Different faces

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Künstler: To Hate
Label: 57 Records
Veröffentlichung: 2009
Laufzeit: 43:37
Bewertung: 4/5

Vor uns liegt das Debütalbum der heimischen Melodic/Death-Metaller To Hate, die sich entschlossen haben, ihre lokalen Ideen durch die schwedische Produktion des sogenannten Gothenburg Metals einzufangen – einer Szene, die dank Bands wie In Flames oder Dark Tranquillity nach wie vor unter Beschuss steht.

Gleich zu Beginn möchte ich das Album Different Faces als echten Wendepunkt und frischen Wind in der heimischen Metal-Szene abstempeln, denn das Album wirkt sehr frisch und vor allem originell. Schon das Artwork selbst ist interessant – gestaltet von Sanja Pocrnjić –, und dazu noch die Tatsache, dass ein so gutes Album als Selbstveröffentlichung erschienen ist. Wieder ein schönes Beispiel dafür, wie schwer es ist, einen Verlag allein mit guter Musik zu finden.

Neben dem Intro, das von Katja Sevšek gespielt wird, und dem Outro finden sich auf dem Album noch zehn Songs, über die man sagen kann, dass sie allesamt unglaublich dynamisch und ausgereift sind. Schon beim zweiten Track bekommt man die richtige Dosis Adrenalin, die scharfe Gitarren und gut aufgenommene Drums durch die Adern jagen. Interessant ist auch die Entscheidung, direkt nach dem Intro einen weiteren Instrumentaltrack zu platzieren, der allen At The Gates-Fans ins Ohr gehen wird – er hat genau die richtige Energie und Aggressivität.

Wie ich bereits gesagt habe, sind To Hate im Kern eine sehr melodische Band, was sie endlich auch mit hervorragend aufgenommenen Gitarren und Gesang unter Beweis stellen – gleichzeitig nehmen uns auch die Drums mit in ihre Welt, denen es weder an Dynamik noch an Blast Beats mangelt. Obendrauf verbindet das alles noch der Bass, der nicht aufdringlich ist und sich nicht in den Vordergrund drängt. Beim Song Panic Disorder überrascht dann noch der Einsatz einer Flöte, gespielt von Rebeka Mlakar.

Was den Klang des Albums betrifft, kann man sagen: gut und sauber. Nirgendwo gibt es Störgeräusche oder Rauschen, das irgendeinen Teil der Songs verdecken würde. Dabei möchte ich die Arbeit von Matic Mlakar vom 5th Season Studio loben, der das Album auch gemixt und gemastert hat.

Auf dem Album stechen bei weitem am deutlichsten die Gitarren hervor – von denen es wirklich viele gibt –, und sie sind das führende Element der Band. Mit ihrem melodischen Sound erzeugen sie genau das richtige Maß an Atmosphäre und Spannung, die sich beim Hören aufbaut. Neben den Gitarren möchte ich noch den aggressiven und charismatischen Gesang erwähnen, für den in erster Linie Jure Vandur verantwortlich ist. Dabei möchte ich auch die mutige Geste ansprechen, was den Einsatz von cleanen Gesangspassagen betrifft – bei “Troo“ Metal-Hardlinern kann genau das zum Ablehnungsgrund für die Musik werden. Das ist aber auch ein Zeichen dafür, dass die Jungs machen, was ihnen musikalisch am meisten liegt, und auf den Vox Populi pfeifen.

Kurz gesagt ist das Album Different Faces ein ausgezeichnetes Werk, das sich durch eine hochwertige Produktion und ausgefeilte Song-Arrangements auszeichnet. Das Album hat einen starken Sound und einen eigenen Wiedererkennungswert – was heutzutage eine echte Seltenheit ist angesichts der Flut von Bands, die sich an der Gothenburg-Szene orientieren.

Als Debüt übertrifft es in jeder Hinsicht die Erwartungen.

Besetzung

Sašo Corso – Schlagzeug, Hintergrundgesang
Oliver Čepek – Bass
Marko Strnad – Gitarre
Jure Vandur – Gesang, Gitarre

Trackliste

1. Beginning to hate (0:46)
2. Break a spell (2:16)
3. Key to the suicide are (4:03)
4. Programme zero (3:34)
5. Step of truth (3:58)
6. Silence implies consent (4:38)
7. Panic disorder (4:28)
8. Zirberck 1329 (4:10)
9. Useless device (4:54)
10. Black hole of miracles (4:18)
11. Burn down with my existence (4:24)
12. Micron (2:08)

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