Apex Predator – Easy Meat

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Autor: Primož Novak

Künstler: Napalm Death
Label: Century Media
Erscheinungsdatum: year_month
Laufzeit: 39:57
Wertung: 3.5/5

Die Grindmetal-Urgesteine Napalm Death verdienen zweifelsohne jeden Respekt. Dieses Jahr feiern sie ihr 35-jähriges Bestehen, wobei die aktuelle Besetzung nun seit 25 Jahren ihr Geld mit Napalm Death verdient. Und sie veröffentlichen noch immer aktiv Alben. Zwar nicht mehr so häufig wie früher, aber alle drei Jahre schaffen sie es, eine neue Dosis klanglichen »Terrors« rauszuhauen. Zugegeben, die neuen Werke erreichen nicht die Qualität der Neunziger-Alben, aber die Band hält ihrem charakteristischen Stil noch immer hervorragend die Treue. Drei Jahre nach dem gut aufgenommenen Utilitarian haben Napalm Death einen Nachfolger geschaffen, mit dem sie erneut beweisen wollen, dass sie trotz ihrer Jahre noch immer in Top-Form sind. Ist ihnen das gelungen?

Das Album eröffnet mit dem Titeltrack, der wie eine Art A capella wirkt, begleitet von Tribal-Percussion. Doch danach explodieren Napalm Death in ihrem typischen Stil, vollgepackt mit mächtigen Gitarren und einer treibenden Rhythmussektion. Die Hauptrolle übernimmt natürlich Sänger Barney Greenway, der leider kein einziges Wort verständlich grunzt. Eigentlich wirkt es, als würde er nur brüllen, um das Klangbild zu füllen. Dazu kommt noch hohes Kreischen seitens des Gitarristen, was die Wut und das Chaos des gesamten Werks noch zusätzlich unterstreicht. Überwiegend dominieren schnelle Tracks; Gitarrist Mitch Harris liefert zwar gelegentlich auch den ein oder anderen eher death-metallischen Riff, aber hauptsächlich überwiegen undeutliche Grind-Riffs sowie einfache Powerchord-Crust-Hardcore/Punk-Riffs. Auf den ersten Eindruck nichts, was einen so richtig packen würde — doch mit der Zeit zeigt sich dann doch ein Hoffnungsschimmer für die Legenden, die noch heute Vertreter des Extreme Metal sind.

Es macht keinen Sinn zu behaupten, der Band seien die Ideen ausgegangen — sie ist in erster Linie ihren Grundsätzen und ihren Fans treu geblieben. Chaos, Aggressivität und Wut sind nach wie vor präsent. Napalm Death haben sich nicht die Spur beruhigt. Das Problem liegt einzig darin, dass die Songs zu eintönig sind. Die Lage ist aber nicht hoffnungslos: Auch wenn die Band von einigen Ausnahmen abgesehen keine groovigeren Tracks mehr hinbekommt, bietet sie dafür den ein oder anderen langsameren Song, mit dem sie die Morbidität der behandelten Thematik herausarbeitet. Als Beispiel können hier »Dear Slumlord« und »Adversial / Copulating Snakes« dienen. Bei letzterem entfaltet sich die Morbidität erst nach einem schnellen, wuchtigeren Part. Der Track kommt auch mit melodischem Gesang daher, was ebenfalls als Versuch gelten kann, Atmosphäre zu erzeugen. Das ist freilich keine Neuheit. Atmosphärische Stücke haben Napalm Death schon in den Neunzigern geschrieben und sind damit in der damaligen Flut von Death-Metal-Bands deutlich aufgefallen — und zum Glück haben sie das bis heute nicht aufgegeben. Kurz gesagt: Napalm Death sind noch lange nicht abzuschreiben. Zugegeben, schnelle Tracks spielen heutzutage so ziemlich jede Band, die auf irgendeinem Underground-Festival auftaucht. Eine weitere Besonderheit von Napalm Death sind ihre intellektuellen Texte, die nach wie vor gesellschaftliche und politische Zustände kritisieren.

Bei den letzten Alben von Napalm Death spürt man jedenfalls eine gewisse Konsistenz, was wohl auch mit Produzent Russ Russell zusammenhängt, der seit dem Album Enemy of the Music Business (2000) mit der Band zusammenarbeitet. Damals neigte die Band noch stärker zu einem modernen, polierten Sound, der auch auf dem Album Order of the Leech (2002) noch präsent war. Mit The Code Is Red … Long Live the Code kehrte die Band zu einem unreineren Klangbild zurück, schob den Death-Metal-Stil ein Stück weit beiseite und gab Grind und Hardcore-Punk den Vorrang. Seitdem hat die Band den Sound von »The Code Is Red« mit jedem folgenden Album ein wenig weiterentwickelt, ohne dabei jemals in übermäßiges Polieren abzudriften. Napalm Death gehören heute wohl zu den wenigen Beispielen, die einem eher oldschooligen, dreckigen Sound den Vorzug geben und dabei ihre Authentizität bewahren.

Napalm Death bestätigen mit Apex Predator – Easy Meat den Stil, den sie vor mehr als zehn Jahren etabliert haben. Die Band präsentiert nichts Neues, es geht vielmehr um die Treue zu ihrem eigenen Stil, der chaotisch, wütend und aggressiv ist. Auf jeden Fall ein Werk für Grind-Liebhaber.

Besetzung

Mark „Barney“ Greenway – Gesang

Shane Embury – Bass

Mitch Harris – Gitarre, Gesang

Danny Herrera – Schlagzeug

Produktion

Russ Russell

Tracklist

01. Apex Predator – Easy Meat
02. Smash A Single Digit
03. Metaphorically Screw You
04. How The Years Condemn
05. Stubborn Stains
06. Timeless Flogging
07. Dear Slum Landlord…
08. Cesspits
09. Bloodless Coup
10. Beyond The Pale
11. Stunt Your Growth
12. Hierarchies
13. One-Eyed
14. Adversarial / Copulating Snakes

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