Come Taste The Band – zusammengebracht hat uns ein Insider-Kontakt bei RockLine (2010)

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Ort: Rock Cafe / Postojna / Slowenien
Datum des Interviews: 18.02.2010

Come Taste The Band ist zwar ein relativ neuer Name auf der slowenischen Rockszene, doch besteht die Besetzung aus drei Musikern, die in ihrer Karriere schon eine ganze Menge Bands „durchgeatmet“ haben. Darunter auch die Gorenjska-Hard-Rocker Lady’s First – in ihrem musikalischen Enthusiasmus und ihrer Liebe zur Musik füllen sie ihre verfügbare Zeit zusätzlich mit gleichzeitiger Mitarbeit in mehreren Bands wie etwa Lene kosti oder Radio Zoo. Die Jungs entwickeln eine interessante musikalische Geschichte, die sie auf einer soliden, aber dynamischen und stark verzweigten Rhythmussektion aufbauen. Die verbirgt viele Funk-Einflüsse keineswegs. Daran knüpft sich eine Gitarre mit klassisch angelegten Rock-Griffen, die ihre Inspiration aus der guten alten Schule jener Bands schöpfen, die in den Siebzigern Pionierarbeit leisteten für den grundlegenden und für damalige Verhältnisse trendigen Sprung vom Charakter schlagkräftiger Power-Blues-Bands hin zu Bands klassischen Hard-Rock-Zuschnitts.  Für die Sachkundigeren unter euch, werte Leser, sei noch betont: Come Taste The Band sind keine Deep Purple-Tributeband, sondern entwickeln ausschließlich ihr ganz eigenes Songwriting.

Die Jungs sagen, sie pfeifen darauf, welchen Stil sie spielen. Alles ordnen sie in erster Linie dem eigenen Vergnügen und der Entspannung unter – egal ob beim Proben oder auf der Bühne. In einem überaus interessanten, unterhaltsamen und witzigen Gespräch schilderten die Jungs den Hintergrund der Bandgründung und verrieten ihre kurzfristigen musikalischen Wünsche und ihre musikalische Vision.

RockLine: Wo habt ihr „aufgeschnappt“, dass in Postojna der Epic RockLine Contest stattfindet, und was hat euch dazu gebracht, euch bei dem Wettbewerb anzumelden?

Andrej: Ein Insider-Kontakt bei RockLine.

(Alle: Gelächter)

RockLine: Wie bitte?

Andrej: Ja. Ernst gemeint.

Grega: Eine Zeit lang hat sich unsere Band sogar nach dieser Person benannt.

RockLine: Daniel Pavlica Band?

Andrej: Nein, nein. Ansambel Daniela Pavlice. So haben wir uns anfangs genannt und unter diesem Namen haben wir uns auch bei dem Wettbewerb angemeldet. Aber dann ist das irgendwie nicht weitergegangen. Unser ursprünglicher Name muss wohl irgendwo verloren gegangen sein.

Rockline: Hol mich der Teufel, wenn das kein fader Witz ist.

Andrej: Nein. Überhaupt nicht. Das ist ein sehr gesalzener Witz. Dieselbe Person hat dann den Namen unserer Band eigenmächtig in Brian Robertson Band umgeändert.

RockLine: Wie kommt man jetzt auf Brian Robertson Band?

Andrej: Tja, das weiß nur diese Person.

RockLine: Wie seid ihr drei als Trio zusammengekommen und habt beschlossen, eine neue Band zu gründen?

Grega: Peter und ich kennen uns schon länger. Später hab ich Andrej kennengelernt und ihn gefragt, ob er vielleicht Lust hätte dazuzustoßen. So haben wir angefangen, uns gemeinsam beim Proben zu treffen und Sachen zu spielen. Und inzwischen haben wir schon unser eigenes Material zusammen.

Peter: Schuld daran ist Daniel Pavlica, ha, ha…

Andrej: Ja. Er ist schuld. Weil wir eine Band mit Daniel hatten. Eigentlich haben Grega und ich auf seine Anzeige reagiert.  Auch Peter kam zu unserer letzten Probe, aber wir konnten die Band nicht retten.

Grega: Peter hat versucht, die Situation zu retten, aber es war zu spät.

Peter: Grega und ich haben uns übrigens so kennengelernt, dass Grega mal zu mir zum Vorspielen gekommen ist…

Grega: Ja. Das muss etwa 8 Jahre her sein. Noch im ersten Jahr der Mittelschule.

Peter: Ja. Grega kam 2000 oder 2001 zu uns, war damals so 16 oder 17. Seitdem spielen wir mehr oder weniger ständig zusammen und haben seitdem auch 3 oder 4 Bands gewechselt.

RockLine: Kann jeder kurz seinen musikalischen Hintergrund beschreiben. Was sind eure Einflüsse und was zieht euch beim Spielen und Schreiben von Musik an?

Grega: Andrej fängt am besten an, weil er der Älteste von uns ist – und der Anfangsbuchstabe seines Namens kommt im Alphabet zuerst.

Andrej: Na gut, wenn du drauf bestehst. Meine Karriere hab ich irgendwie mit Lady’s First begonnen. Mindestens vor etwa 5 Jahren. Das waren die Jahre dieses schönen Rock ’n‘ Roll. Dann haben sich Lady’s First eher in Richtung Heavy Metal orientiert, ich bin vom Herzen her aber eher klassischer Hard Rocker, also passte die Atmosphäre nicht mehr so zu mir. Deshalb hab ich mich von ihnen verabschiedet. Wir sind aber bis heute sehr gute Freunde.

Grega: Peter und ich haben früher bei Dark Light gespielt, dann haben wir uns aufgelöst. Neben Come Taste The Band spiele ich auch bei Lene kosti.

RockLine: Lene kosti? Warte, warte, das wird ja immer heißer. Wie hast du diesen Jackpot geknackt?

Grega: Ist mega! Okay, klar, es gibt einen Altersunterschied, aber wir verstehen uns, als wären wir total auf einer Wellenlänge. Wir harmonieren super. Macht richtig Spaß zusammen.

RockLine: Macht dir dieses „Umschalten“ keine Schwierigkeiten, wo die beiden Bands doch so verschieden sind? Bei Lene kosti musst du noch mehr auf dein Äußeres achten. Dieses giftige Image mit Leder und Ketten…

Grega: Stimmt, ich bin vom Herzen her nicht der eingefleischte Heavy-Metal-Fan, und wenn ich nicht bei Lene kosti bin, trage ich auch keine Metal-Klamotten, aber die Energie von Lene kosti passt mir unglaublich gut. Von den Songs selbst, wie sie geschrieben sind, bis hin zur Energie sowohl bei den Proben als auch bei den Liveauftritten. Bei Lene kosti zu sein ist wirklich eine Herausforderung und gleichzeitig ein riesen Spaß. Da ist noch ein Faktor. Die Jungs haben schon so viele Kilometer auf dem Buckel, dass ich jedes Mal eine Menge Nützliches von ihnen lerne. Ich hoffe, wir „ballern“ noch lange so weiter wie bisher!

RockLine: Bei Lene kosti hast du die Fußstapfen deines Vaters übernommen. Ist er stolz auf dich?

Grega: Natürlich. Jetzt ist er offizieller Fotograf von Lene kosti und Come Taste The Band und hat so auch von dieser Seite den Kontakt zu alten Freunden gehalten.

RockLine: Um den roten Faden wieder aufzunehmen: Peter, stell dich bitte auch den RockLine-Lesern vor.

Peter: Also, wie man so sagt: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Mein Vater ist auch Schlagzeuger. Er hat in zahlreichen Bands gespielt. Damit bin ich eigentlich mein ganzes Leben aufgewachsen. Irgendwie hat mich auch sein Syndrom erwischt. Ich habe gleichzeitig in drei oder vier Bands gespielt. Aber das geht nicht. Das schaffst du nicht. Im Moment bin ich auch im Projekt Rockomotiva dabei. Im Rahmen dieses Projekts haben auch Come Taste The Band mitgemacht. Zunächst am Dienstag, 16.02.2010 im Ljubljanaer Roxly, sowie auch bei Maki (Matjaž Živkovič – Maki, Gesang, The Dinkers, Anm. d. Red.) in Grosuplje im Pri Pujsu, dem ehemaligen Groš. In diesem Projekt sind vier Bands zusammengeschlossen und treten so gemeinsam auf.

RockLine: Wie entsteht ein Song bei Come Taste The Band?

Peter: Ich glaube, so wie bei allen anderen Bands auch. Jedes Mal muss jemand mit einer Ausgangsidee ankommen. Meistens war es Grega, der mit Ideen zum Proben kam.

Grega: Die Idee entsteht, bevor du zur Probe kommst.

Peter: Dann nehmen wir irgendeinen „Jam“ in unserem Proberaum auf…

Andrej: Wenn du den Song, der beim ersten Jam gespielt wird, mit dem vergleichst, was sich nach zwei oder drei Monaten daraus entwickelt, würdest du kaum erkennen, dass es derselbe Song ist.

Grega: Ja. So ein Song verändert sich dann um etwa 70% von der Grundidee beziehungsweise der ersten Version.

RockLine: Ihr spielt eine sehr interessante, für heutige Trends ungewöhnliche Variante von Rock Musik. Man spürt Funk. Die Dynamik der Rhythmussektion ist außergewöhnlich, dazu ist auch etwas Blues zu spüren, Andrej deckt mit seinem Sound und Stil viel klanglichen Raum mit der Gitarre ab… Hört ihr alten Rock aus den Siebzigern, oder habt ihr den Stil, wie ihr ihn derzeit präsentiert und mit eurer Musik anbietet, völlig spontan entwickelt?

Grega: Wir denken eigentlich überhaupt nicht viel dabei. Vor allem denken wir nicht darüber nach, was dabei rauskommt, wenn wir beim Proben einfach anfangen zu spielen. Wir machen, was uns liegt.

Andrej: Jeder von uns hört auch etwas ältere Musik, das wird schon ein bisschen Einfluss gehabt haben.

Grega: Jeder bringt etwas von sich in die Musik und dann kommt das raus, was du hörst. So eine musikalische Mischung von uns dreien.   

Peter: Dabei versuchen wir, möglichst abwechslungsreiche Songs zu machen. Das Wichtigste ist natürlich, dass wir das machen, was uns selbst gefällt.

Andrej: Wenn ich allein meine Musik machen würde, würde sie nie so klingen wie das, was ich bei Come Taste The Band spiele. Hier aber verflechten sich die Geschmäcker und Ansätze von uns dreien und dann kommt etwas heraus, womit keiner von uns gerechnet hat. Manchmal überraschen wir uns selbst. Und das gefällt mir persönlich sehr.

Peter: In jeder solchen Geschichte müssen Menschen zusammenkommen, die sich gegenseitig ergänzen. Wenn alle in dieselbe Richtung schauen, in musikalischer Hinsicht, dann…

Grega: …wird die Sache starr.  

Peter: Queen wären längst nicht Queen gewesen, wenn in dieser Geschichte nur Freddy Mercury gewesen wäre. Unser Ziel ist, uns nicht zu wiederholen. Weißt du, wir wollen uns keinen Stil zimmern und uns dann an diese Formel klammern wie ein Betrunkener an einen Zaunpfahl.

Grega: Wir sind stilistisch völlig ungebunden. Ob Funk oder Punk – uns ist es egal. Hauptsache, wir haben den Mut, zuerst unseren eigenen Geschmack zu bedienen und uns erst dann um alles andere zu kümmern.

Peter: Unsere ganze Geschichte wird sich noch weiter beleben, denn wir planen, dass ein viertes Mitglied dazustößt.

RockLine: Auf welcher Position?

Peter: Am Keyboard.

Andrej: Wir suchen nämlich einen Keyboarder mit langen Haaren….

Grega: … und einem kleinen Bärtchen, vorne etwas lichtem Haar, der einen Trainingsanzug und eine Lederjacke trägt.

Andrej: Einen solchen Keyboarder würden wir sofort in die Band nehmen.

Grega: Ja. Denn solche Keyboarder gibt es wirklich selten.

Peter: Wir werden eine Anzeige schalten.

RockLine: Wann können wir mit dem ersten Studioalbum rechnen?

Peter: Wenn wir diesen Wettbewerb gewinnen, ha, ha…

Grega: Ja. Wenn wir hier nicht gewinnen, dann schreiben wir noch 12 Songs fertig und…

Andrej: …warten wir, bis wir bei einem anderen Wettbewerb gewinnen, ha, ha, ha…

Peter: Im Rahmen des Projekts Rockomotiva steht eine Albumaufnahme in Aussicht. Nein, wirklich. Es gibt einen Plan.

Grega: Aber wir müssen noch mindestens 4 weitere Songs ausfeilen.

RockLine: Und sonst. Wie nimmt das Publikum euch an, wenn ihr auf der Bühne seid? Vorgestern habt ihr im Roxly gespielt.

Peter:  Im Roxly sind wir auf unerwarteten Andrang gestoßen. Es war brechend voll. Es war Faschingsdienstag. Der Zuspruch war super und die Energie war durch und durch positiv. Und das, obwohl man für 3,00€ ein Ticket kaufen musste. Also ein Paket mit vier Bands. Das war schon fast ein bisschen viel. Ich habe mit zwei Bands gespielt. Zuerst mit Come Taste The Band und dann noch mit Radio Zoo. Und als ich mit der letzten Band aufgetreten bin, haben die Leute schon langsam die Location verlassen. Es war ja mitten in der Woche.

RockLine: Heute Abend in Postojna hattet ihr einen sehr guten Sound. Ihr habt sehr gut funktioniert. Wie war das Gefühl heute Abend auf der Bühne?

Andrej: Das Soundsystem war super.

Peter: Schon vorher, als wir den Soundchecks der beiden anderen Bands zugehört haben, die heute Abend hier nach uns auftreten werden, waren wir von diesem Raum positiv überrascht.

Grega: Ich sage nur: Ljubljana kann sich sofort verstecken, wenn es um einen Raum wie das Rock Cafe in Postojna geht. Dem Rock Cafe kommt weder der Orto Bar noch irgendein anderer Ljubljanaer Club nahe.

Andrej: Es ist schwer, so einen ausgezeichneten Raum zu finden, so gut „eingestellt“, wie dieser hier im Rock Cafe. Auch was den Tontechniker betrifft, den Tonmeister. Wenn nichts anderes, dann ist er zumindest ein außergewöhnlicher Charakter. Du kannst ihm etwas sagen, er wird nicht stur sein oder arrogant, sondern hört dir zu und versucht, dir zu helfen, eine Lösung zu finden. Auch in dieser Hinsicht hat dieser Club hier und heute alle unsere Erwartungen übertroffen. Der Tonmeister ist super. Mit Ausnahme von „Youwde“ (Tomaž Frelih „Youwda“, Gitarre – Lady’s First, Anm. d. Red.). Der ist halt unantastbar, he, he, he… Okay, „Youwda“ hat nicht so viel Geduld wie dieser Tonmeister aus dem Rock Cafe, aber wie auch immer, er ist auch sehr gut in seinem Job.

Fotos: Aleš Podbrežnik

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