Metaldays 2017 (dritter Tag) – Angriff des deutschen Heavy Metal und der norwegischen Avantgarde

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Autor: Rok Klemše, Aleš Podbrežnik
Fotos: Nina Grad

Ort: Tolmin, Slowenien
Konzertdatum: 26.07.2017
Besucherzahl: 11.000
Kartenpreis: 160,00€ (Wochenticket) / 140,00€ (Dreitageskarte) / 60,00€ (Tageskarte)

Das mittwöchliche Konzertprogramm starteten wir früh am Nachmittag mit dem slowenischen Trio Srd, Shotdown und Morywa, zwischen das sich die italienische Sci-Fi-Thrash-Truppe Vexovoid eingeschmuggelt hatte. Srd haben die slowenische Musikszene mit ihrem außergewöhnlichen Debüt Smrti sel aufgemischt, dessen Ruf sich auch jenseits unserer Grenzen verbreitet hat. Wahrscheinlich auch deshalb erwartete die Band ein etwas zahlreicheres Publikum, und die Jungs unter Führung von Goran Slekovec präsentierten in bestem Licht ihre Vision des Black Metal, die sie stellenweise mit Black ’n‘ Roll-Einschüben aufpeppen und die sich durch durchdachte Gitarrenlinien und Goranos noch raueren, aber dennoch deutlichen Gesang auszeichnet. Dieser glänzte wieder am stärksten in den Songs mit slowenischen Texten, und natürlich durfte, schon aufgrund der Lage, das zehnminütige Lied Soči nicht fehlen, das phänomenal rüberkam.

Einen viel, viel leichteren Ansatz wählten die Küstenland-Heavy-Metaller Shotdown, die aus der Asche von Shutdown hervorgegangen sind. Daher war es eigentlich berechtigt zu erwarten, dass den Großteil des Gespielten Songs vom Album Heavy as Metal & Hot as Hell ausmachen würden, aber die Jungs überraschten. In gut einer halben Stunde präsentierten sie nämlich ausschließlich Shotdown-Material, das eine Art logische Fortsetzung der Heavy-Metal-Geschichte von Shutdown darstellt, aber die neue Band erlaubt sich deutlich mehr Genre-Abweichungen. So drifteten Shotdown stellenweise sogar bis zu Ska, Dub und Reggae ab, was für einen Moment zwar amüsant und ansprechend wirkte, aber schnell überflüssig wurde. Ansonsten beherrschen die Jungs das Bühnenposieren von Grund auf, dabei sticht Frontmann Egzi besonders hervor, aber auch die anderen Mitglieder stehen ihm in nichts nach, während die Gitarren-Eskapaden von Marty Favent eine echte Augen- und Ohrenweide sind. Ein energiegeladener und unterhaltsamer Auftritt, und Shotdown haben definitiv darauf aufmerksam gemacht, dass man sie im Auge behalten sollte.

Genau irgendwo in der Mitte des Shotdown-Auftritts musste man unbedingt zur New Forces-Bühne eilen. Zumindest galt das für Fans von Bands wie Voivod, Vektor und Obliveon, denn aus dem Weltall waren die italienischen progressiven Thrasher Vexovoid nach Tolmin geflogen. Wenn für italienische (Metal-)Bands mit wenigen Ausnahmen sprichwörtlich gilt, dass sie auf Kriegsfuß mit der Qualität stehen, war es eine Freude zu hören, dass Vexovoid zu diesen Ausnahmen gehören. Das Trio schöpft stark aus dem Vermächtnis der unsterblichen Voivod, noch mehr aber aus dem technischen Thrash im Stil von Vektor, aber das darf man ihnen keineswegs als Schwäche anrechnen. Die Jungs wissen nämlich genau, wen sie sich zum Vorbild genommen haben, berühren diese Wurzeln respektvoll, haben aber auch genug Eigenes zu sagen, sodass es keine reine Kopie ist. Vexovoid überzeugten so mit lichtgeschwindigkeitsschnellem Thrash, der voll »seltsamer« Riffs war, die sich auch Piggy nicht hätte schämen müssen, mit Weltraum-Thematik, gutem Gesang und abwechslungsreichen sowie lebhaften Songs. Bei den Gitarren-Soli entstand zwar eine Leere, die der Bass allein nicht zu füllen vermochte, aber Vexovoid präsentierten in schönem Licht die EP Heralds of the Stars und neue Songs, von denen ich hoffe, dass sie diese bald als Studioalbum ins Interstellare schicken.

Auf der Hauptbühne betrat kurz darauf noch die letzte heimische Band des Tages, die Celjeer Groove-Schwergewichte Morywa, die eine stattliche Anzahl an Zuhörern vor die Bühne locken konnten. Die Jungs knurrten und donnerten früh am Nachmittag mit ihren Achtsaiten-Gitarren und marschierten bei Metaldays mit fettem Groove auf, der trotzdem mit der Klarheit des Riffings und der Eindringlichkeit der Performance überrascht, die nicht weit von der Tech/Death-Perfektion von Decapitated entfernt ist. Als ausgezeichnet erwies sich auch die Wahl des neuen Schlagzeugers Nikita Herman, der in das bereits bekannte Schlagzeug-Gewitter einige neue und interessante Techniken einbrachte. Morywa waren sich der Herausforderung der großen Bühne mehr als offensichtlich bewusst, meisterten die Prüfung ohne Probleme und gewannen zweifellos auch neue Fans.  

Noch mehr Wahnsinn, eines der größten Highlights beim diesjährigen Festival, bereiteten derweil die heißen Barcelonaner Thrasher Crisix, bei uns zwar weniger bekannt als ihre spanischen Kollegen Angelus Apatrida, aber das wird sich nach ihrem Auftritt bei Metaldays bestimmt ändern. Crisix zeichnet zwar keine verrückte Originalität aus, die im Thrash Metal sowieso nicht mehr neu zu erfinden ist, aber ihr großer Vorteil ist die wirklich irre Energie, die nach allen Seiten sprüht. Das Publikum erkannte das sofort und moshte und johlte von Anfang bis Ende des Crisix-Auftritts lautstark mit, das Sahnehäubchen setzten Crisix obendrauf, als alle Bandmitglieder (außer dem Schlagzeuger natürlich, das wäre aber noch wahnsinniger gewesen zu sehen, hehe) von der Bühne stiegen und einen Song mitsamt ihren Instrumenten direkt im Circle Pit spielten. Wahnsinn!

Noch mehr Rennen zwischen den Bühnen folgte bei der nächsten Vierergruppe von Auftretenden. Mit ihrem atmosphärischen Folk/Black Metal hüllten die rumänischen Dordeduh die Boško-Bursać-Bühne in Dunkelheit, kamen aber diesmal nicht so gut an wie die norwegischen progressiven Power-Metaller Triosphere. Diese überzeugten vor allem durch die hervorragende Performance und den kraftvollen und durchdringenden Gesang der Bassistin Ida Haukland. Hätte die Zeit es erlaubt, hätte ich ihnen sicher noch etwas mehr Aufmerksamkeit gewidmet, aber mich nagte die Neugier, was die italienischen Gothic/Doom-Metaller The Foreshadowing bieten würden. Wegen der nachmittäglichen Müdigkeit überzeugten die Römer mit ihrem Doom Metal, der mit Gothic-Elementen gefärbt ist, zwar nicht so richtig, aber sie gaben zu verstehen, dass es sich lohnt, sie auszuprobieren, denn ihr Doom, der sich an Bands wie Paradise Lost, My Dying Bride, November’s Doom und Katatonia orientiert, klang überhaupt nicht schlecht.

Derweil herrschte unter der Lemmy-Bühne bereits der nach tschechischen Fäkalien riechende Wahnsinn in Form der Goregrinder Gutalax. Was sich ungefähr anbahnte, deuteten bereits die Massen an Besuchern an, die sich mit Klobürsten, Klodeckeln, Toilettenpapier und anderem Zubehör vor die große Bühne drängten. Die Tschechen marschierten in weißen Overalls auf die Bühne zu den Klängen des Titelstücks Ghostbusters und reihten dann eine Reihe von Liedchen aneinander, die portablen Toiletten, Rektumöffnungen, Furzen, Hintern und Fäkalien in der einen oder anderen Form gewidmet sind. Mit dem obligatorischen Schweine-Gesang von Sänger Maty. Spaßig für einen Song oder zwei, aber auch das vor allem wegen des Publikums, das in tausend und eine Verkleidung gehüllt war, die man selbst an Halloween/Fasching kaum antrifft.

An ernsthaftere Musik gewöhnte Ohren flohen daher schnell zur Boban-Bühne, wo bereits neues Thrash-Metal-Chaos mit den amerikanischen Schwergewichten Warbringer wartete. Die hatten vor einigen Monaten die Orto bar mit Mega-Energie fast auseinandergerissen, daher waren die Erwartungen auch diesmal riesig. Warbringer rechtfertigten sie, obwohl sie sich für einen interessanten, aber mutigen Zug entschieden hatten. Vokalist John Kevill nämlich kündigte nach dem ersten gespielten Song Silhouettes, der das Publikum wie eine Atomexplosions-Druckwelle wirklich zu Asche verbrannt hatte, an, dass sie das aktuelle Album Woe to the Vanquished in seiner Gesamtheit von A bis Z spielen würden. Irgendwelche Überraschungen gab es also keine, aber Warbringer verblüfften mit ihrer rohen Kraft und explosiven Energie erneut. Solch einen Thrash-Schub haben wir schon lange nicht mehr erlebt, wofür vor allem Kevill zu danken ist, der sich von einem unglaublich angenehmen und belesenen Gesprächspartner auf der Bühne in einen tollwütigen Psychopathen verwandelt. Die Panzerketten von Warbringer überrollten das Publikum also mit den Songs Remain Violent, Shellfire, Spectral Asylum und Divinity of Flesh, am spannendsten war aber die Frage, wie sich das zehnminütige Epos über den Ersten Weltkrieg When the Guns Fell Silent live schlagen würde. Dieses sich langsam aufbauende und steigernde Massaker, das die Atmosphäre der Iron Maiden- und Bathory-Epen schöpft, wirkte live viel besser als auf der Platte und klang aufgrund der Umgebung, in der es gespielt wurde, noch authentischer. Warbringer haben erneut bewiesen, dass sie zweifellos eine der besten, wenn nicht gar die beste Thrash-Metal-Band der neuen Generation sind!

Wegen der Genialität von Warbringer war es schwer, sich von der zweiten Bühne loszureißen, und so erwischten wir Onkel Abbath erst gegen Ende seines Sets. Nichts Neues im Lande des Nordens, aber das bedeutet nichts Schlechtes, denn Abbath bot erneut »pure holocaust« des norwegischen Black Metal über Frost und Winter. Ohne die klassischen Abbath-Posen ging es natürlich auch diesmal nicht, minimal störte nur die Setlist, die wieder völlig klassisch und gegen Ende (zu) voll mit Immortal-Songs war. Schade, denn das Debüt von Abbath ist außergewöhnlich. Abbath sorgte natürlich auch für gelungene und humorvolle Ansprachen, und am Ende noch für ein neues Metal-Meme, das bereits wenige Minuten nach dem Vorfall viral ging. Am Ende des Konzerts sprang Abbath nämlich von der Bühne und rannte auf den Gipfel einer Rampe, wo er sich mit Fans fotografieren ließ. Abbath wäre natürlich nicht Abbath, wenn er seinen Move nicht auch in die andere Richtung versucht hätte, als er mit der Gitarre in der Hand die Rampe hinunterlief und dabei lang hinschlug. Nach dem Sturz stand er natürlich auf, wie es sich für einen »mighty ravendark« gehört, und posierte weiter, als wäre nichts passiert. Unbezahlbar.

Eins der angenehmsten und unerwartetsten Highlights unter den diesjährigen Ankündigungen waren mit Sicherheit die britischen Death-Metal-Veteranen Cancer, die ihre Karriere im fernen Jahr 1987 begannen, mindestens zwei Kult-Alben (To the Gory End und Death Shall Rise) veröffentlichten, aber im Schatten von Landsleuten wie Benediction, Bolt Thrower und Carcass blieben. Cancer traten bei Metaldays als Trio auf: John Walker (Gesang, Gitarre), Ian Buchanan (Bass) und Carl Stokes (Schlagzeug), das eben jene Alben aufgenommen hatte, und es war ein Privileg, die Urgesteine des britischen Death Metal in sehr guter Form zu sehen. Leider war die Energie von der Bühne nicht gerade üppig, und auch der Sound war nicht der beste, was wohl auch der Tatsache zuzuschreiben ist, dass das Trio mit geliehenen Instrumenten spielte (Walker sogar mit der Gitarre von David Vodopivec aus Sober Assault!). Trotzdem war es schön, die Kultklassiker von Blut und Ekel wie Tasteless Incest, Death Shall Rise und Hung, Drawn and Quartered zu hören.

Kurz darauf folgte auf der Lemmy-Bühne noch eine konkrete Death-Metal-Dosis, ebenfalls leicht britisch angehaucht. Mit der schwedischen Death-Metal-Supergruppe Bloodbath arbeitet nämlich  seit drei Jahren Vokalist Nick Holmes (Paradise Lost), der tief in sich wieder den Wunsch nach Gegrunze und Death Metal gefunden hat. Das Album Grand Morbid Funeral, das er mit Bloodbath aufgenommen hat, ist kein Meisterwerk, daher waren die Erwartungen auch nicht besonders hoch, aber Bloodbath überzeugten schon mit dem ersten Killer Let the Stillborn Come to Me. Noch mehr als an der Performance der Band zweifelte ich an Holmes‘ Auftritt, aber auch er schloss schon mit den ersten brutalen Schreien allen Zweiflern den Mund. In eine Mönchskutte gekleidet und wie seine Kollegen mit Blut bedeckt grunzte er fast wie zu Zeiten von Lost Paradise und überraschte auch mit guter Laune und gutem alten englischen schwarzen Humor. Gleich am Anfang machte er sich zum Beispiel selbst lustig, weil er nachts eine Sonnenbrille trug, und darüber, dass Bloodbath von Schweden kommen, obwohl nur er selbst ausgezeichnet Englisch spricht. Bloodbath begeisterten mit dem Gitarren-Fleischwolf, aufgepeppt mit dem Klang des schwedischen Death Metal, endlich klang auch die Band auf der großen Bühne etwas lauter, und zum Ablecken aller zehn Finger war auch die Songauswahl, die gründlich aus allen vier Studioalben schöpfte. Das beste Death-Metal-Konzert des diesjährigen Metaldays, wenn ihnen diesen »Titel« nicht die Band einen Tag später weggenommen hätte.

Grave Digger, die langlebigen Bochumer Vertreter der alten Schule des teutonischen Heavy Metal, die unzerstörbaren Totengräber-Holzfäller, angeführt vom unersetzlichen, markanten Grunzer (heute in der Besetzung) des einzigen Gründungs- und Originalmitglieds und Bandchefs Chris Boltendahl, tauchten auf der zweiten Festivalbühne mit einer neuen Platte in der Tasche auf, namens »Healed By Metal«. Mit dem Titelstück dieser Platte eröffnete das kernige Quartett auch das Konzert. Eigentlich haben Grave Digger die Setlist nach dem Geschmack der glühendsten Fans zusammengestellt, da den Hauptteil Klassiker der sogenannten Trilogie ausmachten, angeführt von Excalibur, The Roundtable (beide vom Album »Excalibur«, 1999), dazu der Tunes of War (1996)-Klassiker In the Dark Of the Sun, das obligatorische Rebellion (The Clans Are Marching), die Überraschung und Ballade Mary the Queen of Scots, sowie die »Knights of the Cross« (1998)-Klassiker Lionheart und Knights of the Cross. Nur am Ende des Repertoires rundeten Grave Digger das einstündige Feiern mit dem erwartbaren Heavy Metal Breakdown ab. Nichts vom Album »The Reaper« (1993) und »Heart of Darkness« (1995). Die Geschichte  der abgenutzten Setlists der Band wiederholt sich also. Schade. Das Konzert war auf gutem Niveau, besonders was die vokale Charisma von Chris Boltendahl betrifft, dessen Gegrunze ihm diesmal auch in den anspruchsvolleren, höheren Lagen angemessen diente (Refrain des Songs Knight s of th Cross). Der Einzige, der etwas enttäuschte, war Gitarrist Axel Ritt, wegen einiger fast unzumutbarer Schlampigkeiten beim Gitarrenspiel, wie das für das völlig misslungene Solo im Song Knights of the Cross sowie den äußerst schlampig gespielten Einstieg in den Song Lionheart galt, außerdem erlaubte er sich auch noch einige Ungenauigkeiten im Rest des Konzertmaterials. Das Rhythmus-Gespann Arnold /Becker agierte auch diesmal in vollem Galopp, Stefan machte generell wieder darauf aufmerksam, dass er einer der Hauptherrscher über das Doppelbass-Pedal auf der modernen europäischen Power- und Heavy-Metal-Szene bleibt.  Was soll man sagen. Summa summarum. Ein schönes neues Beisammensein mit Legenden.

Am dritten Tag beschloss die berühmte Königin des Metal Doro Pesch mit ihrer Band Doro das Geschehen auf der Hauptbühne. Die verehrte Dame bleibt makellos bei ihrer Arbeit. Sie bewahrt außergewöhnliche Emotionalität und Hingabe. Alles, was sie anpackt, geht sie mit ungeahnter Leidenschaft und Schwung an. Als hätte sie fast sechzig Jahre noch lange nicht drauf. Doro bleiben seit Jahren in unveränderter Besetzung, und das spiegelt sich natürlich im hervorragenden, präzisen und harmonischen Spiel wider, wobei natürlich der markante Gesang der hellhaarigen Sängerin heraussticht, der all seine Prägekraft und Potenz auch in den reifen Jahren ihres langlebigen Schaffens bewahrt. Natürlich dominierten die Setlist Klassiker, die noch in der Zeit entstanden, als Doro mit Warlock aktiv war, und die dynamische Vorstellung trug dazu bei, dass die Konzertminuten unglaublich schnell vergingen. Also: I Rule the Ruins, Burning the Witches, Fight for Rock, East Meets West, Für Immer, und als Zugaben Metal Racer, Without You (allen verstorbenen Ikonen der Rockmusik gewidmet, allen voran Lemmy) sowie abschließend Earthsaker Rock. Warlock natürlich. Auch All We Are fehlte keineswegs. Das Publikum war aus etwas anderem Holz geschnitzt als am Vortag, als das ganze Festival beim Auftritt von Amon Amarth »donnerte«. Die Reaktion war etwas gedämpfter, vor der Bühne auch deutlich weniger Gedränge. Vielleicht zeigte der dritte Tag bereits allmählich Zeichen der Erschöpfung bei den weitläufigen Metal-Massen, die sich auf diesem Festival eben dem vollen Exzess hingeben.

Für das große Finale des dritten Festivaltages sorgten auf der »Boško Bursać«-Bühne noch die norwegischen Musik-»Querköpfe«, erstklassige und besondere Musik-Fusionisten Shining. Das avantgardistische Metal-Quintett aus Oslo lieferte mit seiner Performance eine der intensivsten Konzertbegegnungen des gesamten Festivalprogramms. »Schwarzer Jazz« ist definitiv eine unglaublich treffende Bezeichnung, wenn wir über die Musik dieser Band sprechen. Shining überraschten ständig mit ihrer unglaublichen Fusion zahlreicher Genre-Prämissen, unterstützt durch den mächtigen Groove harter und fester rhythmischer Kinetik, einem voll und laut gefüllten Klangbild, das von schweren und fetten Gitarren-Riffs angetrieben wurde, Saxophon-Eskapaden, der Integration subrythmischer Muster und altmodischer Synthesizer-Schminke im authentischen Bild der kommerziellen Musik der Achtziger. Erwarte das Unerwartete. Auch das Spontane. Und eine ganze Menge erstklassigen Witzes nach »skandinavischer« Art. Ja. Shining verfügen neben all ihren Bühnen-Eskapaden, deren einer der Hauptantriebsmotoren der gewandte Sprachjongleur und exzentrische Vokalist Jørgen Munkeby ist, auch über ein reichliches Maß an Sarkasmus und luzider Schlagfertigkeit. Deshalb verblüfften und bezauberten sie einfach erneut! Eine Band, von der man nicht genug kriegen kann. 

Nina Grad (Foto): Srd, Shotdown, Crisix, Triosphere, Dordeduh, The Foreshadowing, Cancer, Abbath, Bloodbath, Grave Digger, Doro, Shining
Rok Klemše
: Srd, Shotdown, Vexovoid, Morywa, Crisix, Dordeduh, Triosphere, The Foreshadowing, Gutalax, Warbringer, Abbath, Cancer, Bloodbath
Klemen Udovč (Foto): Vexovoid, Gutalax, Warbringer
Aleš Podbrežnik
: Grave Digger, Doro, Shining

Setlist

GUTALAX:
1. Intro/Anus Nanuk (Anus Ice Cream)
2. Toi Toi Story
3. Shit of It All
4. Fart Fart Away
5. Assmeralda
6. Asshole Ghost – Wishmaster
7. Total Rectal
8. Fart and Furious
9. Sucking a Cock of a Vietnam Veteran
10. 20 litru vyvaru z vyzlukleho bedaru
11. Robocock
12. Brown Bukkake
13. Swallowing the Seeds of An Elderly Deer
14. Strycek Donald farmu mel (Old MacDonald Had a Farm)

WARBRINGER:
1. Silhouettes
2. Woe to the Vanquished
3. Remain Violent
4. Shellfire
5. Descending Blade
6. Spectral Asylum
7. Divinity of Flesh
8. When the Guns Fell Silent

BLOODBATH:
1. Let the Stillborn Come to Me
2. Mental Abortion
3. So You Die
4. Breeding Death
5. Anne
6. Ways to the Grave
7. Cancer of the Soul
8. Weak Aside
9. Church of Vastitas
10. Soul Evisceration
11. Like Fire
12. Outnumbering the Day
13. Mock the Cross
14. Eaten

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