EMA 2011 – diesmal wirklich?
Ja, du hast richtig gelesen. Angesichts der vergangenen Jahre, in denen bei dieser inzwischen eigentlich schon ziemlich berüchtigten Veranstaltung bzw. diesem Mini-Festival für Schlager Stücke präsentiert wurden, die es – Hand aufs Herz – gar keine waren, haben wir uns diesmal entschieden, diesem Event etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Denn in diesem Jahr hat die Unterhaltungsredaktion von RTV Slovenija beschlossen, etablierte Namen aus der heimischen Musik- und Unterhaltungsszene einzuladen. Auf der Liste finden sich folgende Acts: April, Feliks Langus, LeeLooJamais, Maja Keuc, Nina Pušlar, Omar Naber, Rock Partyzani, Trio Sylvain, Mile Vale feat. Hannah Mancini, Tabu und Time to Time.
Heute fand in den Räumlichkeiten von Studio 1 RTV Slovenija eine Pressekonferenz statt, bei der sich die Künstler vorstellten und per Auslosung die Reihenfolge für die Veranstaltung ermittelten, die am 27. Februar 2011 ebenfalls in Studio 1 RTV Slovenija stattfinden wird. Schauen wir uns also etwas genauer an, in der Reihenfolge, die sie selbst ausgelost haben, wer die Künstler sind und was sie für die diesjährige Veranstaltung vorbereitet haben:
Den Wettbewerb eröffnen ROCK PARTYZANI, eine knackige Rockerband mit langjährigem Pedigree in anderen Bands, diesmal aber im Partisanen-Gewand (Aleš Klinar, Franci Zabukovec, Robert Sršen, Mare Novak und Darja Drobnič-Didi, dazu gesellt sich auch Rock’n’Band-Sänger Rok Ferengya), die mit dem Rocksong Time for Revolution verkünden werden, dass endlich die Zeit für eine Revolution gekommen ist.
TABU muss man wohl kaum extra vorstellen, hat uns die Band letztes Jahr doch angenehm überrascht mit dem neuen Album 42 – O smislu življenja, vesolja in sploh vsega. Laut ihrer neuen Sängerin Tina Marinšek haben sie für die EMA einen Track vorbereitet, der uns erleuchten und definitiv wärmen wird. Über die endgültige Form bleibt Tina jedoch geheimnisvoll, denn laut ihr ist der Song noch nicht ganz fertig.
NINA PUŠLAR ist eine Sängerin, die die Bitka talentov 2005 gewann und bereits 2010 bei der EMA auftrat, wo sie mit dem Song Dež den zweiten Platz belegte. Es versteht sich von selbst, dass ausgerechnet ihr Song der meistbeachtete Hit der EMA 2010 wurde. Diesmal hat sie einen Track vorbereitet, der nach eigenen Worten dynamisch, schnell, jugendlich und verspielt ist.
MAJA KEUC hat als Zweitplatzierte (aber zweifellos meistbeachtete) Teilnehmerin der Show Slovenija ima talent am Himmel der slowenischen Unterhaltungsmusik aufgeleuchtet. Man erkennt sie an ihrer außergewöhnlichen, dunkel getönten Stimme, die an Amy Winehouse und viele andere schwarze R’n’B-Künstler erinnert. Diesmal präsentiert sie einen Song, der dramatisch ist, sich langsam aufbaut und entwickelt – sein Besonderes ist das reiche Instrumentarium, das die Kraft und Farbe ihrer zweifellos starken Stimme umhüllt.
FELIKS LANGUS ist ein neu gegründetes Duo, bestehend aus Matej Mršnik und Anže Langus. Auf den ersten Blick vielleicht unbekannt, aber wenn man erfährt, dass beide bei der Konzert- und Studiobesetzung von Tinkara Kovač mitgewirkt haben, dass Anže bei Magnificos Turbolenzza dabei war und Matej fast ein Jahrzehnt mit der ursprünglichen Studio- und Konzertbesetzung von Neisha zusammengearbeitet hat, liegt es auf der Hand, dass wir es hier mit zwei qualitativ hochwertigen Musikern zu tun haben, die ihre Kräfte in einem Duo namens Feliks Langus vereint haben. Laut Matej Mršnik werden sie einen Track vorstellen, der im Kern die Eigenart der vereinten Musiker bewahrt und sich in den Bereich des Mainstream-Discos einordnen lässt, der sich in den letzten Jahren sowohl hierzulande als auch weltweit gut etabliert hat.
LEELOOJAMAIS ist ein bekannter und gut etablierter Name auf der slowenischen Musikszene, haben sie doch schon 2001 mit ihrer untypischen, oft übersehenen, aber qualitativen und sehr hörenswerten Musikform überrascht. Sie setzen auf eine Mischung aus Jazz, Rock, Pop und Funk. In diesem Stil machen sie weiter, besonders jetzt, wo die ehemalige Sängerin Lara Love in ihre Reihen zurückgekehrt ist. Den Titel ihres Songs haben sie verraten: Slovenka. Sie sagen, es sei ein echter patriotischer slowenischer Song, die Vaterlandsliebe aber wollen sie nicht mit der Ziehharmonika ausdrücken, sondern mit ihren vertrauteren R’n’B- und Pop-Rhythmen.
APRIL ist ein neues Gesicht am slowenischen Musikhimmel – 2010 hat sie die slowenische Pop-Dance-Szene angenehm überrascht und ordentlich aufgemischt mit zwei Songs, Sam boš šel domov und Ne bi, mit denen sie im Nu an die Spitze der Charts katapultiert wurde. Großen Wert legt sie auch auf ihr Äußeres, das nicht selten an das Image der weltbekannten Lady GaGa erinnert. Sie wird uns einen energiegeladenen Dance-Track präsentieren, den sie mit guter Choreographie aufpeppen wird.
SYLVAIN und MIKE VALE sind sehr bekannte und völlig etablierte DJs auf der elektronischen Szene, die sich gelegentlich auch mit Produktion beschäftigen. Sylvain wurde mit den Tracks If I (fell in love), Stop the World und Call Me bekannt, mit denen er Slowenien endgültig auf die Karte der weltweiten House-Szene gesetzt hat. Mike Vale ist ebenfalls ein DJ, der mit seinen Remixen von Songs bekannter slowenischer Bands bekannt wurde. 2009 hat er beim amerikanischen Label Portamento sogar seine erste EP mit dem Titel Play It veröffentlicht. Für den Auftritt bei der EMA haben sie ihre Kräfte wieder vereint und auch die Sängerin HANNAH MANCINI eingeladen, ebenfalls bereits ein etablierter Name auf der Elektro-Dance-Szene, die aus Los Angeles kommt. Sie werden uns in erster Linie einen Pop-Track vorbereiten, der aber auch elektronische Rhythmen enthalten wird.
Hinter dem Künstlernamen TIME TO TIME verbergen sich Mitglieder der Familie Kozlevčar – Vater Tomaž sowie seine Söhne Samo und Nino. Angesichts ihrer musikalischen Vergangenheit können wir davon ausgehen, dass sie sich mit einem Song vorstellen werden, in dem ein Reichtum an Vocals und Instrumentalmusik herrscht. Laut Tomaž werden wir Zeuge eines rhythmischen, vielseitigen und reichhaltigen Songs sein, dessen Botschaft eine Welt ist, die schön, gerecht und aufrichtig sein kann.
OMAR NABER ist ebenfalls ein schon bekannter Stammgast der EMA, hat er doch 2005 sogar mit dem Song Stop gewonnen und uns beim Eurovision Song Contest in Kiew vertreten. Auch beim zweiten Mal, 2008, hat er sich bestens geschlagen und mit dem Song I still carry on den hervorragenden zweiten Platz belegt. Auch diesmal setzt er auf seinen, wie er selbst sagt, typisch omarischen Rock-Track, der mit seinen schnellen Rhythmen ein bisschen an ein Musical erinnert, der Text aber eine sehr starke inhaltliche Botschaft trägt.
Die Vorstellung der Künstler und die Auslosung der Plätze wurde auf humorvolle Weise von Andrej Hofer moderiert, der uns dabei auch erklärte, dass die Songs ihre Premiere in den Sendungen NLP und Spet doma haben werden, und zwar:
6. Februar 2011 – April, Omar Naber und Nina Pušlar
13. Februar 2011 – Maja Keuc, Time to Time, Feliks Langus und Rock Partyzani
20. Februar 2011 – Leeloojamais, Sylvain, Mike Vale und Hannah Mancini sowie Tabu.
Ihre Radiopremiere werden die neu entstandenen Songs auf dem Programm VAL 202 am Dienstag, 22. Februar 2011 um 20 Uhr erleben.
Die Auswahl ist auf jeden Fall bunt. Die Musiker beschäftigen sich gerade mit der Bühnengestaltung und Choreographie ihrer Auftritte und schleifen noch an den letzten Details der Songs, die sie für diese Veranstaltung geschrieben haben. Wir werden uns gemütlich in unsere Sessel setzen und uns angenehm überraschen lassen. Vielleicht wird uns die eine oder andere Melodie freudig aufhorchen lassen und wir werden nach langen Jahren wieder einen Festivalhit bekommen. Darüber, wie sich die Gewinnerin beim Eurovision Song Contest schlagen wird, lohnt es sich wohl kaum zu diskutieren. Selbst jeder Spatz auf dem Ast kann dir sagen, dass nicht immer der Beste gewinnt und dass die Minestrone, die im Eurovision-Topf köchelt, oft einen sehr bitteren Nachgeschmack hat.