Architect of Lies

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Autor: Rok Klemše

Künstler: Mercenary
Label: Century Media
Release: 2008

Die dänische Truppe Mercenary beglückt uns seit 1998 alle zwei Jahre mit einem neuen Release, und das Lobenswerte daran: Jede Platte ist ein evolutionärer Schritt nach vorn, und Mercenary sind eine Band, die sich nicht scheut, Neues auszuprobieren und neue Metal-Gefilde zu erkunden. Mit dem Einstieg von Sänger Mikkel im Jahr 2002 haben sie den Death/Thrash-Metal-Wurzeln cleane Vocals und Keyboards hinzugefügt und einen relativ eigenständigen, originellen und ziemlich frisch klingenden Metal entwickelt. Das Album 11 Dreams hat ihnen viele Türen geöffnet, der Nachfolger The Hours That Remain hat ihren Status als eine der größten dänischen Metal-Bands gefestigt, und jetzt steht uns das fünfte Studioalbum Architect of Lies ins Haus.

Nach dem Abgang des Gründungsmitglieds, Bassist und Growler Kral, ist der Sound von Mercenary deutlich softer geworden, auf The Hours That Remain gab es sogar gar keine Growls mehr. Auf Architect of Lies tritt nun erstmals der neue Bassist/Sänger Rene Pedersen als Shouter in Erscheinung. Leider hat er nicht annähernd so viel Tiefe wie Kral, weshalb seine Growls ziemlich dürftig rüberkommen und am ehesten an durchschnittliche Metalcore-„Semi-Growl“-Vocals erinnern. Die Kombination aus Growls und Mikkels cleanem Gesang wirkt zwar nach wie vor abwechslungsreich, dynamisch und vielfältig, aber wegen der durchschnittlichen, ja sogar unterdurchschnittlichen harten Vocals büßen die Songs jede Menge an Durchschlagskraft ein. Architect of Lies besteht diesmal aus zehn im Schnitt deutlich kürzeren Nummern als auf den früheren Releases. Leider haben die Songs aber nicht nur an Quantität verloren, sondern auch an Qualität. Trotz der sauberen, scharfen Produktion retten die tiefer „metalcore-mäßig“ gestimmten Gitarren das Album keineswegs, denn sie spielen größtenteils generische „chugga chugga“-Riffs. Die Soli sind zum Glück geblieben, sie sind solide, aber leider wieder nicht so gut, dass sich irgendeins davon ins Gedächtnis brennen würde. Architect of Lies leidet also ziemlich unter dem Mangel an Magie und an der Verflechtung von roher Wucht und Melodie, die besonders das großartige Album 11 Dreams ausstrahlte. Auch die atmosphärischen Keyboards gibt es etwas weniger, aber zum Glück schleichen sie sich immer noch an die Oberfläche und verleihen dem sonst ziemlich schwächlichen musikalischen Gesamtbild stellenweise mit „Dimmu Borgir“-mäßigem Klang Gewicht. Auch wenn die Songs eingängig sind und schnell ins Ohr gehen, bleiben sie dort leider nicht lange hängen, sind sich untereinander zu ähnlich und lassen sich nicht so gut merken wie zum Beispiel die Titel-EP 11 Dreams.

Architect of Lies ist alles in allem ein solides, aber leider ziemlich durchschnittliches Album und ist wahrscheinlich sogar das schwächste in der Mercenary-Diskografie. Ihm fehlt die Kreativität von 11 Dreams, die Atmosphäre von The Hours That Remain und die rohe Brutalität der älteren Releases. Ob sich die Mercenary-Formel komplett totgelaufen hat, sehen wir mit dem nächsten Album.

Besetzung

Mikkel Sandager – Gesang
Jakob Mølbjerg – Gitarre
Martin Buus Pedersen – Gitarre
Morten Sandager – Keyboards
Mike Park Nielsen – Schlagzeug
René Pedersen – Bass

Produktion

Jacob Hansen

Tracklist

1. New Desire 04:57
2. Bloodsong 04:47
3. Embrace The Nothing 04:51
4. This Black And Endless Never 05:40
5. Isolation (The Loneliness in December) 06:03
6. The Endless Fall 05:08
7. Black and Hollow 04:50
8. Execution Style 05:50
9. I Am Lies 05:43
10. Public Failure Number One 05:00

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