Demolition Group stellen neue Besatzung beim Ortofest vor (2017)

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Ort: Ljubljana / Orto bar / Slowenien
Datum: Donnerstag, 06.04.2017


Heuer jährt sich die Gründung der Alternativ-Rock-Kapelle Demolition Group aus Brežice zum 35. Mal – eine Zahl, um die man sie schlicht beneiden muss. Vor zwei Jahren veröffentlichte die Band ihr nach wie vor aktuelles letztes Studioalbum »Zlagano sonce«, das Jahr 2016 verbrachte sie jedoch mit einiger Turbulenzen: Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Teams verließ mit Jože Pegam eines der Gründungsmitglieder die Gruppe – der ikonische Saxofonist, dem sich auch Gitarrist Matija Lapuh anschloss. Doch Demolition Group schafften es, sich rechtzeitig aufzurappeln, und die entstandenen Lücken füllten zwei erfahrene Musiker: Saxofonist Aleš Suša und Gitarrist Petar Stojanović.

So startete die Band ins neue Jahr 2017 mit einer Reihe von Konzertankündigungen, und am 06.04.2017 erwarteten wir sie schließlich wieder im Orto bar, wo sie im Rahmen des diesjährigen Ortofests auftraten.

Die Band betrat die Bühne im Untergeschoss des Orto bar kurz nach zehn Uhr abends. In der aktuellen Besetzung von Demolition Group hält der ikonische, ja schlicht unersetzliche Goran Šalamon die Stellung – ein Mann von einzigartiger Charisma, sprühendem Geist, einer der kein Blatt vor den Mund nimmt, einer bei dem die Erde bebt, wenn er mit seinem unglaublich durchdringenden und markanten Gesang loslegt, der nicht selten von seinem Markenzeichen – donnerndem Furor und Wut – untermalt wird. Das Rhythmus-Gespann bilden weiterhin die Brüder Tomi (Schlagzeug) und Ivica Gregl (Bass).

Mit einer nicht versiegenden Reihe von Favoriten bewies die Band, dass sie noch nicht das letzte Wort gesprochen hat. Die neuen Demolition Group spielen freilich etwas anders als die vorherige Inkarnation der Band. Sie wirken etwas konziser, schulmäßiger. Stojanović ist nämlich ein technisch unglaublich versierter Gitarrist. Schnell, präzise. Die Gitarrensoli sind bei Demolition Group nun also in orkanartigem Aufschwung. Aleš Suša mit seinen überzeugenden Ausbrüchen saxofonistischer Improvisation kann zwar die gigantische Ausstrahlung seines Vorgängers nicht ersetzen, doch haben er und Petar Stojanović zusammen eine angenehm massive Chemie entwickelt – eine unüberwindbare Wand des Begleitklangs, die das Klangbild von Demolition Group seit jeher einzigartig und besonders macht. Der Sound beim Konzert war zufriedenstellend. Die Anordnung der Bausteine erwies sich einmal mehr als überaus gelungen. Die Musikalität des flüssig und scharf eingekerbten Bass von Ivica Gregl im Zusammenspiel mit dem stets verlässlichen Tempoansagen seines Bruders Tomi – im angestrebten Kontrast zur Riff-Paarung Gitarre/Saxofon, die das bekannte, spöttisch-destruktive Wesen der Band auf der Bühne liefert – und im Zentrum all dessen bleibt der unverwechselbare Goran mit seiner einzigartigen Performance als Zungenarzt und seiner enorm charismatischen Bühnenpräsenz (inklusive Schwingen und Wiegen).

An diesem Abend haben Demolition Group „überlebt“. Um ehrlich zu sein, liegt mir die frühere Formation der Band mit dem einzigartigen Joco am Saxofon mehr – aber Hand aufs Herz: Die Band spielt auch in der neuesten Besetzung mit unverminderten Kraft und Furor, und mit wachsender Erfahrung werden sich die neuen Kräfte in der frisch aufgefrischten Band optimal einspielen. Also? Ja! Demolition Group machen weiter! Hoffen wir, dass auch neues Eigenmaterial im Entstehen ist, denn bekanntlich fehlt es Goran nie an außergewöhnlicher poetischer Treffsicherheit und intellektueller Provokation, die einschlägt wie eine Bleikugel und schneidet wie das schärfste Rasiermesser.

Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Setliste:

  1. Preveč vsega
  2. Kapital
  3. Lažje je imeti psa
  4. Včasih tko
  5. Dan dolgih sanj
  6. Dan brez
  7. Planet starcev
  8. 99
  9. Kaplja
  10. Gospodar
  11. Zvezde
  12. Crackhead
  13. Mesečina
  14. Amerika
  15. Nimam rad boga
  16. Bič, luč in upanje
  17. Zucco
  18. Zlagano sonce
  19. Pojdiva tja
    —Zugabe I.—
  20. Neovangelij
  21. Tau
  22. Japanci
    —Zugabe II.—
  23. Kriv sem za vse
  24. Slab gospodar
  25. DAF

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