Continuum
Autor: Jernej Vene
Interpret: Mayer, John
Label: Columbia Records
Veröffentlichung: 2006
John Mayer ist einer, der ernste und tiefgründige, aber auch spontan fröhliche Songs aus dem Handgelenk schüttelt. Auf dem Album Continuum, das ihn höher hebt als je zuvor, widmet er sich dem hektischen Treiben des modernen Menschen in Tagen, die immer kürzer und kürzer werden. Stop the train ist ein solcher Song, und wenn das ein Mittdreißiger aufschreibt, meint er damit bestimmt, dass wir Hals über Kopf leben. Continuum basiert in der Besetzung auf demselben Trio, das das Livealbum Try aufgenommen hat, ein paar Gäste helfen aus. Darunter der Trompeter Roy Hargrove und der Gitarrist Ben Harper. Wunderschöne Musik steckt auf dem Album, Mayer präsentiert sich als hervorragender Gitarrist, auch wenn manche sagen werden, er habe viel bei Eric Clapton abgeschaut und vielleicht noch mehr bei Jimi Hendrix, dessen Bold as love du auf Continuum findest. Vielleicht sogar etwas zu viel verdankt Mayer dem verstorbenen Bluesmeister Stevie Ray Vaughan, denn er versucht, ihm in der Gitarrentechnik nahezukommen, sogar ähnliche Stimmbänder hat ihm die Natur geschenkt. Mayers Schwenk in bluesigere Gewässer reicht aber schon bis ins Jahr 2003 zurück, als er anfing, auf Platten von Legenden wie Buddy Guy, B.B. King und Herbie Hancock mitzuwirken. Offensichtlich gefallen ihm Blues und teils Jazz sehr gut, denn er taucht gern darin ein. Wunderschön sind einige Balladen wie zum Beispiel Dreaming with a broken heart. Mayer hat Continuum auch deshalb diesen Titel gegeben, weil er bei Konzerten seine wahre Liebe entdeckt hat – den Blues. Deshalb hat er die Songs Daughters und Something’s missing vom Album Heavier things draufgepackt, um zu zeigen, in welche Richtung er sich bewegt. Als Zugabe gibt es auf Continuum noch die Songs Vultures und Gravity vom Album Try: The John Mayer trio – Live in concert. Damit behält er locker seine alten Hörer. Für den Sound sorgten Mayer und Schlagzeuger Steve Jordan, die die Musik in ein angenehmes Klanggewebe gehüllt haben, in dem alles an seinem Platz sitzt. Mayer weiß, dass man von Leuten lernen muss, die bestimmte Erfolge hinter sich gelassen haben. Auch jemand anderes könnte sich an ihm ein Beispiel nehmen. Man muss nicht blind irgendwelchen Mustern und Richtlinien folgen, sondern das Beste von früher nehmen und eigene Ideen dazugeben. Das ist meist eine Gewinnerkombination, zumindest Mayer weiß das sehr genau. Damit reiht er sich unter die repräsentativsten Musiker seiner Generation ein. In den Texten reist Mayer von sozialpolitischen Themen bis hin zu romantischer Liebesthematik – er spielt immer auf den Einzelnen an, meint aber das Allgemeine.
Besetzung
John Mayer – Gesang, Gitarre
Pino Palladino – Bass
Steve Jordan – Schlagzeug
Produktion
John Mayer, Steve Jordan
Tracklist
01. Waiting on the World to Change
02. I Don’t Trust Myself (With Loving You)
03. Belief
04. Gravity
05. The Heart of Life
06. Vultures
07. Stop This Train
08. Slow Dancing in a Burning Room
09. Bold As Love
10. Dreaming With A Broken Heart
11. In Repair
12. I’m Gonna Find Another You