Black Diamond erstrahlte zum ersten Mal im Orto bar! (2013)

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Autor: Rok Klemše
Fotos: Nina Grad

Ort: Orto bar, Ljubljana
Konzertdatum: 16.05.2013

Wenn man einmal so weit ist, dass man schon unzählige Konzerte gesehen und die meisten Bands von der eigenen »Must-see«-Liste gestrichen hat, gibt es nicht mehr viele Konzerte, auf die man sich freut wie ein kleines Kind auf ein Spielzeug im Kinder-Ei. Ich persönlich habe mich schon lange nicht mehr so sehr auf ein Konzert gefreut wie diesmal auf den Premierenauftritt von Black Diamond, die letzten Donnerstag endgültig und ein für alle Mal als Liveband inthronisiert wurden. Der Weg zur Bühne war für die Bandköpfe Igor Manasijevič und Nejc Vidmar von Anfang ihrer Tätigkeit an nämlich fast ein Jahrzehnt lang. Ihre fruchtbare Zusammenarbeit begann bereits 2005, und den strahlenden schwarzen Diamanten gruben sie diesen März mit dem Erscheinen ihres Studiodebüts Last Man Standing aus.

Igor und Nejc haben mit Black Diamond nach fast zehn Jahren Beharrlichkeit und Trotz endlich das Erscheinen ihres Debüts erlebt, das die heimische Metalszene mit offenen Armen empfangen hat. Heavy Metal von weltweitem Format und Qualität grub sich schnell in die Ohren, und eine gute Besucherzahl beim Donnerstagkonzert war durchaus zu erwarten. Die Jungs betraten die Orto-Bühne vor rund hundert Leuten um halb elf und eröffneten die Debütpräsentation mit der Antikriegshymne über das Massaker auf dem Balkan, Opus 91-96. Von weitem war zu sehen, dass die ersten Töne von einer gehörigen Portion Nervosität und Lampenfieber begleitet wurden – vor allem seitens der Bandköpfe –, doch das Gitarrenduo ließ sich schnell mitreißen und rechtfertigte trotz kleinerer Patzer den Ruf eines erstklassigen Gitarrenduos. Es war völlig verständlich zu erwarten, dass sich während der Aufführung der eine oder andere kleine Fehler einschleichen würde, denn Black Diamonds Weg auf die Bühnen war lang – doch der beruhigende Ruhepol auf der Bühne war zweifellos die charismatische Präsenz und die langjährige Bühnenerfahrung von Žanil Tataj – Žak (Mary Rose, Turbo, Divlje Jagode, Jersey). Er bot nicht nur eine phänomenale Gesangsdarbietung, die dem fantastisch eingesungenen Album praktisch ebenbürtig war, sondern unterhielt das Publikum auch mit witzigen Ansagen und hielt es in der Hand wie ein Frontmann allererster Güte.

Dem Trio, das schon länger zur Band gehört, gesellten sich auf der Bühne zum ersten Mal zwei »Session«-Mitglieder hinzu, die eine solide, verlässliche und hochwertige Rhythmusfraktion bildeten. Ein echter Genuss war es, den leichten Schlägen von Schlagzeugmeister Klemen Markelj (Obidil, The Drinkers) zuzuschauen und zuzuhören, der die zahlreichen Nuancen der vielen Übergänge und Tempowechsel, an denen es im komplexeren Klangbild von Black Diamond nicht mangelt, mühelos im Griff hatte. Neben Klemen lieferte auch Urban Medič (Prospect) wie ein alter Hase eine starke Vorstellung ab – er sorgte für eine verlässliche Unterstützung der Gitarrenriffs im Tieftonbereich; dank des gut abgemischten Sounds bekamen die Basslinien den nötigen Raum und kamen am deutlichsten im Intro von Power of Mind ans Tageslicht. Abgesehen davon funktionierte die Band – kleinere Patzer mal ausgeklammert – bereits wie eine gut geölte Maschine, was umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass Klemen und Urban schon nicht so lange zur Band gehören und dass Black Diamond keine Band mit simplen Verse-Chorus-Strukturen sind. Wie die Jungs live bewiesen haben, handelt es sich um eine technisch unglaublich versierte Band, die die zahlreichen Rhythmus- und Tempowechsel, das Stoppen und Beschleunigen sowie die langen Instrumentalpassagen zum Neidischwerden souverän meisterte.

Trotz der Bühnenunerfahrenheit der Band als Ganzes wussten die Jungs genau, wie sie alle Songs des Albums aneinanderreihen sollten – die Reihenfolge auf dem Album wurde dabei nicht eingehalten, sondern die Songs wurden geschickt durchgemischt. Die Spannung baute sich hervorragend auf, je näher wir dem Finale kamen, das Black Diamond spektakulär mit den meisterhaften Black Diamond und Dreams of Tomorrow krönten (dank des unvergesslichen Refrains bekam Žak dabei schon mühelos Unterstützung vom Publikum); davor mixten sie effektiv langsamere, epische und balladenartige Songs ein. Besonders interessant war dabei vor allem Mastermind (auf dem Album gesungen von Simon Jovanovič) sowie die erschütternde Ballade Tears In Eyes (auf dem Album gesungen von Samo Urbančič), denen Žaks Gesang ein ganz neues Gesicht verlieh.  

Black Diamond absolvierten ihren Premierenauftritt als große Sieger, und ich zweifle nicht daran, dass er die Belohnung für die jahrelange Arbeit und den Einsatz von Igor und Nejc war. Die heimische Metalszene hat damit nicht nur eine exzellente Studioband bekommen, sondern auch eine erstklassige Liveband, die frischen Wind in den slowenischen Heavy Metal gebracht hat. Der Black Diamond hat endlich auch auf der Bühne gestrahlt – möge es noch viele solche Glanzmomente geben!

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