Bon Jovi in Wien

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Wer: BON JOVI
Wann: Freitag, 17. Mai 2013
Wo: Hipodrom Krieau / Wien / Österreich

Bon Jovi starteten ihre große Musikkarriere 1983 in New Jersey. Ein Jahr zuvor hatte Jon Bon Jovi über Beziehungen einen Job im bekannten New Yorker Studio Power Station bekommen, dessen Miteigentümer sein Cousin Tony Bongiovi war. Blut ist bekanntlich dicker als Wasser, und so bekam Jon über seinen Cousin die Gelegenheit, ein paar Demoaufnahmen einzuspielen – dabei spielten Gitarrist Tim Pierce (der viele Jahre mit Rick Springfield gespielt hatte), Keyboarder Roy Bittan (E-Street Band), Bassist Hugh McDonald, und an den Drums haute Frankie LaRocka rein. Eine ziemlich namhafte Truppe für den jungen und ehrgeizigen Jon, der keine Zeit verlor und die Demos gleich zum lokalen Radiosender schleppte. Runaway war der Track, der am besten ankam und den bald auch die größeren New Yorker Radiosender rotierten.

Im Frühjahr 1983 machte Jon ernsthaft daran, eine Besetzung für seine künftige Rockband zusammenzustellen. Ihm schloss sich Keyboarder David Bryan (damals noch als David Bryan Rashbaum bekannt) an, der den etwas älteren Bassisten Alec John Such und Tico Torres mitbrachte – beide zu der Zeit alte Hasen im Musikgeschäft. Als Gitarrist sprang kurz Nachbar Dave Sabo ein, der die Gruppe aber schnell wieder verließ, um sich der Gründung seiner eigenen Band Skid Row zu widmen. Richie Sambora war der Mann, der ihn damals mit bereits einiger Gitarrenerfahrung ersetzte. Er hatte nämlich schon mit Joe Cocker gespielt und sich auch beim Vorspielen bei KISS beworben, die zu der Zeit gerade wieder einen neuen Gitarristen suchten.

Ziemlich schnell, schon im Herbst desselben Jahres, wurde Derek Schulman, einer der Führungsköpfe beim Label Mercury Records (Teil des multinationalen Konzerns PolyGram), auf die Band aufmerksam, die sich den nicht gerade originellen Namen Johnny Electric gegeben hatte. Manager wurde Doc McGhee, und sein erster Schachzug war die Namensänderung – der klang nämlich wirklich ziemlich unglücklich. Die Idee dazu fand er bei Van Halen, die ihren Familiennamen als Bandnamen genommen hatten – und so wurden Bon Jovi geboren.

Der Weg war jetzt, zumindest vorübergehend, mit Rosen gepflastert, denn nachdem sie Anfang 1984 ihr Debütalbum Bon Jovi veröffentlicht hatten, ermöglichte ihnen Doc McGhee eine aufsehenerregende Tour. Als Vorband spielten sie auf den Konzerten der Scorpions in den USA und bei KISS auf dem europäischen Teil der Tour. Kein Wunder, denn Doc hatte auch KISS und Mötley Crüe unter seinen Fittichen.

Dann aber hakte es ein bisschen. Ein Jahr später, genauer gesagt im März 1985, brachten die Jungs ihr zweites Studioalbum 7800° Fahrenheit raus. Das aber erfüllte vor allem die kommerziellen Erwartungen nicht, die das Label – wie jedes – gehegt hatte. Trotz der drei ausgekoppelten Singles Only Lonely, In and Out of Love und Silent Night blieb das Album unbeachtet und fiel weit hinter die Erwartungen sowohl der Band als auch des Labels zurück. Trotzdem gingen die Jungs auf eine eigenständige Tour durch Japan und Europa. Auf heimischem Terrain lief es aber schief, denn das Beste, was sie rausschlagen konnten, war die Vorband für die damals sehr erfolgreichen Ratt zu sein. Bon Jovi drohte, nie über die Rolle der Vorband für viel populärere Bands hinauszukommen.

Zwei ziemlich durchschnittliche Studioalben waren für das Label Alarm genug, um bei dieser Band aktiv zu werden. Zum Glück warf es sie nicht gleich raus, sondern gab ihnen noch eine – diesmal wirklich letzte – Chance, aus ihrer Musik was zu machen.

Songwriter Desmond Child und Produzent Bruce Fairbarn – zwei Namen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort und in der Nähe der richtigen Band auftauchten. Ausgestattet mit Songwriter und Produzent zogen Bon Jovi 1986 für ein halbes Jahr nach Vancouver. Die Aufnahmen zum dritten Studioalbum konnten beginnen. Der Legende nach sollen die Jungs das fertige Album in eine lokale Pizzeria in New Jersey geschleppt und es dem dort anwesenden Publikum vorgespielt haben – das war natürlich begeistert. Genau dieses Pizzeria-Publikum soll angeblich die erste Single You Give Love a Bad Name ausgewählt haben.

Das Album, dem die Jungs den Namen Slippery When Wet gaben, erschien im August 1986 und kletterte weltweit an die Spitze der Charts. Der große Wurf war geglückt. Obwohl sie auch diesmal wieder als Vorband starteten – für 38 Special –, spielten sie Ende 1986 bereits als eigenständige Band in den größten nordamerikanischen Arenen. Im Sommer des nächsten Jahres hatten Bon Jovi bereits eine komplett ausverkaufte Welttournee hinter sich, einschließlich des Auftritts beim legendären Monsters of Rock-Festival in Donington. Aber sie waren völlig am Ende ihrer Kräfte.

Manager Doc McGhee ließ ihnen aber trotz der Erschöpfung keine Ruhe. Und sie selbst wollten auch beweisen, dass sie mehr draufhaben als ein einziges mega-erfolgreiches Studioalbum. Bon Jovi+Desmond Child+Bruce Fairbarn war eine Erfolgsformel, und ein Pferd, das gut zieht, wechselt man nicht. Was sich natürlich als richtige Entscheidung herausstellte, denn das nächste Album New Jersey, das im September 1988 erschien, brach alle Rekorde, die das vorherige aufgestellt hatte. New Jersey ist voll von Bon Jovi-Klassikern und lieferte sogar fünf Singles – alle feierten großen Erfolg. Es folgte eine neue, diesmal bereits zweite Welttournee, im Rahmen derer sie auch beim Moscow Peace Festival auftraten – und die sie endgültig auslaugte. Sie brauchten eine Pause, die ihnen Doc McGhee aber immer noch nicht gönnte. Also feuerten sie ihn, und Jon übernahm die Kontrolle über Bon Jovi.

Während der wohlverdienten Pause veröffentlichte Richie Sambora sein Soloalbum Stranger In This Town. Auch Jon ruhte sich nicht aus – er veröffentlichte das äußerst erfolgreiche Album Blaze of Glory. Mit Akustikgitarren traten die beiden bei den MTV Music Awards auf. Und die Folge? Genau dieser akustische Auftritt löste die Konzertreihe MTV Unplugged aus.

Bon Jovi fanden sich 1991 wieder zusammen. Inzwischen hatten sich die etwas erhitzten Gemüter auch ein bisschen abgekühlt, und es war möglich, kleinere Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Bandmitgliedern beizulegen. Die meisten Funken sprühten im Songwriting-Duo Jon Bon Jovi / Richie Sambora.

Musikalisch und visuell komplett erneuert kehrten die Jungs 1992 mit dem deutlich gereiften neuen Studioalbum Keep the Faith auf die Musikszene zurück. Die Achtziger hatten sie hinter sich gelassen, und ihr Comeback auf den Konzertbühnen starteten sie zunächst mit einer kleinen Klub-Tour, der eine größere, weltweite folgte. Keep the Faith war ein neuer Erfolg – und die Welttournee ebenso. Diese Welttournee besuchten mehr als 2,5 Millionen Menschen!

1994 verließ Bassist Alec John Such die Band – offiziell wegen zu großer Verpflichtungen, inoffiziell aber wegen der Spannungen, die die Jungs untereinander doch nie vollständig ausgeräumt hatten. So mancher Bon Jovi-Fan ist nämlich fest überzeugt, dass Jon Alec aus der Band gedrängt hat. Ersetzt wurde er durch Jons Jugendfreund, den bereits erwähnten Hugh MacDonald.

Es folgte das neue Studioalbum These Days, das im Sommer 1995 erschien. Kommerziell war das Teil sehr erfolgreich, musikalisch gesehen aber deutlich schwächer als seine beiden Vorgänger. Die Tendenz in seichtere Gewässer beginnt nämlich genau hier, vor allem mit dem Song This Ain’t A Love Song. Es folgte eine neue Welttournee – in Europa traten sie damals zusammen mit Van Halen auf.

Die längere Pause, die sich die Gruppe dann gönnte, nutzte erneut Jon am besten – er veröffentlichte ein neues Soloalbum Destination Everywhere und versuchte sich auch als Schauspieler. Am häufigsten war er in einzelnen Episoden der amerikanischen Serie Ally McBeal zu sehen, aber auch in einer Episodenrolle im damaligen Megahit Sex and The City. Auch Richie Sambora ruhte sich nicht aus und veröffentlichte ein neues Soloalbum mit dem vielsagenden Titel Undiscovered Soul.

Ihren großen Comeback zelebrierten Bon Jovi mit dem Hit It’s My Life, der so eine Art Fortsetzung von Livin‘ on a Prayer ist. Auch das Album Crush verkaufte sich wie warme Semmeln. Ende der Neunziger wurden Bon Jovi zur Stadionband, die in der Lage war, so gut wie jedes Stadion auf dem Globus auszuverkaufen.

Kreativ hat die Band auch im neuen Jahrtausend nicht pausiert – aus dieser Zeit stammen die Alben Bounce, Have A Nice Day, Lost Highway und The Circle. Das Album Crush bleibt aber ihr letzter großer Erfolg. Alle nachfolgenden Studioalben sind nicht nur kommerziell, sondern auch musikalisch weniger interessant und erreichen leider nicht die Qualität der goldenen Ära (1986–1996). Sie sind aber trotzdem groß genug als Anlass für Welttourneen, die stets ausverkauft sind. So wird es auch 2013 sein. Die Jungs bereiten nämlich ein neues Studioalbum What About Now vor und verkaufen eine weitere Welttournee aus – diesmal unter dem Namen »Because We Can World Tour«.

Im Rahmen dieser Tour erwarten wir sie unter anderem am 18. Mai 2013 in München. Arrangements sind bereits bei Concert Freak erhältlich. Anmeldungen werden HIER entgegengenommen.

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