Empty Faces

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Künstler: Dark Sky
Label: AOR Heaven Records
Veröffentlichung: 2008
Bewertung: 3/5

Dark Sky ist eine Band, deren Wurzeln bis in die frühen Achtziger zurückreichen. Es sind Hard Rocker aus dem Süden Deutschlands, genauer aus Rottweil, bekannt für den berühmten Hund und ziemlich nah am berüchtigten Bang Your Head!!!-Festival in Balingen. Die Band hatte ihr Debütalbum schon fertig eingetütet, das Ende der Achtziger erscheinen sollte, doch das damalige Label geriet in finanzielle Schwierigkeiten, die Band verlor allen Schwung und löste sich auf. Etwa zehn Jahre später fand man wieder zusammen. Diesmal war ihnen das Glück hold, und so liegt nun ihr viertes Album vor, betitelt „Empty Faces“.

Da ich die Band vorher nicht kannte und vor Empty Faces kein einziges Album von ihnen gehört habe, kann ich leider keine Vergleiche zwischen dem neuen und den früheren Alben ziehen. Beurteilen kann ich nur die Art von Hard Rock, die die Band pflegt. Dark Sky gehören zu jenem Zweig des deutschen Hard Rock, der näher am direkten Drauflossägen liegt, wie es Frontline, Fair Warning oder Bonfire betreiben. Durch die enorm ausgefeilten Keyboards und die starke Betonung dieses Elements zaubern Dark Sky eine beneidenswert düstere Atmosphäre, die sie in die Nähe der neuzeitlichen Jaded Heart rückt (ohne Michael Bormann in der Besetzung). Das haben sie sicher der erstklassigen Produktion von Markus Teske zu verdanken, der sogar einen Hauch Vanden Plas-Atmosphäre in den Dark-Sky-Sound gebracht hat (wieder denke ich an die Keyboards, aber auch an die Art, mehrstimmige Harmonien zu produzieren).

Die Riffs sind, typisch deutsch, kräftig nach vorne geschoben, aber der Sound bleibt sauber und klar. Die Keyboards halten die Riffs die ganze Zeit im Arm und bieten eine variable Mischung aus Teppichen im klassischen Orgelsound. In Intros und Outros können sie mit Synthesizern und kleinen „Sound Loops“ die Atmosphäre hervorragend würzen. Der Gesang passt, ist entschlossen und in jeder Lage sauber ausgearbeitet, klingt nach Claus Lessmann (Bonfire) in seinen besseren Tagen, schafft es aber, den Songs einen eigenen Stempel aufzudrücken. Die Refrains sind die ausgefeilten Höhepunkte der Songs und leben von hervorragenden, düster-atmosphärischen mehrstimmigen Gesangsharmonien.

Das Album startet richtig schwungvoll mit dem knackigen Hands Up, das sofort Adrenalin ins Blut pumpt. Die Jungs nehmen den Fuß nicht vom Gas, und das Album verliert auch im weiteren Verlauf nichts an Dynamik. Richtig stark packt die Atmosphäre vor allem bei den Songs im mittleren Tempo wie Believe It, Chase Your Dream oder Saints Beneath The Sky. Die Jungs greifen (seltener) auch zu dreistimmigem harmonischem „Picking“ über den Riffs, womit sie die Dynamik der Riffs und der Songs selbst anheben. Das ist zwar nicht so extrem wie bei Helloween, aber ein typischer Kniff der deutschen Rockschule. Gelungen ist der Band auch eine unfassbar eingängige Coverversion des Songs Maniac (orig. Michael Sembello) aus dem Film „Flashdance“, die sich bestens ins eigene Material einfügt. Wo zum Teufel sind die Balladen? Ganz hinten, diesmal. Meaning Of Life ist eine schlagkräftige Ballade, auf die die Band so stolz war, dass sie sie als stärkeren Moment des Albums empfand und ans Ende des Albums gestellt hat. Danach kommt aber noch der versteckte Track Final Day, der die schlagkräftige Ballade atmosphärisch übertrifft, und zwar dank der beeindruckend gewebten Melodik der Hauptmotive und Gesangslinien, in die die Jungs mit ihrem sprühenden Geist auch eine ordentliche Portion Akustik samt „Stereo Chorus“-Effekt eingewoben haben.

Offensichtlich hat der zeitliche Abstand von drei Jahren zwischen dem vorigen Album „Living & Dying“ (2005) und „Empty Faces“ der Band enorm gutgetan, denn die Songs wurden in dieser Zeit hervorragend geschliffen. Das beweist der hohe dynamische Fluss des Albums, dessen Songqualität an keiner Stelle schwankt. Die Jungs sind erfahrene alte Hasen, und bei der hohen qualitativen Geschlossenheit des neuen Albums ist klar, dass die Besetzung fest gefestigt ist und genau weiß, was ihr Ziel ist, und ihm folgt. Willkommen im deutschen Hard-Rock-Reich.

Besetzung

Frank Breuninger – Gesang
Steffen Doll – Gitarre
Claudio Nobile – Keyboards
Winny Zurek – Bass
Uwe Mayer – Schlagzeug

Produktion

Markus Teske

Tracklist

1. Hands Up
2. Empty Faces
3. Slave Of Time
4. Send Them To Hell
5. Chase Your Dreams
6. Maniac
7. Saints Beneath The Sky
8. Pleasure & Pain
9. Believe It
10. Meaning Of Life
11. Final Day (versteckter Track)

Spielzeit: 52.18

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