Drinking Angry

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Künstler: Welch Boys, The
Label: I Scream Records
Erscheinung: 2008
Laufzeit: 49:01
Wertung: 3.5/5

Oh ja. Hat jemand schon mal von Dropkick Murphys gehört? Ihr wisst schon. Rock n‘ Roll mit einer Prise Punk, ein bisschen irischen Folk-Schwindeleien dazu und der Muffin ist fertig gebacken. Das gut genährte Bostoner Quintett, das dem saufenden Randalieren und Feiern verschrieben ist, wird nach wie vor vom unerschütterlichen Gitarristen T.J. Welch (von Blue Bloods) angeführt, an seiner Seite Slapshot-Sänger Ed Lalli, dazu noch Gitarrist P.J. Dionne und Bassist Mark Powers. Die Band hat mit Steve Maffeo einen neuen Schlagzeuger aufgenommen, der als Ersatz für den (im Schlaf) verstorbenen Ron Holbrook eingesprungen ist.

The Welch Boys setzen mit dem neuen Album ihre Geschichte dort fort, wo sie mit dem Debüt aufgehört hat. Also: dur-orientierte Refrains, Leitmotive. Ed Lalli hat diesen echten betrunkenen, grunzend-röchelnden Gesang, der krampfhaft versucht, die Melodie zu führen, stellenweise absichtlich „hingeklatscht“ – was dem Sauf-Punk-n‘-Rock der Band definitiv Pluspunkte einbringt und natürlich vor allem The Welch Boys Glaubwürdigkeit verleiht. Die Riffs sind trivial, manchmal buchstäblich blöd simpel, in den Refrains untermalt vom Gesang einer Meute – oder besser gesagt: einer Runde Saufkumpanen, die keine Macht der Welt aus den irischen Pubs kriegt. TJ Welch beweist, dass er kein kompletter Außenseiter auf der Gitarre ist. Er weiß genau, wie er aus einzelnen Riffs eine draufgängerische Sauf-Rock-Energie herausholt, und überrascht dabei auch mit Gitarrensoli, die erstens nicht völlig schablonenhaft simpel sind und zweitens, obwohl man sie auch nicht vermissen würde. Punk braucht nicht unbedingt Soli – aber schaden tun sie hier auch nicht.

Man weiß nicht genau, wie gut das Quintett beim Aufnehmen der Platte drauf war, aber offensichtlich mussten im Studioatmosphäre ziemlich viele Moleküle diverser Alkoholderivate unterwegs gewesen sein. Echt jetzt. Die Texte sind lausbübisch, sogar spitz-satirisch angelegt, was den Humor angeht (Pervert – über Gitarrist Pete Townshend). Die Jungs amüsieren sich auch bei Let’s Break The Law, wo sie das Original von Anti Nowhere League sehr geistreich und auf ihre eigene Art verkleiden. Das Album hat stolze 18 Tracks, und allein an dieser Zahl lässt sich ablesen, dass der Alkohol den Kerlen auch im Studio keine Ruhe lässt.

Also? Einfacher „Party Drive“, Selbst- und Fremdverarschung (die Texte sind das saftige Highlight des Albums) an jeder Kurve dieser verdrehten, aber charmanten Punk-Rock-Fahrt mit leichter irischer Folk-Note, die dich zu Dummheiten treibt. Das Ding dürfte auch Fans von Deadly Sins, NOFX, Street Dogs interessieren, sowie – und sogar – in milderen und gelegentlichen Dosen natürlich, wenn ihr zu The Drinkers gehört.

Besetzung

Ed Lalli – Gesang
TJ Welch – Gitarre, Hintergrundgesang
PJ Dionne – Gitarre, Hintergrundgesang
Mark Powers – Bassgitarre, Hintergrundgesang
Steve Maffeo – Schlagzeug, Hintergrundgesang

Produktion

Jim Siegel & The Welch Boys

Tracklist

1. Head In The Sand
2. No Hope
3. Charlie The Marine
4. Transparent Man
5. Drinking Angry
6. Police Dog
7. Pervert
8. My Own Creation
9. Ambulance Ride
10. 8 %
11. Johnny Black
12. Route Irish
13. Let’s Break The Law
14. Stronger
15. Two Steps Forward
16. Time Ain’t On Our Side
17. Turn It Loose
18. Sonic Lobotomy

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