Leslie West (Mountain) 22. 10. 1945 – 22. 12. 2020

foto: Fin Costello/Redferns
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Leslie West, mit bürgerlichem Namen Leslie Weinstein, vor allem bekannt als Gitarrist und Sänger der New Yorker Legenden aus Long Island, der Blues-Hard-Rock-Pioniere Mountain, ist im 76. Lebensjahr gestorben.

Leslie West erlitt am 21. 12. 2020 in seinem Zuhause in der Nähe der Stadt Daytona in Florida einen plötzlichen Herzinfarkt. Er verlor dabei das Bewusstsein und starb einen Tag später.

Wests Bruder Larry West Weinstein deutete in einem Facebook-Post vom 21. 12. 2020 an, dass der Gesundheitszustand seines Bruders sehr ernst sei: „Ich bitte euch um eure Gebete. Jenni (Leslies Ehefrau, Anm. d. Red.) ist bei ihm in Florida, aber Leslie ist nicht in einem guten Zustand. Danke, Jenni, ohne dich hätte er es nicht durchgehalten. Sein Herz hat versagt und er liegt am Beatmungsgerät. Er wird die Nacht sehr wahrscheinlich nicht überleben.“

Leslie Weinstein wurde am 22. 10. 1945 geboren. Seine musikalische Karriere begann auf Long Island, als er mit der Band The Vagrants spielte, doch bekannt wurde er vor allem durch seine Arbeit mit Mountain. West gründete Mountain zusammen mit Bassist und Sänger Felix Pappalardi, und die Band legte mit ihrem für damalige Verhältnisse brutal lauten, zähen „sludgy“ Sound, der starke Blues-Wurzeln hatte, schon visionär die Konturen der künftigen Heavy-Metal-Musik frei. Bevor er sich für eine professionelle Musikkarriere entschied, verdiente Leslie seinen Lebensunterhalt als Juwelier.

Mit ihrem Debütalbum „Climbing!“ definierten Mountain einen der Grundpfeiler des amerikanischen Hard Rock. Das Album wurde von Felix Pappalardi produziert. Bei seiner Veröffentlichung kletterte es auf Platz 17 der Billboard 200. Der bekannteste Song dieses Albums – und der gesamten Bandkarriere – ist Mississippi Queen, der es auf Platz 21 der Billboard-Single-Charts schaffte. Den Song schrieben West, Pappalardi und Schlagzeuger Corky Laing gemeinsam, den Text steuerte David Rea bei; durch sein ikonisches Eröffnungs-Cowbell-Riff wurde er schnell zum Wiedererkennungszeichen. Er inspirierte zahlreiche Künstler zu Coverversionen, darunter Ozzy Osbourne, W.A.S.P sowie die Schweizer Hardrocker Gotthard.

Auf dem alten europäischen Kontinent – oder besser gesagt auf den britischen Inseln – erntete die Single Nantucket Sleighride sogar noch mehr Ruhm als Mississippi Queen. Es handelt sich dabei um den Titelsong des nächsten Bandalbums, der als Erkennungsmelodie für den Vorspann des ITV-Nachrichtenmagazins „Weekend World“ verwendet wurde. Geschrieben haben ihn Felix Pappalardi und seine damalige Freundin (später Ehefrau) Gail Collins. Der Song entstand inspiriert von einem realen Ereignis rund um das Walfangschiff „The Essex“ aus dem 19. Jahrhundert, das eines Tages vom Hafen in Nantucket aus auf Walfang auslief. Diese Fahrt mündete in einer echten Tragödie, die schließlich im Kannibalismus endete. Die Fans der Band verbinden diesen Song aber ohnehin schon immer auch mit der Tragödie vom April 1983, als Collins Pappalardi mit einer Pistole aus nächster Nähe erschoss und tötete.

Nachdem Pappalardi Mountain verlassen hatte, um sich der Produzentenarbeit zu widmen, nahmen West und Laing noch zwei Studioalben auf: „Why Dontcha“ (1972) und „Whatever Turns You On“ (1973). Die Alben entstanden in Zusammenarbeit mit Cream-Bassist Jack Bruce und erschienen unter dem Namen WBL (West, Bruce and Laing).

West litt jahrelang an Typ-2-Diabetes, und vor allem im letzten Jahrzehnt seines Lebens häuften sich die gesundheitlichen Probleme. Im Juni 2011 befand sich West mitten in einem zehnstündigen Flug, als sein rechtes Bein völlig blau anlief und anschwoll. Er verlor dabei das Bewusstsein. Unmittelbar nach der Landung wurde seine Frau Jenni von den Ärzten vor ein Ultimatum gestellt: Sie musste ihre Zustimmung zur Amputation von Wests rechtem Bein knapp unterhalb des Knies geben – andernfalls würde er sterben.

West reaktivierte Mountain 1973 zusammen mit Pappalardi, allerdings ohne Laing. Die Band veröffentlichte 1974 ihr viertes Album „Avalanche“ und löste sich erneut auf. Mountain brachten in der Folge noch vier weitere Alben heraus, die in größeren, mehrjährigen Abständen erschienen. Leslie West nahm außerdem einige Soloalben auf und wirkte in zwei Filmen mit: „Family Honor“ (1973) und „The Money Pit“ (1986).

Jethro Tull-Gitarrist Martin Barre sagte einmal über Leslie West: „Als ich anfing, ernsthafter E-Gitarre zu spielen, strebte ich immer danach, meinen eigenen unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Einen, den vorher noch niemand gehört hatte. Deshalb habe ich andere Gitarristen nie wirklich verfolgt oder ihnen zugehört. Wenn ihr mich aber trotzdem fragt, wen ich damals als Inspiration nennen würde – dann ist das Mountain-Gitarrist Leslie West.“


2 Kommentare
  1. Matija sagt

    RIP, Leslie. Izmed vseh izgub v rockerskih vodah, ki jih je prineslo leto 2020, je zame ta največja. Prav Leslie je zame tisti, ki najbolje pooseblja tisto Harrisonovo While My Guitar Gently Weeps. Dovolj je samo splušati njegovo priredbo Theme For An Imaginery Western. Nežne solaže v kombinaciji s hudo distorziranimi rifi.

    Trikrat sem ga imel čast gledati. Prvič davnega 1989 v Ljubljani, kjer je nastopil kot del Night Of The Guitars koncerta, kjer si je oder delil s številnimi šest strunskimi legendami, kot denimo Robbie Krieger, Phil Manzaneira, Randy California, Wishbone Ash dvojcem, itd. In tudi akrat je izstopal, tako po glasnosti, distorziranosti in videzem, ko je naoder prilomastil kot obuti maček.

    Drugič sem ga gledal sredi devetdesetih v Salzburgu, ko so Mountain na turneji In Your Face nastopili pred kakšnih 200 dušami. Nastop je bil gigantski, Leslie in Corky sta bila nabrita do konca. In čeprav takrat nisem poznal skoraj nobene njihove pesmi, sem čisto noter padel. Corky in Mark (Clarke, takratni basist) sta po nastopu klepetal s tistimi nekaj fani in se kar nista mogla načuditi, da se nekdo pelje 300km daleč na njihov koncert. Ja, prav tisti dan sem ugotovil, da je celotno grunge sranje imelo tudi koristne posledice za rock fane – dobili smo priložnost velikane rock glasbe videti od blizu, v intimnejšem okolju.

    Tudi tretjič (žal tudi zadnjič) sem imel Leslie-ja gledati nekje konec prejšnjega tisočletja prav tako v Salzburgu. Tokrat je šlo vse narobe. Leslie ni bil zadovoljen z zvokom in je bil vidno zlovoljen, tudi Corky je raje kot tolkel, bobne prevračal, basist Richie Scartlett, ki je že itak bil videti kot iz drugega filma, pa je s kotičkom očesa ves čas prestrašeno opazoval Leslieja.

    Kasneje sem si vedno želel, da bi jih imel priložnost še videti, a vsaj v zadnjem desetletju je bilo jasno, da iz te moke ne bo več kruha.

  2. dušan sagt

    Kot mulc sem gledal film Vanishing Point (posnet 1971), kjer je tudi skladba Mississippi Queen in prav to mi je „vrezalo navoje“. Album MOUNTAIN – Twin Peaks mi je bil kot sveti gral, še posebej Leslijev Guitar Solo.
    Še nedavno sem po netu iskal kakšno novico o njem, no zdaj je žal objavljena.
    RIP Leslie

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