Ballbreaker
Autor: Jernej Vene
Künstler: AC/DC
Label: Warner Bros. Records
Veröffentlichung: 1995
AC/DC gehören zu den wenigen Bands, denen eine ausgesprochen eigenständige Mischung aus scharfem, schnörkellosem Rock ’n‘ Roll, einprägsamen Melodien und lauter Musik gelungen ist. Ihr Rock, der dem Hörer direkt in die Brust knallt, mischt seit 1973 in der Szene mit, doch in den letzten Jahren scheint er noch mal richtig durchzustarten. Ihr bestes Album Back In Black haben AC/DC zwar schon 1980 aufgenommen, müde sind sie aber noch lange nicht geworden. Bis heute haben sie weltweit über hundert Millionen Platten verkauft, von Betrug kann man also kaum sprechen – schließlich sind all die Leute, die ihre Alben kaufen, nicht so naiv, die Katze im Sack zu kaufen. Seit 1974 ist eine ganze Schar von Musikern durch AC/DC spaziert, heute bleibt an der Spitze der Band ein Trio: Angus und Malcolm Young, der eine als Leadgitarrist, der andere an der Rhythmusgitarre, und Sänger Brian Johnson, der 1980 nach dem Tod des legendären Vorgängers Bon Scott zur Band stieß. Ballbreaker ist außerdem das erste Album mit neuen Songs seit dem recht erfolgreichen Release The Razor’s Edge von 1990. Ballbreaker führt die Tradition der AC/DC-Fabrik fort, pflegt alle gewohnten Formen ihrer Musik und verwandelt sie in Rock-Diamanten. Der Sound ist basic, scharf und rau, genau wie die Stimme von Sänger Johnson. Dafür gebührt der Dank dem berühmten Rick Rubin, der diesmal zum ersten Mal mit der Band gearbeitet hat, obwohl er schon lange ein Fan von ihr ist. Auch seinetwegen ist Ballbreaker hörenswert, und selbst ihr, denen solch simple Arbeitermusik noch nie ans Herz gewachsen ist, solltet euch Mühe geben. Neben den bereits erwähnten Herren sind bei AC/DC noch der langjährige Bassist Cliff Williams und ein alter Bekannter dabei, der ehemalige und jetzige Drummer der Band, Phil Rudd, der nach zwölf Jahren Pause zurückgekehrt ist. Diese beiden sind der zweite Grundpfeiler in der Dampfwalze, die wir AC/DC nennen. Auch das mitunter imbezile Image von Angus Young als Schuljunge ist nicht verschwunden. Mehr noch, echte Fans der Band würden so etwas gar nicht erst zulassen. Auf Ballbreaker machen AC/DC genau das, was sie schon seit fast dreißig Jahren produzieren. Grundsolider Hard Rock ohne Philosophiererei und mit minimalem Aufwand. Alles läuft, wie es soll, und mit großer Leichtigkeit. Angus Young hat einmal gesagt, das Publikum rieche Mist schon von Weitem. Als AC/DC anfingen, hatten sie nur ein Ziel vor Augen – guten Rock ’n‘ Roll zu spielen. Das tun sie bis heute, und von Mist kann natürlich keine Rede sein, denn ihre Karriere hat bewiesen, dass sie eine der größten Rockbands überhaupt sind. Bei AC/DC findest du keine virtuosen Einlagen einzelner Musiker, sondern eine bestens eingespielte Truppe hartnäckiger Typen, denen die Musik und die Zufriedenheit ihrer Hörer am meisten bedeuten. Alles, was du über AC/DC wissen willst, findest du auf Ballbreaker, denn jeder Song spricht für sich selbst. Die Themen der Texte sind größtenteils rockertypisch, es geht also um Partys, Suff, Frauen und andere Dinge, mit denen sich jeder echte Rocker so beschäftigt. Genau mit dieser Schlichtheit haben AC/DC erreicht, was sie heute sind, nämlich eine Band, die jeder Hörer guten Rocks respektiert.
Besetzung
Angus Young – Gitarre
Malcolm Young – Rhythmusgitarre
Phil Rudd – Schlagzeug
Cliff Williams – Bass
Brian Johnson – Gesang
Tracklist
01.Hard as a Rock
02.Cover You in Oil
03.The Furor
04.Boogie Man
05.The Honey Roll
06.Burnin‘ Alive
07.Hail Caesar
08.Love Bomb
09.Caught with Your Pants Down
10.Whiskey on the Rocks
11.Ballbreaker