Agony And The Xtasy
Interpret: Barden, Gary
Label: Escape Music
Veröffentlichung: 2006
Bewertung: 2.5/5
Gary Barden ist als Hard-Rock-Sänger wohl vor allem für seine Zeit bei MSG (Michael Schenker Group) bekannt, heute singt er bei den wiedervereinten englischen Hard Rockern Statetrooper. Vor zwei Jahren hat er sein Debüt veröffentlicht, bei dem es sich auf jeden Fall lohnt reinzuhören, mit dem Titel „Past And Present“. Das enthielt etwas eigenes Songmaterial, aber auch faszinierende Neuauflagen von Nummern, die er einst gemeinsam mit dem legendären (ex-Scorpions, ex-UFO) Gitarristen Michael Schenker geschmiedet hat. Und diesmal?
„Agony And The Xtasy“ eröffnet der erwartbare Rocker-Kracher Hot Daze, der beweist, dass der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen ist, und das heißt Folgendes: Ein kompakter, ausgefeilter „kinky“ Riff mit fest laufender Rhythmuslinie begleitet uns in den Songs die ganze Zeit. Stimmung und Dynamik hüpfen munter durch die Platte, zum ersten Mal richtig ernsthaft im Zeichen des großen „Grooves“ bei Stop und in der nicht minder aufregenden “Honky Tonk“ R & B-Erfahrung No More Reasons, die gewürzt ist mit saftigen Verzierungen des entschlossenen Solo Spiels der „Slide“-Gitarre von Gast Martin Huch (Carl Carlton, Oni Logan). Wie gesagt, hat das Album in den lebhafteren Passagen die nötige Rohheit und den adrenalingeladenen Rocker-Sturmlauf, also Spielen mit Eiern, und klingt obendrein frisch. Es hält sich an klassische Leitlinien, doch sein Urheber hat ihm die nötige Wiedererkennbarkeit eingehaucht. Bardens Stimme ist intakt, explosiv und melodisch in allen Lagen, sodass er überzeugend neben seinen Altersgenossen steht, den größten Hard-Rock-Sängern klassischer Bands, die in den Siebzigern Pionierarbeit geleistet haben. Der Song Let Me Down zieht Richtung UFO in ihren besten Tagen, wofür Gast mit besonderem Renommee Michael Schenker verantwortlich ist, der mit seiner „Flyin‘ V“ und seinem auf die Meile erkennbaren Fliegen die typische Magie in den Track zaubert.
Barden bietet diesmal ein Album, das komplett aus Songs besteht, die seiner eigenen Feder und seiner eigenen Wahrnehmung des Phänomens namens Musik entsprungen sind. Es ist ein hervorragendes, klassisch angelegtes Hard-Rock-Album. Rohheit und das richtige Maß an Bombast sind ihm nicht fremd! Gleichzeitig steckt auf dem Album in den beeindruckenden bluesy Balladen Change Of Winds und Need Some Love, besonders hervorgehoben, die raffinierte Meisterschaft von Bardens edlem, gefühlvollem Gesang voll samtiger Weichheit. In der hochatmosphärischen Need Some Love weist Gastmusiker und Gitarrist Tommy Denander (Radioaktive) besonders auf seine Qualitäten hin, wenn er mit hineingelebtem Soloing großes Bluestalent offenbart.
Barden hat zusammen mit den Arbeitstieren Michael Voss (Bonfire, Casanova) und Bertram Engel (Robert Palmer, Jimmy Barnes, Bruce Springsteen) sowie einer Schar von Gastmusikern mit außergewöhnlichem musikalischem Talent und Können, die bei ihrer Mitarbeit keineswegs bloße Statisten waren, eine abwechslungsreiche, dynamische, klassisch angelegte Hard-Rock-Platte gemacht, eigentlich ein Muss für Liebhaber klassischer Sounds, die auf Anhieb zünden. Es ist eine wichtige Platte für Barden als Musiker, denn nach all diesen Jahren fruchtbaren musikalischen Wirkens von MSG, Gary Moore über Praying Mantis und Silver bis Statetrooper ist sie eigentlich die erste echte eigene Schöpfung, die sich dieser hervorragende Sänger zweifellos verdient hat.
Besetzung
Gary Barden – Gesang
Michael Voss – Gitarre, Bass
Bertram Engel – Schlagzeug
Gastmusiker:
Michael Schenker – Gitarre
Tommy Denander – Gitarre
Steve Morris – Gitarre
Martin Huch – Gitarre
Axel Kruse – Schlagzeug
Produktion
Michael Voss
Tracklist
1. Hot Daze
2. Can´t Stop Dreaming
3. Stop (What´Cha Doing To Me)
4. Let Me Down
5. Wounded
6. No More Reasons
7. In & Out Of Love
8. Arise
9. Change Of Wind
10. Need Some Love