Blood Moon Rising

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Autor: Rok Klemše

Künstler: Black Reaper
Label: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: year_month
Laufzeit: 47:18
Bewertung: 3/5

Wenn es in Slowenien an etwas nie gemangelt hat, dann an gutem und qualitativ hochwertigem Thrash – angefangen mit dem kultigen Debüt der alten Hasen Sarcasm, Crematory. Bald folgten die Game Over aus Jesenice mit dem kultigen Tilt, dann Železobeton aus Prekmurje, und nach der ersten Welle in den frühen Neunzigern erwachte der Thrash mit dem Erscheinen von Negligence wieder zum Leben, die den Thrash in jedes slowenische Dorf trugen. Es folgten Eruption, Thraw, Keller, Panikk und viele andere, die jeder auf seine Weise das Mosaik des slowenischen Thrash Metals ergänzten. Diese Aufgabe haben auch die »slowenischen Death Angel« Black Reaper sehr gut erfüllt, die in relativ kurzer Zeit seit ihrer Gründung ein lobenswertes Debüt mit Blood Moon Rising abgeliefert haben.

Nein, Black Reaper klingen nicht wie Death Angel – der Vergleich passt nur aufgrund des jungen Alters, denn wie Death Angel zur Zeit von The Ultra-Violence sind auch die Mitglieder von Black Reaper in den frühen Teenagerjahren. Genremäßig stehen die Küstenslowenier aber eher Bands wie Slayer, Kreator, Destruction und Exodus näher als Death Angel. Auf Blood Moon Rising liegt dementsprechend etwas weniger Gewicht auf Melodie und mehr auf Aggressivität und Rauheit. Doch die Jungs beschwören trotzdem einige wunderschöne melodische Momente herauf, die den ansonsten fast ununterbrochenen und rasant rollenden Thrash-Angriff auffrischen. In den Küsten-Thrash-Sturm wirft einen zunächst das melodische Intro von Moonrise, dann aber überlassen die Jungs den Hörer der dreiviertelstündigen Gnadenlosigkeit orkanartiger Winde, beschworen durch abwechslungsreiche Riffs, cupa-cupa-Drums, rohen Gesang und thrasherisch halsbrecherische Geschwindigkeit.

Blood Moon Rising ist in all seinen Zügen nämlich eine durch und durch typische Thrash-Platte, was gleichzeitig auch ihre größte Schwäche ist.  Denn nach dem Titeltrack setzt sich die Platte bis zum Ende im sehr ähnlichen Stil fort, weshalb einzelne Songs wegen ihrer gegenseitigen (zu) großen Ähnlichkeit oft ineinander übergehen. In den Arrangements und Kompositionen der Songs fehlt es an Abwechslung, was beim Thrash, der keine großen Abweichungen von der vorgezeichneten Formel erlaubt, noch wichtiger ist. Black Reaper klammern sich auf Blood Moon Rising etwas zu eng ans Drehbuch und greifen zu oft zum selben Trick, was aufgrund fehlender einprägsamer Refrains (mit einigen sehr leuchtenden Ausnahmen!) noch etwas problematischer ist. Das Debüt des Thrash-Nachwuchses ist also nicht ohne Probleme, was aber nicht bedeutet, dass es sich nicht um ein sehr gutes Produkt handelt. Das Gitarrenduo Jure Kovač/Luka Bajič sorgt nämlich für eine abwechslungsreiche Barrage an Riffs, Melodien (Lost Souls) und klassischen Thrash-Soli, die den Ohren schön schmeicheln, Patrik Bajičs Drums sind vielfältig, und die cupa-cupa-Rhythmen werden durch Blast Beats aufgefrischt (an einigen Stellen zwar etwas ungelenk platziert, aber dennoch), der Bass scheppert schön, und Roks mechanischer Gesang passt zur instrumentalen Gesamtwirkung. (Mich) stört lediglich die Eintönigkeit des Gesangs, der mehr erzählt als singt und oft mit Effekten ergänzt wird. Angesichts der düsteren und kriegerischen Thematiken würde bei Black Reaper ein Gesang im Stil des psychotischen John Kevill (Warbringer) erstklassig funktionieren.

Trotz einiger Schwächen verdient Blood Moon Rising alle Lobpreisungen, denn es bietet einige großartige Momente, die im Gedächtnis bleiben (der Titeltrack, das explosive Nuclear Fire, das epische March of the Reaper, Agent Zero mit akustischem Intro und erstklassigen Riffs mit verdoppelten Gitarrenlinien). Umso lobenswerter ist es, wenn man das junge Alter der Black Reaper-Crew bedenkt, deren Altersgenossen über Thrash wohl die Nase rümpfen. Blood Moon Rising ist ein vielversprechendes Debüt, und daran ist nicht zu zweifeln, dass Black Reaper es in Zukunft mit etwas noch viel Besserem übertreffen werden. Das Potenzial dafür ist voll da!

https://www.youtube.com/watch?v=Z6rdqjWrjoU

Besetzung

Rok Jerončič – Gesang, Bass
Jure Kovač – Gitarre
Luka Bajič – Gitarre
Patrik Bajič – Schlagzeug

Produktion

Matej Srebrnič

Tracklist

1. Moonrise
2. Blood Moon Rising
3. Disguise
4. Psycho
5. Promised Land
6. Nuclear Strike
7. Enlightened By Fire
8. Lost Souls
9. Blackjack
10. March of the Reaper
11. Agent Zero
12. Reclamation of Prophecy

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