Bad In Bed

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Künstler: Metalsteel
Label: Eigenverlag
Veröffentlichung: 2007

Metalsteel! Die jüngste (die sie nicht mehr ist) slowenische Heavy-Metal-Band ist nach fast genau zwei Jahren mit einer neuen Platte zurück, der dritten, mit dem Titel „Bad In Bed“

Auffällige Veränderung im „Image“, das sich vom klischeehaften „Power-Metal-Look“ kräftig auf die Seite der „sleazy Dark-Hard-Rocker“ verschoben hat, wie sie Ende der Achtziger in New York rumgewimmelt sind, also zu einer Zeit, als ein Teil der Mitglieder der besprochenen Band noch als Spermium rumschwamm. Lasst euch davon aber nicht täuschen, denn die Jungs und das Mädel sind musikalisch und erfahrungstechnisch fast schon auf Augenhöhe mit den „Großen“!

Noch etwas hat meine Fantasie vor dem Release dieser Scheibe ordentlich angeheizt. Aufnahme auf Band. Eine vergessene Methode, die früher die größten Meister des Hard Rock benutzt haben und die neben guter Musik auch noch für noch mehr Genuss für meine Ohren sorgen sollte. Ja klar, von wegen! Die Produktion ist nämlich das größte Minus des Albums, weil es für mich über weite Strecken klingt, als wäre die Platte (vor allem die Drums) in einer Pappschachtel aufgenommen worden, und damit verliert sie einen Großteil ihrer Kraft und ihres Zaubers. Respekt und Hut ab, dass Metalsteel in der Lage sind, eine Platte in einem Rutsch einzuspielen (ich selbst bin dazu gerade nicht  ), aber bei der schwachen Produktion haben sie statt des totalen Triumphs einen lauwarmen Effekt nach dem Motto „Band um des Bandes willen“ erreicht, und nicht etwa einen besseren Sound. Viel Glück beim nächsten Mal also!

Jetzt aber zur Hauptzutat des Albums – der Musik! Die Musik ist diesmal die vielfältigste aller bisherigen Metalsteel-Veröffentlichungen – klischeehafter Heavy Metal ist nur noch in Spuren zu erkennen, stattdessen gibt es Glam-Elemente (White Circle, Poletiva v nebo), Thrash (Free Your Mind) und modernen Metal (No Faith), die alle durch Benys markanten Gesang zu einem stimmigen Ganzen zusammengehalten werden, auf den wir später noch zurückkommen. Diesmal bekommen nämlich die Instrumentalisten den Vorzug, wobei besonders der Bassist extraordinaire Matej hervorzuheben ist, der sich, genau wie sein Namensvetter, der bei den Pop-Rockern I.C.E. Gitarre spielt, zu einem der größten Meister seines Instruments in Slowenien entwickelt hat. Die Basslinien sind auf der ganzen Platte der größten Meister des unteren Frequenzspektrums würdig, a la Steve DiGiorgio und Billy Sheenan, auch wenn Matej einen ziemlich anderen Stil hat als die beiden Genannten. Dazu hat Matej auch noch markante tiefe „Backing Vocals“ entwickelt, die manchen Songs sogar einen leicht gotischen Anstrich verpassen. Der Gitarrenpart, den wie immer Beny und Rock the Shock erledigen, ist exzellent, die ganze Zeit hören wir ein Geflecht aus Rhythmen und Soli, alles geschmackvoll umgesetzt, ohne übertriebenes „Shred-Gewichse“. Die Drums, die bisher die Achillesferse der Band waren, sind diesmal ordentlich, ohne Highlights, aber Daša kommt auf das Niveau der Band und macht ihren Job mehr als solide, sowohl mit zusätzlichen Rhythmen als auch mit guten Übergängen. Den größten Sprung nach vorn hat die Band bei den Texten gemacht, die diesmal deutlich bodenständiger sind und ohne Schnörkel von Drogen (White Circle) und den Fehlern der modernen Welt (No Faith) erzählen. Warum man Heavy-Metal-Texte auf Englisch schreiben sollte (bei allem Respekt vor der Muttersprache), zeigt uns hervorragend die Ballade Memories und ihre slowenische Zwillingsschwester Spomin. Während die englische Version geradezu hervorragend ist, eine gefühlvoll gesungene Liebesballade, wirkt sie ins Slowenische übersetzt (in dieser Form hat sie sogar den Preis Song der Woche auf Val 202 bekommen) schlichtweg eklig auf mich. Benys Gesang führt die Hörer durch die ganze Platte als das markanteste Element der Band und ist auch zu einem dieser „Love/Hate“-Stimmen geworden. Technisch ist ihm praktisch nichts mehr vorzuwerfen, aber meiner Meinung nach braucht er noch etwas mehr von dieser echten, saftigen Rocker-Farbe, die aber ohnehin mit den Jahren kommt.

„Bad In Bed“ ist die Wendepunkt-Platte der Band. Metalsteel sind erwachsen geworden, haben sich in anderen Musikrichtungen umgeschaut und sind raus aus dem klischeehaften Heavy Metal. Bei vielen Fans (auch bei mir) hat dieser Schock anfangs negativ gewirkt, aber nach ein paar Durchläufen kann ich versichern, dass die Platte nicht schlecht ist; spannend wird es allerdings zu beobachten, wohin sich das Metalsteel-Schiff in den kommenden Jahren steuern wird.

Besetzung

Beny Kic – Gitarre, Gesang
Rok Tomšic – Gitarre
Matej Sušnik – Bass
Daša Trampuš – Schlagzeug

Produktion

Sašo Kisovec

Tracklist

1.Bad In Bed
2.Free Your Mind
3.White Circle
4.For The Sake Of Religion
5.Summon The Beast
6.Poletiva v nebo
7.Heavy Metal Girls
8.No Faith
9.Želim si te
10.Memories

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