolist ist Miloš Leban, der mit seinen warmen und ausgewählten Keyboard-Einlagen einen Kontrast zum Gitarristen bildet, der recht oft schnell spielt und sich dabei im Solo auch öfter verirrt. Auch Schlagzeuger Matej Maver rückte ins Rampenlicht, als er sein Schlagzeugsolo spielte. Am wenigsten solistische und improvisatorische Tendenzen zeigte der Bassist, der mit einer recht alltäglichen eigenständigen Bassarbeit aufwartete. Man merkt, dass ihm das Halten eines guten Rhythmus mehr liegt. 

Na ja, Feedback haben uns mal wieder mit ihrer Zeitmaschine auf eine Reise in die musikalische Vergangenheit mitgenommen und das zahlreich erschienene Publikum fast davon überzeugt, dass es den Menschen damals musikalisch besser ging als heute. Feedback sind ein Phänomen in der Musikszene, wo es für diese Art von Musik nicht gerade viel Spielraum gibt – und trotzdem haben sie den Orto bar ordentlich gefüllt. Vielleicht wird das slowenische Publikum doch noch aufwachen und anfangen, zahlreicher zu den „kleineren“ Konzerten qualitativer Musik zu strömen – oder es liegt einfach an der Magie von Feedback und ihrem optimistischen Ansatz, der auch so manchen anzieht, der diese Klänge sonst nicht sonderlich mag.

Fotos: Rok Podgrajšek

Setlist

1. Kolovratenje 2. Novi vinodolsky 3. Snežne meduze 4. Sok zemlje 5. Reci klaža! Klaža! 6. Laboratorij 7. Zob časa 8. Srečanje 9. Glasbeno kopito 10. Buri katerije 11. Ura pije čas 12. Glasba je moj pajdaš 13. Faktor, faktor, zmnožek 14. Drobljenec 15. Tordurtormoltor

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