Bo Diddley ist gestorben!
Der Grammy-prämierte Musiker hatte schon im August 2007 einen Herzinfarkt erlitten, einige Monate nach einem Schlaganfall, der sein Sprachzentrum beeinträchtigt hatte.
Der Weg zum Ruhm
Ellas Bates, so heißt der Gitarrist eigentlich, wurde 1928 in Mississippi geboren, Mitte der 30er zog seine Familie nach Chicago. Nach zwölf Jahren Fingerübungen auf der Geige griff er zur Gitarre. Seinen Spitznamen Bo Diddley bekam er in den 40ern, als er noch als Teenager auf den Straßen von Chicago spielte.
Berühmt wurde er 1955, als er mit dem Song Bo Diddley an die Spitze der R’n’B-Charts kletterte, und später legte er noch jede Menge weitere Hits nach, etwa Who Do You Love, Before You Accuse Me und Mona.
Der Einfluss des Bo-Diddley-Beats
In den USA gilt er oft als eine der Schlüsselfiguren beim Übergang vom Blues zum Rock’n’Roll, und seinen charakteristischen „bomp, ba-bomp-bomp, bomp-bo“-Rhythmus haben sich U2, ZZ Top, The Rolling Stones, Bruce Springsteen, Guns n‘ Roses und viele andere gern ausgeliehen. Unter Kennern gibt es sogar einen eigenen Fachbegriff, den „Bo-Diddley-Beat“, den sich auch Buddy Holly (und nach ihm The Rolling Stones) für den Song Not Fade Away geborgt hat.
Auch die Filmwelt machte Diddley bekannt. Er wirkte an der Musik zu den Filmen La Bamba und Dirty Dancing mit. 1987 wurde der Gitarrist, dem der Beiname The Originator anhaftete, in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 1998 bekam er einen Grammy fürs Lebenswerk.
In einem Interview mit The Sydney Morning Herald im März 2007 beharrte Diddley darauf, selbst der wahre Vater des Rock zu sein: „Little Richard kam zwei, drei Jahre später, zusammen mit Elvis Presley. Mit anderen Worten: Ich war der erste coole Typ auf der Bühne.“