Elabanda: Tomo Škwuorc
Autor: Aleš Podbrežnik
Die Gruppe Elabanda aus Ajdovščina vermisst in der slowenischen Musikszene vor allem Selbstironie – kein Wunder also, dass Sänger und Gitarrist Jure Ferjančič, Akkordeonist Mitja Škrlj, Mandolinist Urban Logar, Bassist Aljoša Košuta, Schlagzeuger Peter Mozetič und noch ein weiterer Gitarrist, Matija Ceket, die die Band komplett machen, genau Ironie und eine gehörige Portion Witz in ihre Musik einfließen lassen, oft durchzogen von Zynismus. Die seit 2007 aktive Gruppe erregte bereits mit ihrem Debüt Vzemi me s sabo Aufmerksamkeit, während sie ihre treuen Hörer letzten Herbst mit dem Album Facka beglückte, was im Dialekt so viel wie Ohrfeige bedeutet.
Daraus stammt auch ihre neue Single Tomo Škwuorc, die dank des Gitarrenintros, verwoben mit Mandoline, balladesken Ansätze aufweist – ehe das Akkordeon die übrigen Instrumente anführt und dem Song eine lebhaftere Folk-Rock-Basis verleiht. Jure Ferjančič erklärt zum Songtext, der überaus treffend und lebensecht ist: »Tomo existiert tatsächlich, und wir haben gesagt, er muss Škwourc sein, denn er war schon immer ein bisschen über dem Boden und ein bisschen auf dem Boden. Im Laufe eines Jahres wechselt er mehrmals die Farbe und zieht im Winter Richtung Süden.« Solche Dorforiginale sind nun mal oft »eine echte Plage, nervig wie eine Fliege, stur wie ein Maultier, in manchen Momenten die besten Freunde, während sie einen das nächste Mal nicht mal kennen. Am nächsten Tag sind sie bloß Trinker, dann wieder Politiker, manchmal Weiße, oft Rote. Ja, Tomo Škwourc ist genau so einer,« erzählt Jure in dem scherzhaften Ton, der so typisch für Elabanda ist.
Text und Musik: Jure Ferjančič
Arrangement: Elabanda
Pressefotos: Archiv von Elabanda
Jetzt reinhören auf Soundcloud.
Facka ist das zweite Album der Band, die vor allem durch ihren Gesang im Ajdovščina-Dialekt bekannt wurde, während die Songs durch eine bemerkenswerte Zugänglichkeit überzeugen, die vor allem auf den Lebensgeschichten beruht, auf die sie sich stützen. »Wir reden von Geschichten, die uns hier und jetzt passieren. Wir sind zu klein, um die Welt zu retten – wir können ihr nur ein bisschen Salz oder Pfeffer hinzufügen, wenn nötig, damit sie schöner aussieht,« meint Jure Ferjančič und fügt hinzu, dass alle gerne »die Welt retten, Tränen vergießen oder jemandem eine reinhauen wollen, usw. Doch all das lässt sich auch auf eine andere Art sagen. Und natürlich auch sehen, wenn du die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachtest.« Genau deshalb bricht Elabanda inmitten all der schwermütigen und grüblerischen Kunsthöchstleistungen den Ernst auf und lädt dazu ein, nach hellen Türen zu suchen, die uns zu Spaß und Entspannung führen. »Wir bemühen uns, dass das Ganze ein bisschen anders klingt – ohne billige Reime und Einheitsproduktion,« schließt er ab.
Die RockLine-Rezension des Albums „Facka“ kannst du HIER lesen!
Das Album Facka erschien am 9. November 2015 beim Ustvarjalno polje Celinka.si.
Auf dem Godibodi-Blog findest du das Interview mit Jure Ferjančič, dem Kopf der Gruppe Elabanda.