Joe Satriani – die Rückkehr der Gitarrengottheit zwischen die Elefanten auf dem Mars (2023)

foto: ALEŠ PODBREŽNIK 2023
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Joe Satriani
Wien / Wiener Stadthalle – Halle F / Österreich
Samstag, 8. 4. 2023, um 20.00 Uhr


(scroll bitte runter für die englische Version)

Joe Satriani hat es endlich nach Europa geschafft. Beim dritten Anlauf. Warum, muss man nicht mehr groß raten. Davor hatte er zuletzt Ende Juli 2018 in Europa gespielt. Das war in Griechenland. Damals hatte er das Album „What Happens Next“ am Start. Sprung fünf Jahre nach vorn. In die Gegenwart. In der Zwischenzeit hat der Gitarrengott zwei neue Alben aufgenommen und veröffentlicht. Das erste, das ansonsten rundum wunderbare „Shapeshifting“ (2020, RockLine Rezension), war stellenweise auch ziemlich nostalgisch. Joe hat darauf u. a. auch einige alte Archivideen verwendet, die er noch aus den Achtzigern aufbewahrt hatte. Im letzten Jahr folgte „The Elephants Of Mars“ – das 18. Studioalbum des Gitarristen (RockLine Rezension), auf dem er die Klänge längst vergangener Tage, auf denen seine unverwechselbare Kunst fußt, hervorragend mit ein paar Tricks und Kniffen verbunden hat, die er in seiner Karriere noch nie ausprobiert hat. Das bestätigt nur, dass das legendäre Gitarrengenie und der musikalische Großmeister in Sachen Inspiration und kreativem Ehrgeiz einfach nicht zu bremsen ist.

Joe Satriani! Endlich haben wir ihn also wieder live erlebt. Es ist acht Uhr abends. In der Wiener Stadthalle – Halle F, in die 2.000 Leute passen, ertönte der Gong zum zweiten Mal, und alle huschten schnell auf ihre Plätze. Die Halle war ordentlich gefüllt. Eigentlich gut, dass das Konzert nicht komplett ausverkauft war. Satrianis Auftritt in Prag einen Tag zuvor war nämlich ausgefallen. Deshalb bekam Wien an diesem Abend einen richtigen Ansturm aus Tschechien ab. Eine Welle tschechischer Satriani-Fans. Die Bühne wird dunkel, und das Quartett um den Kommandanten an der Gitarre, dem der langjährige, ohnehin geniale Bassist und Musiker Bryan Beller, der nicht minder vielseitig versierte Wunderschlagzeuger Kenny Aronoff und der Keyboarder (und Aushilfsgitarrist) Rai Thistlethwayte – also die Truppe, die mit Satriani auch das letzte Studioalbum „The Elephants Of Mars“ aufgenommen hat – Gesellschaft leisten, krempelt die Ärmel hoch und legt mit dem Shapeshifting-Stück Nineteen Eighty los. Die Achtziger haben Satrianis Karriere auf die Beine gestellt! Und genau dorthin hat uns Joe gleich zum Auftakt auch ‚weggeballert‘.

Es ist schwer, ein Satriani-Konzert zu beschreiben, indem man es Song für Song seziert. Dieser Typ legt gleich mit der ersten Sekunde des Konzerts, dem ersten angeschlagenen Ton, eine brillante Plattform für eine unvergessliche Show, Party und Konzertsensation hin, die man so schnell nicht vergisst. Schelmisch, heiter, bestens gelaunt. Wie immer. Die Jahre bleiben einfach nicht an ihm kleben. Mit seinen 66 ein halb Jahren wirkt er in jedem Moment wie ein ’20-jähriger Bengel‘, der dich mit der Aufrichtigkeit all seiner zweistündigen Konzert-Eskapaden um den Finger wickelt. Wie erwartet legte er mit dem Material der letzten beiden Alben los. Und zwar ordentlich. Er hatte ja noch keine Gelegenheit, sie vorzustellen. In Europa definitiv noch nicht. Eine neue Ibanez. Der Korpus bemalt mit dem Motiv des Covers des letzten Albums. Orange-violett. Eine Schönheit ohnegleichen. Der Sound extrem aufgedreht. Satriani verwandelt sich in einen waschechten metallisierten Teufelskerl, sobald er die Bühne betritt. Bei den Dezibel geizt er keineswegs. Der Sound war top. Wir saßen genau in der Mitte der Halle. Auf dem ‚Sweet Spot‘, was den Sound angeht. Die Truppe bestens aufgelegt. So wie ihr Boss. Sie haben eine unglaubliche Laufleistung in den Fingern und eine unglaubliche Vielseitigkeit. Es lohnt sich, die musikalischen Wege der einzelnen Mitglieder von Satrianis diesmaliger Begleitband mal nachzuschlagen. Das haut einen um.

Vor Ice 9 hielt Joe inne und sprach das Publikum (zum ersten Mal an diesem Abend) emotional an: Er sei überglücklich, nach drei Jahren endlich wieder in Europa spielen zu können: „Für euch!“ Mit diesem Satz hatte er die Halle endgültig im Sack. Brillante Energie. Brillante Setlist. Das Quartett hatte sichtlich Spaß, Satriani machte aus seiner ausgezeichneten Laune keinen Hehl. Mehrfach teilte er Grinsen mit dem Publikum, mehrfach brachte ihn der Verlauf der Dinge selbst zum Lachen, vor allem in den Momenten, in denen die Band in experimentelle Passagen und in die Rituale des Jazzrock-Fusion eintauchte. Es war großartig, die Kommunikation des Quartetts zu beobachten. Die Gesten, die kleinen Verständigungs-Ticks. Wenn Satriani von rechts nach links auf Aronoff in der Mitte zugeht und allein mit der Mimik andeutet, was so viel heißt wie: „Ich verlängere den Ausstieg aus dem Song noch um ein Solo.“, und das im Nu alle verstehen. Für diese Musiker ist das Routine, für uns Laien wirkt es enorm faszinierend. Denn Hand aufs Herz. Satriani ist eine Art Gitarrengottheit. Was er auf der Bühne macht, ist in den Augen und Ohren seines Publikums geradezu vergoldet. So sehr wird er geschätzt und respektiert.

Satch hat den Auftritt in zwei Teile geteilt. Beide Teile dauerten gut eine Stunde, und er hat sie mit dem Material der letzten beiden Alben und den Klassikern aus dem eisernen Repertoire ausbalanciert. Die letzten beiden Alben machten fast die Hälfte des Repertoires aus. Ratet mal, welches Album bei der Gewichtung auf Platz drei landete? Das, das Satriani in den Achtzigern auf die Weltkarte gesetzt hat. „Surfing With An Alien“ natürlich. Der zweite Teil war logischerweise der interessantere. Ein Konzert muss sich schließlich steigern. Eine Geschichte für sich ist natürlich immer das brillante Flying In A Blue Dream, dem im ersten Teil neben der quasi obligatorischen Ice 9 von den älteren Nummern noch Crystal Planet und der abschließende „Extremist“-Leckerbissen Summer Song Gesellschaft leisteten. Doch es war klar, dass Joe das Süßeste für den zweiten Teil aufhebt.

Der begann überraschend mit einem Schlagzeugsolo von Kenny Aronoff, das von der „What Happens Next“-Nummer Energy und dem neuesten E 104th St NYC 1973 ‚abgefangen‘ wurde, gefolgt von einem weiteren Solostück, das Keyboarder Rai Thistlethwayte gehörte. Satriani weckt das Publikum mit Cool #9 auf! Danach folgen ’süße‘ Minuten, die den Zauberformeln des Jazzrock-Fusion und Ausflügen in die Weiten des Experimentierens gehören (Ali Farka, Dick Dale, an Alien and Me). Nach dem feinfühligen Teardrops folgt eine Überraschung vom Album „Joe Satriani“ (1995)! Luminous Flesh Giants. Danach hält die höchst angenehme Einbindung von If I Could Fly aus dem wunderschönen „Is There Love in Space?“ die Stimmung auf außergewöhnlichem Niveau. Der eiserne Hit Always With Me, Always With You kündigte das große Finale an. Das Publikum lebte endgültig mit allen Leidenschaften auf, und Satch goss mit seiner Truppe mit dem still erwarteten Satch Boogie noch Öl ins Feuer und führte den regulären Teil des Konzertabends zu Ende.

Wer noch nie in der Halle F war, weiß nicht, dass sie (leicht ansteigend) fast komplett mit Stühlen bestückt ist. Die Heißgelaufensten rannten gleich nach dem Ende des regulären Konzertteils ganz nach hinten in die Halle. Vor die Bühne. Dort gibt es ein paar Meter Platz bis zur ersten Stuhlreihe. Am lustigsten von allen war sicher der zwei Meter große Kerl aus Tschechien, der sich Joes originalen Gitarrengurt um den Hals gelegt hatte und das neueste Tourshirt trug. Er stellte sich direkt vor sein Mikrofonstativ und kochte vor Trance, in die ihn natürlich all die Gefühle und Leidenschaften versetzt hatten. Damit war er nicht der Einzige. Aber irgendwas ist da. Die Jahre vergehen, und auch das Publikum ist älter geworden. Trotzdem ist es innerlich mindestens so verrückt geblieben wie vor 35 Jahren (und mehr), als all diese treuen Anhänger und Erzeuger großartiger Energie in der Halle F Satriani schon in ihrer Teenagerzeit zu ihrem gemacht haben.

Satriani kam mit der Truppe zurück und heizte die überkochenden Köpfe mit dem äußerst praktischen Crowd Chant aus „Super Colossal“ (2006) weiter an, der die Anwesenden zur gemeinsamen Turnstunde zwang. Ohne einen handfesten Schlussakt geht es nicht, und Satriani rückte dafür noch einmal sein wichtigstes Album der Karriere ins Zentrum, nämlich „Surfing With An Alien“, und nahm sich mit der Truppe den Titelsong des Albums vor. Wir waren also im großen Finale angekommen. Und bei einer weiteren unvergesslichen Manifestation von Satrianis Solo-‚Monstrosität‘ wollte sich die Truppe partout nicht verabschieden. Den Song hätte man nämlich schon beenden können, als sie ihn um einen bluesigen Schlussteil verlängerten, mit dem sie das zwei Stunden und zwanzig Minuten lange Beisammensein zu einem kolossalen Abschluss brachten.

Unmöglich! Es ist vorbei. Und zwar wirklich. Satriani kam mit seiner Truppe irgendwie nicht von der Bühne. Die Jungs verabschiedeten sich immer weiter und weiter. Satriani wirkte zum Schluss auf eine Art gerührt. Offensichtlich bedeutete es dem Mann unglaublich viel, wieder für eine Konzerttour nach Europa kommen zu können. Und genau das zeigte auch sein Auftritt. In jeder einzelnen Sekunde. Satriani genießt. Er genießt einfach. Eine andere Philosophie steckt da nicht dahinter. Dieses Genießen. Dieses Sich-Hingeben. Und nicht zuletzt auch all diese Freude. All das überträgt sich aufs Publikum. In eine über zwei Stunden lange Sensation, die dich packt, mitnimmt, verführt, verzaubert und dir eine ganz eigene Welt herbeizaubert. Eine musikalische Welt nach dem Rezept des einen und einzigen Gitarren-Maschinengewehrschützen. Seiner musikalischen Exzellenz Joe Satriani. Wie gesagt. Der Mann wirkt nicht nur jugendlich, er raucht auf der Bühne auch gewaltig wie ein abgebrühter ‚Showman‘, dem es weder an Routine noch an Kilometern fehlt, und verzaubert nach all den Jahren immer noch mit einer Prise Aufrichtigkeit (von der sprichwörtlichen spielerischen Perfektion wollen wir gar nicht erst reden), und das ist natürlich alles und das Größte, was er seinem Publikum bieten kann.

Autoren: Aleš Podbrežnik & Edita Klemen
Fotos: Aleš Podbrežnik


Englisch:
Joe Satriani hat es endlich nach Europa geschafft. Beim dritten Anlauf. Warum, muss man nicht mehr raten. Das letzte Mal hatte er davor Ende Juli 2018 in Europa gespielt. Das war in Griechenland. Damals brachte er das Album „What Happens Next“ raus. Sprung fünf Jahre nach vorn. In die Gegenwart. In der Zwischenzeit hat der Gitarrengott zwei neue Alben aufgenommen und veröffentlicht. Das erste, das rundum wunderbare „Shapeshifting“, war stellenweise auch ziemlich nostalgisch. Joe hat darauf unter anderem einige alte Archivideen verwendet, die er noch aus den 1980ern aufbewahrt hatte. Letztes Jahr folgte „The Elephants Of Mars“ – das 18. Studioalbum des Gitarristen, auf dem er die Klänge der alten Tage, auf denen seine unverwechselbare Kunst fußt, perfekt mit ein paar Tricks und Kniffen verbunden hat, die er in seiner Karriere noch nie ausprobiert hat. Das bestätigt nur, dass das legendäre Gitarrengenie und der musikalische Großmeister in Sachen Inspiration und kreativem Ehrgeiz nicht zu bremsen ist.

Es ist 20 Uhr. Der Gong ertönt zum zweiten Mal, und die Leute huschen schnell auf ihre Plätze. Eine vorbildlich volle Halle. Eigentlich gut, dass das Konzert nicht komplett ausverkauft war. Satrianis Prag-Show am Vortag war nämlich abgesagt worden. Deshalb bekam Wien an diesem Abend jede Menge Besucher aus Tschechien. Eine Welle tschechischer Satriani-Fans. Die Bühne wird dunkel, und das Quartett um den Gitarrenmeister, begleitet vom langjährigen, ohnehin brillanten Bassisten und Musiker Bryan Beller, dem nicht minder vielseitigen Schlagzeug-Wunderkind Kenny Aronoff und dem Keyboarder (und Aushilfsgitarristen) Rai Thistlethwayte, krempelt die Ärmel hoch und legt mit dem „Shapeshifting“-Juwel Nineteen Eighty los. Beller, Aronoff und Thistlethwayte bilden das Team, das mit Satriani das letzte Studioalbum „The Elephants Of Mars“ aufgenommen hat.

Es ist schwer, ein Satriani-Konzert zu beschreiben, indem man es Song für Song seziert. Dieser Mann legt gleich mit der ersten Sekunde des Konzerts, dem ersten angeschlagenen Ton, eine brillante Plattform für eine unvergessliche Show, eine Party, eine Konzertsensation, die man nie vergessen wird. Schelmisch, heiter, bestens gelaunt. Wie immer. Die Jahre bleiben nicht an ihm kleben. Mit 66 ein halb wirkt er in jedem Moment wie ein ’20-jähriger Hengst‘, der dich mit der Aufrichtigkeit all seiner zweistündigen Konzert-Eskapaden um den Finger wickelt. Wie erwartet legte er mit dem Material seiner letzten beiden Alben los. Fair enough. Er hatte ja noch keine Gelegenheit, sie vorzustellen. In Europa definitiv noch nicht. Der Sound ist extrem aufgedreht. Satriani geizt nicht mit den Dezibel. Der Sound ist top. Wir saßen genau in der Mitte der Halle. Auf dem Sweet Spot, was den Sound angeht.

Brillante Energie. Eine brillante Setlist. Satriani war in Topform und bester Laune. Mehrfach teilte er Lächeln mit dem Publikum. Es war großartig, die Kommunikation des Quartetts zu beobachten. Die Gesten, die kleinen Verständigungs-Ticks. Wenn Satriani von rechts nach links auf Aronoff in der Mitte zuging und mit der Mimik andeutete, was so viel hieß wie: „Ich verlängere den Ausstieg aus dem Song noch um ein Solo.“, und das im Nu alle verstanden. Für diese Musiker ist das Routine, für uns Laien ist es faszinierend. Denn Hand aufs Herz. Satriani ist eine Art Gitarrengottheit. Was er auf der Bühne macht, ist in den Augen und Ohren seines Publikums geradezu vergoldet. So sehr wird er von seinem Publikum geschätzt und respektiert.

Satch hat seinen Auftritt in zwei Teile geteilt. Er hat sie mit Material der letzten beiden Alben und ein paar klassischen Perlen ausbalanciert. Die letzten beiden Alben machten fast die Hälfte des Repertoires aus. Der zweite Teil war logischerweise der interessantere. Ein Konzert muss sich schließlich steigern. Im ersten Teil drückte das brillante Flying In A Blue Dream dem Ganzen seinen Stempel auf. Von den älteren Perlen gab es die schon erwähnte, irgendwie obligatorische Ice 9. Dazu Crystal Planet und den abschließenden „Extremist“-Leckerbissen Summer Song. Aber eines blieb klar: Joe hob sich das Süßeste für den zweiten Teil auf.

Der begann überraschend mit einem Schlagzeugsolo von Kenny Aronoff, das von der „What Happens Next“-Nummer Energy und „The Elephants Of Mars“-Stück E 104th St NYC 1973 abgefangen wurde. Es folgte ein weiteres Solo. Diesmal vom Keyboarder Rai Thistlethwayte. Cool #9 weckt das Publikum auf! Danach gehören die ’süßen‘ Minuten den Zauberformeln des Jazzrock-Fusion und Ausflügen in die Weiten des Experimentierens (Ali Farka, Dick Dale, an Alien and Me). Nach dem unbeschwerten Teardrops folgt eine Überraschung vom Album „Joe Satriani“ (1995)! Luminous Flesh Giants. Danach hält die sehr angenehme Einbindung des wunderschönen „Is There Love in Space?“-Stücks If I Could Fly die Stimmung auf außergewöhnlichem Niveau. Der eiserne Hit Always With Me, Always With You kündigte das große Finale an. Das Publikum lebte endgültig mit allen Leidenschaften auf, und Satch und seine Truppe gossen mit dem still erwarteten Satch Boogie noch Öl ins Feuer und führten den regulären Teil des Konzerts zu Ende.

Viele Fans verließen ihre Plätze und rannten vor die Bühne, sobald der reguläre Teil des Konzerts vorbei war. Satriani und seine Crew kamen zurück und heizten die überkochenden Köpfe mit dem äußerst praktischen Crowd Chant aus „Super Colossal“ (2006) an, der die Anwesenden zur gemeinsamen Turnstunde brachte. Ohne einen handfesten Schlussakt geht es nicht, und Satriani nutzte die Gelegenheit, um noch einmal das wichtigste Album seiner Karriere, „Surfing With An Alien“, ins Rampenlicht zu rücken und sich mit dem Team den Titelsong des Albums vorzunehmen. Wir waren also im großen Finale angekommen. Und bei einer weiteren unvergesslichen Manifestation von Satrianis Solo-‚Monstrosität‘ konnte und wollte sich das Team nicht verabschieden. Den Song hätten sie nämlich schon beenden können, als sie ihn um einen bluesigen Schlussteil verlängerten, mit dem sie das zwei Stunden und zwanzig Minuten lange Beisammensein zu einem kolossalen Abschluss brachten.

Ist es vorbei? Leider. Die Jungs kamen irgendwie nicht von der Bühne. Satriani war zum Schluss auf eine Art gerührt. Es bedeutete dem Mann offensichtlich unglaublich viel, wieder für eine Konzerttour nach Europa kommen zu können. Und genau das zeigte auch sein Auftritt. In jeder einzelnen Sekunde. Eine andere Philosophie steckt da nicht dahinter. Dieses Genießen. Dieses Sich-Hingeben. All das überträgt sich aufs Publikum. In eine über zwei Stunden lange Sensation, die dich packt, mitnimmt, verführt und verzaubert und dich in eine ganz eigene Welt bringt. Eine musikalische Welt nach dem Rezept des einen und einzigen Gitarren-Maschinengewehrschützen. Seiner musikalischen Exzellenz Joe Satriani. Nach all den Jahren verzaubert er immer noch mit einer Prise Aufrichtigkeit (um nicht über die spielerische Perfektion zu reden), und das ist natürlich alles und das Beste, was er seinem Publikum bieten kann. Danke, Joe! Bis zum nächsten Mal!

Autoren: Aleš Podbrežnik & Edita Klemen
Fotos: Aleš Podbrežnik

Setlist:
1. Nineteen Eighty
2. Sahara
3. The Elephants of Mars
4. Ice 9
5. Thunder High on the Mountain
6. One Big Rush
7. Blue Foot Groovy
8. Flying in a Blue Dream
9. Spirits, Ghosts and Outlaws
10. Faceless
11. Crystal Planet
12. Summer Song
—15 Minuten Pause—
13. Drum Solo
14. Energy
15. E 104th St NYC 1973
16. Keyboard Solo
17. Cool #9
18. Ali Farka, Dick Dale, an Alien and Me
19. Shapeshifting
20. Teardrops
21. Luminous Flesh Giants
22. If I Could Fly
23. Always With Me, Always With You
24. Satch Boogie
—Zugabe—
25. Crowd Chant
26. Surfing With the Alien


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