Demo
Künstler: Bwase nwge
Label: Eigenveröffentlichung
Erscheinungsjahr: 2008
Laufzeit: 21.42
Bewertung: 4/5
Bwase nwge! Rock & Roll-Guerilla aus der Hölle, die sich einen Dreck um Normen und Klischees in der Musik schert und beharrlich und ohne den kleinsten Funken Sinn für Konformismus ihren eigenen Ausdrucksweg pflastert. Acht kräftig aromatisierte Blüten der Debüt-Demo-Aufnahme der Band servieren eine robuste Rocker-Attitüde in ansprechend strukturierten Songs von angenehm handlichem Format. Die Kombination aus kompromissloser Vocal-Delivery und schneidiger Gitarren-Schleiferei auf dem Unterbau elementarer Rhythmik ist das perfekte Rezept für alle Liebhaber einer ordentlich gewürzten musikalischen Küche.
Bwase nwge sind mutig, stellenweise geradezu roh – echte Garagen-Querköpfe. Ihr habt’s erraten: Die Jungs drehen keine Revolution, sondern bleiben im Gegenteil dem Minimalismus in allen musikalischen Elementen treu, durch dessen Poren die Dämpfe einer einzigartigen und unverfälschten Magie entweichen. Den Ton gibt dabei die extrem eingängige Vokalausrichtung von Nevijo Kmetec vor, dessen unbeschreibliche Stimmcharakteristik auf das Grölen eines Höhlenmenschen auf dem Höhepunkt der Ejakulation hinausläuft. Höchst produktiv ist auch das Riff-Werk von Gorazd Brne, dem es gelingt, aus schlichten Motiven eine beachtliche Portion Organik und Schmalz herauszuquetschen. Die vollmundigen Gitarrenriffs heften sich hartnäckig ans Räderwerk einer schlichten, aber in jeder Hinsicht souveränen Rhythmussektion, die für unberechenbare Wendungen und Manöver gut ist und in weiten Teilen der alten Rockerschule verpflichtet bleibt. Letztere bleibt bei aller mangelnden Genre-Flexibilität umso mehr ein unverzichtbarer Energiegenerator, der ab dem eröffnenden, punkrock-inspirierten Salvo „Mind Creation“ in Strömen brodelt. Die Barfüßigen knacken Tabus in der Folge effektiv mit dem bizarren „Hot Dogs“, dem hochoktanigen Rock & Roll-Ausreißer „It Could be You“ und dem etwas versöhnlicheren „She Is Real“, bis hin zum unbestrittenen Favoriten „Glider“, der mit spürbarem Mangel an stilistischer Perfektion diesen amüsant vertonten Kranz ursprünglicher Instinkte auf dem Höhepunkt abschließt.
Bwase nwge haben mit der Veröffentlichung ihres Demos ein Gegengift gegen die Vorhersehbarkeit des Mainstream-Rock-Geschehens in Slowenien in Umlauf gebracht. Erfreulich ist auch, dass die Jungs bei der Vertreibung des Nebels pathetischer Monotonie nicht auf ungewöhnliche Instrumente oder abstrakte Kombinationen derselben setzen, mit denen sie aus der Masse herausstechen würden, sondern auf Radikalität und die authentischen Aromen garagentypischer Arroganz und Dreistigkeit schwören, garniert mit einer gehäuften Portion Humor und Sarkasmus. Eines steht fest. Für Bwase nwge kommt das Anlegen formeller Rocker-Kluft einer blasphemischen Verletzung musikalischer Grundsätze gleich – besagtes Quintett hat das lieber gegen eine eklige Overall-Expedition eingetauscht, die sich in „leicht“ gereiztem Zustand unverschämt an die Seite der Gepflegtheit konventioneller Musikgriffe drängelt.
Besetzung
Nevijo Kmetec: Gesang
Gorazd Brne: Gitarre
Tea Jelen: Bass
Janez Rutar: Schlagzeug
Produktion
Bwase nwge
Trackliste
1. Mind Creation
2. High Clauds
3. Hot Dogs
4. Pickpocket
5. It Could Be You
6. She Is Real
7. Think Wild
8. Glider