Guardians Of The Flame

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Autor: Aleš Podbrežnik

Band: Virgin Steele
Label: Noise Records
Veröffentlichung: 1983
Spielzeit: 67:05
Bewertung: 3.5/5

Die Ideen sprudeln offenbar nur so. Der Nachfolger der „Nummer eins“ übertrifft den Erstling in jeder Hinsicht. Der Sound ist tiefer, die Produktion noch aufgedrehter, sprich vermetallisiert. Dieser Sound war für damalige Verhältnisse ein echter Leckerbissen im Heavy Metal, der immer mehr neue Krieger in seine Reihen zog, denn das „goldene Zeitalter der Achtziger“ rückte näher.

„Guardians Of The Flame“ unterscheidet sich vom Debüt vor allem dadurch, dass der epische und gotische Touch in den Songs die Blues-Wurzeln der Band überlagert hat. Klar, auf der Platte findest du auch den perfekten bluesigen Hardrocker „Go All The Way“, aber der Titelsong oder der grandiose „The Redeemer“, der mit seinem Aufbau unglaublich stark an „Stargazer“ von Rainbow erinnert, steckt voller rhythmischer und motivischer Wendungen, die sich hervorragend ergänzen. Absolut irre sind „Metal City“ oder „Burn The Sun“, das mit seinem Eröffnungsriff an „In For The Kill“ von Black Sabbath, vom Album „Seventh Star“ (1986), erinnert.

Also, um es zusammenzufassen. Den Charakter der Band prägt wieder pure Aggression. Ich wiederhole mich. Wild, leidenschaftlich erotisch und völlig ungezähmt. Kurz: lebendig. Die Keyboards von David DeFeis sind noch ausdrucksstärker, inklusive seiner bravourösen Soli in einigen Songs. Vom energiegeladenen Gesang dieses kleinen, berüchtigten und zügellosen Hedonisten (sprich: Genussmensch ohne Grenzen), der in seiner Freizeit, aber auch auf der Bühne liebend gern mit einem (ganz echten!) Schwert herumfuchtelt, will ich gar nicht erst anfangen. Genialität mit unbegrenzter Haltbarkeit.

David hat neben Remix und Remaster auch noch vier Bonussongs draufgepackt. Auf dem letzten davon, „Blues Deluxe Oreganata (I Might Drown)“, im Dezember 1990 live auf der Bühne aufgenommen, hörst du die Gitarre von Edward Pursin, der 1984 bei der Band Jack Starr ersetzt hat. Na also, jetzt kannst du endlich deine Sammlung der Virgin-Steele-Alben komplettieren. Wie jedes davon ist auch das wiederbelebte „Guardians Of The Flame“ eine gleichwertige und erstklassige Geschichte für sich und, gemessen an der damals verfügbaren Technik, eine außergewöhnliche Leistung für das Jahr 1983. Uff, wie das heute noch zündet!

Besetzung

David DeFeis – Gesang, Keyboards
Jack Starr – Gitarre
Joe “O” – Bass
Joey Ayvazian – Schlagzeug

Produktion

David DeFeis

Tracklist

1. Don’t say goodbye (tonight)
2. Burn the Sun
3. Life of Crime
4. The Redeemer
5. Birth through Fire
6. Guardians of the Flame
7. Metal City
8. Hell or high Water
9. Go all the Way
10. Cry in the Night

BONUSTRACKS DER REMASTERTEN NEUAUFLAGE VON 2002:
11. I am the one
12. Go down fighting
13. Wait for the Night
14. Interview
15. Blues Deluxe Oreganta (I might drown)

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