Čiste linije – Lei`Yh
Autor: Aleš Podbrežnik
Die Sammlung mit fünf Songs Čiste linije ist die zweite Online-Veröffentlichung der Rocker aus Kranj, Lei’Yh – also die jüngere Schwester des Debüts Ali pa… aus dem Jahr 2013. Wie beim älteren Bruder bleiben die Jungs auch auf Čiste linije ihrer eigenwilligen Form des Gitarrenrocks treu. Stellenweise untermauern sie auch härtere Gitarrenriffs mit klarsichtigen Texten für Hörer, die noch schwanken, was sie von alldem halten sollen. In den Songs Easy, Breezy, Sunny und Rdeči, beli ,črni halten sie der Leere der slowenischen politischen Szene und ihren Mitspielern den Spiegel vor – Leuten, die auf Basis überholter ideologischer Konstrukte durch die Ausgrenzung „der Anderen“ und Andersdenkender den Mangel an jeglicher Idee verschleiern.
In den Songs Alles klar und Republika liebäugelt die Band mit Post-Punk, der aus dem New-Wave-Geflecht beider Gitarren durchsickert – und könnte damit auch Ohren ansprechen, die auf dieses Genre geeicht sind. Zu den vier neuen Songs gesellt sich noch Himna zanjo, eine leicht überarbeitete Version des Stücks, das tatsächlich aus der besagten New-Wave-Ära stammt und in dem Aljošas leicht hypnotischer Gesang versucht, den Eindruck eines sich wiederholenden Kaleidoskops von Mustern zu erzeugen.
Der Sound der Band ist auf Čiste linije hart, klar und ausgereift. In die Songs sind Refrains eingebaut, die den Hörer durch ihre Wiederholung zum Mitsummen verführen wollen – um ihn dann in Momenten mit beinahe radioheadesken Einschüben zu verwöhnen.
Das Ding ist es wert, gehört zu werden – solltest du dabei aber auch ins Wiegen geraten, kann dich ein fehlender oder ungerader Takt aus dem Rhythmus bringen, und genau das würde sich Lei’Yh auch wünschen.