Bloodwork

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Autor: Primož Novak

Künstler: Texas In July
Label: Equal Vision
Erscheinungsdatum: year_month
Laufzeit: 40:52
Wertung: 4/5

Im Metalcore lässt sich so gut wie nichts Neues mehr erschaffen. Das Genre selbst soll angeblich ausgelutscht sein, und dennoch halten viele Bands eisern durch und versuchen dem Metalcore irgendwie mehr Bedeutung zu verleihen. Manche Gruppen, die Metalcore als Grundlage gewählt haben, sind immer komplexer geworden und haben sich damit vom ursprünglichen Ziel entfernt. Viele Bands geben sich Mühe, kommen aber aus der Mittelmäßigkeit nicht heraus – zu groß ist die Konkurrenz.

Die amerikanische Band Texas In July hat bis zum dritten Album irgendwie nichts wirklich Herausragendes abgeliefert. Ihre Musik war zwar hörenswert, aber leider nichts, was man so noch nicht gehört hätte. Vor allem wirkten sie wie eine weitere blasse Kopie von As I Lay Dying und Co. Manche Bands brauchen ein paar Alben, um sich zu entwickeln, während bei vielen die Kreativität schon nach dem Debüt einbricht. Mit Bloodwork haben Texas In July ordentlich überrascht. Die Band hatte in der Zwischenzeit den Sänger gewechselt, was offenbar einen echten Neuanfang gebracht hat. Bloodwork ist tatsächlich eine Überraschung – erkennbar in der Ausgereiftheit der Songs und im Verschwinden der Generik. Das Album ist dynamisch, die Metalcore-Merkmale sind weiterhin präsent: jede Menge Melodien und Breakdowns. Die Melodien klingen zwar ein wenig vertraut, aber die Breakdowns sind ein Kapitel für sich. Sie sind nicht aufgebläht, sondern knackig, schnell und stellenweise auch komplex. Der Gesang betont die aggressive Seite, cleaner Gesang taucht nur im Refrain von Sweetest Poison auf. Kurz gesagt: wenig Schönfärberei, einfach pure Energie!

Die Musik lässt sich nicht als simpel bezeichnen. Texas In July stecken voller interessanter Passagen, und der Schlagzeuger macht durch sein Spiel deutlich, dass die Band auch mehr Gewicht auf Technik gelegt hat. In diesem Fall könnte man sagen, dass er mit der Djent-Rhythmik sympathisiert. Übertrieben wird das hier allerdings nicht – der Fokus liegt klar auf Melodie, wodurch Ähnlichkeiten mit August Burns Red entstehen. Auch die ruhigeren Passagen erinnern daran, aber man kann nicht behaupten, dass es sich bloß um eine Kopie dieser mittlerweile immer populäreren Band handelt.

Bloodwork ist mit seinen elf Songs ein ziemlich intensives Album. Als Verschnaufpause gibt es lediglich das Instrumentalstück Decamilli, auf dem der Schlagzeuger mit einem Solo-Part glänzt – was allerdings das Potenzial für echte Ruhe wieder durchbricht. Das Album kann sich außerdem mit einem guten, modernen Klangbild rühmen, das sich von anderen heutigen modernen Metalcore-Bands aber nicht allzu sehr abhebt.

Texas In July beweisen mit ihrem vierten Album, das technisch ausgereift und voller Dynamik ist, dass sie als Musiker gewachsen sind – und zeigen gleichzeitig Potenzial für noch mehr. Sie verdienen auf jeden Fall Aufmerksamkeit: Bloodwork ist der Beweis, dass im „ausgelutschten“ Genre noch Hoffnung steckt.

Besetzung

J. T. Cavey – Gesang

Adam Gray – Schlagzeug

Chris Davis – Rhythmusgitarre

Ben Witkowski – Bass

 

Produktion

Carson Slovak

Tracklist

1. Broken Soul
2. Sweetest Poison
3. Pseudo Self
4. Defenseless
5. The Void (ft. Levi Benton)
6. Inner Demons
7. Decamilli
8. Nooses
9. The Tightrope
10. Illuminate
11. Bloodwork

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