Gespräch mit Rock Shock vor dem großen Debüt! (2009)
Ort: Dol pri Ljubljani
Datum des Interviews: 19.02.2009
Rock Shock sind altbekannte Gesichter auf slowenischen Konzertbühnen. Die Band, die die Begeisterung für das Erbe der Kreuzung aus ansteckender Melodik und harten Rhythmen der Musikschule der 80er verbindet, ist zweifellos eine der vielversprechendsten Bands der heimischen Rockszene. RockLine hat letzten Donnerstag in einem Studio bei Ljubljana mit zwei freundlichen Jungs geplaudert – Gitarrist Janko Tomšič und Keyboarder Andrej Rovan –, die bei einem Gläschen edlen Tropfens ein paar Geheimnisse des kommenden Albums preisgaben.
RockLine: Rock Shock seid eine verhältnismäßig alte Band.
Janko: Wir haben uns Anfang 2001 zusammengefunden, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht irgendwann im Januar, was bedeutet, dass wir unser achtes Jahr feiern.
RockLine: Was habt ihr bisher so gemacht?
Janko: Größtenteils haben wir gespielt, die Crew zusammengesucht, zwischendurch auch die Besetzung gewechselt, sie aufgebaut.. (deutet auf Andrej) ..du kannst dich ruhig dem Gespräch anschließen..
Andrej: Ich vertraue dir vollkommen..
RockLine: Er ist noch neu dabei und „hat kein Stimmrecht“!
Janko: Ha, ha!! Nein, nein, natürlich hat er. Bei uns herrscht Demokratie, bis zu einem gewissen Grad natürlich.
RockLine: Du hast Personalwechsel erwähnt – haben euch in der Vergangenheit Probleme musikalischer Art geplagt?
Janko: Du weißt, wie das war. Sich mit Musik zu beschäftigen hat seinen Preis. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Machen von Musik zum Spaß, oder nennen wir es halbernst Spielen, und ernsthafter Arbeit. Dann gab es noch eine ganze Reihe von Hindernissen – eines der Mitglieder hat zwischendurch eine Familie gegründet, dazu kommen Jobs und noch eine ganze Reihe von Faktoren, bei denen die Sache schnell unmachbar werden kann. Wie bei jeder Band sind auch Rock Shock in den Anfangsjahren vor allem gereift, sei es musikalisch als auch natürlich persönlich. Die Crew hat sich jetzt gefunden, wir verstehen uns super mit den Jungs, kurz gesagt, die Dinge laufen so, wie sie sollen.
RockLine: Ist es bei uns schwer für unbekannte Bands?
Janko: Ohne Zweifel. Trotzdem, wenn der Wille und die Freude an der Arbeit da sind, geht es. Schritt für Schritt, langsam, Stufe für Stufe, man muss nur dranbleiben. Was natürlich völlig normal ist. Einen bestimmten Weg musst du gehen, ein bisschen mühsames Kilometer-Sammeln, ohne das geht es nicht. So gewinnst du an Qualität und Erfahrung.
RockLine: Habt ihr als Band Probleme damit, die musikalischen Einflüsse im Zaum zu halten, oder verbinden euch ähnliche Musikgeschmäcker?
Janko: Wir haben einen sehr breiten Blick auf Musik. Die Geschmäcker unterscheiden sich von Person zu Person. Meine „top“-Bands sind Bon Jovi, Van Halen, Toto, Andrej steckt bis zum Hals in den 80ern…
RockLine: Es gibt also kein Mitglied, das die Hauptquelle der Inspiration und Ideen wäre?
Janko: Alle kreativen Prozesse sind das Werk aller, die Ideen größtenteils gemeinsam. Manchmal falle ich zu Hause auf etwas ein, zum Beispiel ein Riff, manchmal Andrej, die Arrangements sind wiederum das Werk der ganzen Crew, die Texte bleiben größtenteils im Zuständigkeitsbereich des Sängers.
RockLine: Jungs, ihr arbeitet zurzeit am Feinschliff des Debüts. Wie zufrieden seid ihr mit der bislang geleisteten Arbeit?
Janko: Sehr. Wir haben unsere Arbeit praktisch schon erledigt, die Songs sind aufgenommen, es fehlt uns nur noch der Mix. Wie sieht’s damit aus, Toni?
RockLine: Noch ungefähr fünf Minuten?
Toni (Produzent): Kommt drauf an, wie schnell deine Uhr läuft, ha, ha.. die Jungs haben ihren Teil erledigt, es müssen noch ein paar Backing Vocals eingesungen werden. Praktisch muss die Sache nur noch finalisiert werden.
RockLine: Wie sieht es mit dem Material des neuen Albums aus? Handelt es sich um ältere Songs, oder habt ihr dafür etwas völlig Frisches zusammengebraut?
Janko: Ich würde sagen irgendwo dazwischen, 50/50. Darauf findet man einige ältere Motive, es werden aber auch bereits früher geschriebene Songs nicht fehlen, die wir mit dem Eintreffen neuer Mitglieder und den dadurch eröffneten neuen Ausdrucksmöglichkeiten überarbeitet haben. Natürlich werden auch neuere Schöpfungen ihren Platz auf dem Album bekommen. Kurz gesagt, an Material mangelt es uns nicht.
RockLine: Wie viele Songs werden also letztendlich durch das Sieb des Albums schlüpfen?
Janko: Wahrscheinlich 11.
RockLine: Wie seid ihr zu Tom gekommen?
Janko: Zu Tom sind wir über den Mary Rose-Kontakt gekommen.
RockLine: Ist die Albumaufnahme ein großer finanzieller Brocken?
Janko: Über Zahlen werde ich nicht reden, aber für die Aufnahme des Albums und des Videoclips waren einige Gigs nötig – wir haben im Grunde zwei Jahre gespielt, um beide Projekte zu finanzieren!
RockLine: Rock Shock lernen also, mit großen Schritten zu gehen?
Janko: Wie gesagt, noch eine Stufe mehr. Das Gefühl ist zurzeit gut, wird aber zweifellos noch besser sein, wenn die Arbeit am Album abgeschlossen ist. Der Grundwunsch jeder ernsthaften Band ist es, ihr eigenes Album aufzunehmen. Wenn alles passt und die Sache greifbare Form angenommen hat, wird das Gefühl phänomenal sein.
Rockline: Also, wann können wir mit dem Erscheinen des Rock Shock-Debüts rechnen?
Janko: Wie gesagt, uns fehlt noch der Mix, dann müssen wir auf Ideen für das Cover-Artwork Jagd machen. Ich schätze spätestens Ende April!
RockLine: Werdet ihr das Album bei einer besonderen Gelegenheit vorstellen?
Janko: Natürlich wird für die Promotion gesorgt sein. Über konkrete Daten können wir zurzeit noch nicht sprechen. Die meiste Albumpromotion wird natürlich durch Konzerte gemacht. Ansonsten haben wir auch gute Beziehungen zu den Medien. Wir geben viele Interviews, sind auf zahlreichen Charts vertreten, die Türen sind uns bislang nur bei den Printmedien verschlossen.
RockLine: Bisher habt ihr bei Konzerten hauptsächlich Coverversionen gespielt..
Janko: Stimmt. Das sind die Anforderungen der Veranstalter. Du musst dem Publikum immer einen zusätzlichen Grund zum Abgehen bieten. Cover sind ein notwendiges Übel, ohne das es leider nicht geht.
RockLine: Mit dem neuen Album wird die Verantwortung gegenüber dem eigenen Material größer. Wie schwer wird dieser Übergang für euch sein?
Janko: Hier erwarte ich keine größeren Probleme. Die Leute, die unsere Konzerte besuchen, sind Eigenkompositionen bereits gewohnt. Die Songs kamen gut an. Wir spielen gerne eigene Musik, auch wenn wir nichts gegen Covers haben. Natürlich wird es eine Weile brauchen für eine konkretere Resonanz, vielleicht sogar noch ein Album, einen Videoclip – aber einen neuen Single werden wir sicher bald rausbringen.
Fotos: Mojca Perdih
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