Infiltration. Downfall. Death

0 5

Künstler: Revenge
Label: Osmose Productions
Veröffentlichung: 2008

 Aggression, Schmerz, Zerstörung und Tod sind die Wörter, die Musik und Thematik des Albums Infiltration, Downfall, Death am besten beschreiben. Es ist das neueste Werk der kanadischen Black-Metaller Revenge, die seit 2000 erfolgreich Geister und die lebende Gesellschaft aufwühlen.

Auch mit ihrem neuesten Meisterwerk bleiben Revenge dem dreckigen Sound, der mittelmäßig schlechten Produktion und der geradezu fantastisch aggressiven Musik treu, die selbst den tristesten, depressivsten Tag aufmöbelt und uns ständig daran erinnert, dass es noch schlimmer kommen könnte. Kaum ein Release klingt so intensiv und aggressiv wie Infiltration, Downfall, Death, besonders bei den wirklich knarzenden, nicht ganz klar erkennbaren, vorverzerrten Gitarren, die auch in den Soli nicht sauber klingen, und Soli gibt es auf dem Album reichlich, denn in jedem der acht Songs tauchen welche auf. Für sich genommen wirken diese Solo-Griffe wie eine Mischung aus Riffs früher Death- und Thrash-Metal-Bands, die Anfang der 90er des letzten Jahrhunderts angesagt waren. Von irgendeiner Melodik kann man also nicht sprechen, dafür aber das Tempo und eine Art rhythmische Zusammenhanglosigkeit hervorheben, die das Album relativ komplex und schwer hörbar macht.
Der größte Trumpf des Albums sind ganz sicher die Vocals, die irgendwo zwischen Schreien und noch lauterem Schreien schwanken und ein Gefühl von Atonalität erzeugen. Auf diese Vokal-Triller folgt meist ein schnelles, scharfes und kurzes Solo, dazu ist die ganze Zeit die schwere Bassgitarre stark präsent, die manchmal allerdings ein bisschen zu viel des Guten ist, weil sie den Rhythmus der Solo-Gitarre überdeckt. Kompliziert ist das alles nicht, aber wenn wir uns erst mal in die Aufnahme reinfühlen, erleben wir puren, extremen Black Metal ohne jegliche Verschönerung.
Das Wort extrem trifft das Wesen des Albums noch am ehesten, denn es ist in jedem noch so kleinen Detail extremistisch. Extrem sind die Vocals, die Drums und die Gitarren, und alles zusammen ergibt ein rundes Bild: Diese Elemente erschaffen Kriegshymnen über Dekadenz und Zerfall, den das menschliche Ego mit sich bringt, wenn es sich in einem Kriegsgebiet manifestiert. Militanz ist in jedem Song präsent und erzeugt ein unvergleichliches Gefühl von Massaker und Gemetzel, ohnehin recht häufige Themen in der Black-Metal-Szene.
Technisch gesehen bietet das Album weder eine perfekte und ausgefeilte Technik noch eine gute Produktion, die manche Medien und Labels bei diesem Release in den Vordergrund stellen. Der Sound wirkt irgendwie urwüchsig und erinnert stellenweise an das verwandte Noise-Genre, das ebenfalls für extremes Ausleben musikalischer Ideen bekannt ist. Vielleicht trägt aber gerade die etwas schlechtere Produktion zur Originalität des Albums bei, das auf groben, unbehandelten Sounds von Song zu Song Intensität aufbaut.

 Wegen der schlechten Produktion dürften wohl technisch anspruchsvollere Fans enttäuscht sein, die auf Bands wie Rhapsody of Fire schwören, während sich Sammler und Audiophile, die vor einer etwas schlechteren Produktion nicht zurückschrecken, eher freuen werden. Am Ende zählt schließlich die Interpretation und nicht das softwaregestützte Ausbessern falsch gespielter Notenfolgen, die beim Aufnehmen passieren.

Besetzung

James Read – Schlagzeug, Studio-Gesang
Pete Helmkamp – Bassgitarre

Tracklist

1.Death Heritage (Built Upon Sorrow) (04:30)
2.Blood Noose (Hog-tied like Swine) (03:40)
3.Sterilization (Procreation Denied) (04:41)
4.By Force (The Only Option) (04:24)
5.Barbed Anti (No Remorse) (04:55)
6.Survival (The Absolute Truth) (03:40)
7.Final Doctrine (Push Forward) (04:24)
8.Cleansing Siege (Take Them Down) (05:03)

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies