Bosanski Psiho tourt durch Slowenien!
DIPLOMATZ alias DAMIR AVDIĆ:
Wortkünstler. Scharf wie eine Rasierklinge, direkt wie ein Schuss in den Kopf, ehrlich wie ein Herz. Ohne Kompromisse und Illusionen bringt er wütende Punks und verqualmte Hip-Hopper durcheinander, holt den grübelnden Intellektuellen von der Theke weg und stopft auch dem zügellosesten Schwätzer das Maul. Sein Wort ist zäh, gespannt, dreist. Die Wahrheit tut weh, und Diplomatz alias Damir Avdić legt sie feurig, roh und unerbittlich bloß. Er haut sie raus mit psychotischem, vampirhaftem Blick und schneidet sie mit einem rauen, kräftigen Gitarrenriff ins Fleisch, das eher zur Hardcore-Schule gehört als in den Singer-Songwriter-Club.
Damir Avdić aus Tuzla zog schon in den 1990ern die Aufmerksamkeit auf sich, als Frontmann der harten, waschechten Punkrock-Band Rupa u zidu, die ihr Debüt noch vor dem Krieg in Bosnien veröffentlichte und während des Krieges gleich zwei weitere nachlegte. Auch wenn Rupa u zidu (offiziell) nie aufgelöst wurde, ist Damir Avdić alias Diplomatz im neuen Jahrtausend ganz allein unterwegs, mit seinem riesigen Organ, das die Geschichten wie ein Maschinengewehr abfeuert, und einer mächtigen Gitarre, die er umklammert wie den Auslöser einer Bombe.
2004 nahm er in seiner Heimatstadt Tuzla sein Debüt …od trnja i žaoka auf, den eigenwilligen Soundtrack zu seinem Roman Na Krvi Ćuprija (Most na krvi), der in
kernigem bosniakischem Slang die Geschichte der Kriegs- und Nachkriegszeit in Bosnien zwischen 1992 und 2002 erzählt. Beide Veröffentlichungen erblickten bei Zdenko Franjić das Licht der Welt, das Buch bei Bratstvo duša / die Platte bei Slušaj najglasnije. Mit intensiven Live-Auftritten verbreitete sich die Legende vom Bosanski Psiho über den hügeligen Balkan und reichte bis nach Frankreich und Deutschland.
Diplomatz alias Damir Avdić ist alles in einer Person – Sänger, Dichter, Gitarrist, Band, Liedermacher bzw. Anti-Liedermacher, Schauspieler, Schreiber, Denker. Alles macht er aus vollem Herzen. Mit nüchternem Kopf. Er trifft immer mitten ins Zentrum des Problems. Tritt so manchem auf die Hühneraugen. Entlarvt bis auf den Grund die Banalität des rohen Alltags. Nach Zdenko Franjić (Slušaj najglasnije), nach den Rockern No Rules aus Tuzla, die ihn auf dem Album Probaj me zu Gast hatten, und den Dub-Reggae-Leuten Defence aus derselben Stadt, denen er den Text zum Song Loko Diggi schenkte und ihn mit ihnen auch auf dem Album Baga Music sang, und nach der aktuellsten Zusammenarbeit mit seinem Landsmann, dem bosniakischen Hip-Hopper Frenkie, konnte auch Mr. Moonlee nicht widerstehen. Er schlug ein und sagte das schicksalhafte: „Ja!“
Das zweite Album Mrtvi su mrtvi!, im März 2008 bei Moonlee Records erschienen, ist noch direkter. Nicht weniger roh als seine Live-Shows, vor allem aber nimmt er kein Blatt vor den Mund, schneidet mit bitterer Gitarre direkt ins Bewusstsein und weckt das Unterbewusstsein. „Das System lässt sich nicht von außen zerschlagen, also mit einer Explosion, sondern von innen, mit einer Implosion, bei der auch du dich auf die Nase legst“, versichert der Diplomat der Hardcore-Schule und provoziert gleichzeitig mit der Frage: „Bist du bereit dafür?“
MEHR:
www.myspace.com/damiravdicc
http://www.moonleerecords.com
KONZERTTERMINE IN SLOWENIEN:
MITTWOCH, 7. MAI
Sax Pub, LJUBLJANA
FREITAG, 9. MAI
Rdeča ostriga, Škofja Loka
SAMSTAG, 10. MAI
MKK, Črnomelj
SONNTAG, 11. MAI
Muzej premoderne umetnosti, Sp. Hotič pri Litiji
DIENSTAG, 13. MAI
MKC, Koper
MITTWOCH, 14. MAI
Gromka – Metelkova mesto, Ljubljana