Crossfire

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: White Widdow
Label: AOR Heaven Records
Erscheinungsjahr: 2014
Laufzeit: 42:17
Bewertung: 4.5/5

Die australischen White Widdow sind eine der schönsten und positivsten Überraschungen, wenn es um die Vertretung von AOR-Revival-Bands auf diesem Planeten geht! Es handelt sich um ein Team außerordentlich erfahrener Musiker, die in ihrer Karriere in verschiedenen Bands tätig waren. Die Jungs veröffentlichten in den Jahren  2010 und 2011 zwei hervorragende Studioalben, auf das dritte musste man drei Jahre warten.

White Widdow haben das neue Album »Crossfire« erneut im Studio York St Studios im südlichen Melbourne aufgenommen. In diesem Sommer haben sie einen neuen Schlagzeuger namens Noel Tenny aufgenommen, der den verstorbenen George Kristy ersetzt hat, außerdem hat White Widdow mit Ben Webster einen neuen Bassisten in der Besetzung, die sich beide aktiv am Schreiben von neuem Material und der Aufnahme des neuen Albums beteiligt haben. Einige turbulente Jahre hat die Band in den letzten drei Jahren durchgemacht. Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum das Album länger brauchte als erwartet.

»Crossfire« ist die Fortsetzung der Geschichte der beiden Vorgänger, nämlich »White Widdow« (2010) und »Serenade« (2011), und bewahrt die gesamte klangliche und kompositorische Klasse, die die beiden älteren Studioalben verkörpern. Das Album »Crossfire« trägt eine noch etwas detailliertere Produktion, vor allem was das Kolorieren des Klangbildes mit tieferen Tönen betrifft, die das Gerüst der ansteckenden rhythmischen Kinetik noch entschlossener packen, auf dem sich ein neues Gewirr giftig ansteckender Melodien entfaltet, die beim Hören sofort zugreifen! White Widdow sind eine Band, die neben einer unumkehrbaren Verliebtheit in die goldenen Zeiten der AOR-Musik ein außerordentlich feines Gespür für den Aufbau eines packenden Refrains und einer straffen, kompakten Form in der jeweiligen Komposition besitzt. Der Kern ist das packende Riff, das in der Akkordfolge so gesetzt ist, dass das Musikerteam in der Phrase das melodische Optimum entwickeln kann. Wir reden vom melodischen Optimum, das für das AOR-Genre gefragt ist. In dieser Hinsicht ist dem kreativen Nukleus der Songs von White Widdow alles vollkommen klar. Die Bausteine des Klangbildes sind also optimal angeordnet. Den Kontrast zwischen Riff und pulsierenden Snare-Schlägen verbindet die außergewöhnliche Wärme der Bassdrum, das Ganze ist in ein Wogen typischer Klangkonturen von Synthesizern gehüllt, die den goldenen Achtzigern entlehnt sind (Greg Giuffria würde sich glatt alle Finger beider Hände ablecken!!!). Vokalist Jules Millis ist das Zünglein an der Waage, der sich mit seiner Stimmfarbe unglaublich treffsicher in die Klangproduktion einfügt. Kein sonderlich hochkarätig ausgebildeter Gesang, fast leicht nasal, der aber den richtigen Farbton und den Moment emotionaler Entfaltung für das musikalische Dossier des AOR-Sounds mitbringt, dem White Widdow »huldigen«.

Die Kontraste sind außergewöhnlich und die Atmosphären verdammt eindringlich und mitreißend. Die Band fügt mit dem Gespür großer Feinfühligkeit Vokalharmonien hinzu, mit denen sie vokale »Unter-Melodien« formt, die Millises Grundvokallinien ergänzen, was eine außergewöhnliche Pomposität in den Songs erzeugt. »Crossfire« ist also die vollendete Fortsetzung der Geschichte der beiden vorherigen Alben und ein wunderschön neu geschliffenes Kontinuum der White-Widdow-Geschichte. Die Mid-Eight-Passagen sorgen für solistische Eskapaden, in denen die Meisterwerke des brillanten Enzo regieren, der darin die Gitarrenarbeit seiner Karriere abgeliefert hat. Der Typ hat damals viel Eddie Van Halen und George Lynch gehört.

Wenn du ein Nostalgiker der reichen AOR-Szene der Achtziger bist, wird dich das Album »Crossfire« unwiederbringlich in die einzigartige Welt vergangener Zeiten katapultieren. Vom bombastisch und ultramelodisch ansteckenden Titelsong am Auftakt des Albums bis hin zum Abschluss mit Never Again wird es dich so antörnen, dass du kaum warten kannst, erneut den Play-Befehl an deinem CD-Player auszulösen. Die Favoriten auf dem Album sind diesmal absolut deine Wahl. Die Songs sind melodisch auf höchstem Niveau detailliert und geschliffen und halten den Hörer in einem berauschenden Rausch hochvibrantiger Stimmungszustände! So authentisch nah an den Achtzigern hat schon lange keine Band mehr geklungen, die sich in der heutigen Zeit mit dem Prädikat des AOR-Revivalismus »schmückt«, wie eben die australischen White Widdow.

Wenn AOR-Revivalismus noch nie so sündhaft süß nah am Erbe der Achtziger geklungen hat. Die perfekte Verpackung der AOR-Brillanz, geerbt vom Besten, was die Achtziger zu bieten hatten, serviert für neue Zeiten! Perfektion! 

Besetzung

Jules Millis – Gesang 
Enzo Almanzi – Gitarre 
Xavier Millis – Keyboards 
Ben Webster – Bassgitarre 
Noel Tenny – Schlagzeug

Produktion

Xavier Millis & Pelle Saether

Tracklist

1. Caught In The Crossfire
2. Fly Me Away
3. Just Another Night
4. Below The Belt
5. Dream’s Don’t Die
6. Too Many Tears
7. Angel
8. Born To Be A Rebel
9. Carry The Heartache
10. Never Again

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